Bierbecher war gestern! Neue Wurfgeschosse für St.Pauli-Fans

Katzen, Granaten, Strandbälle

Am Millerntor flog schon wieder ein Bierbecher in Richtung Schiedsrichter. Dabei kann man seinen Wurfdrang doch viel kreativer ausleben: Zum Beispiel mit Katzen, Handgranaten oder Vespas. Ein Wurfgeschosskatalog für den frustrierten St.Pauli-Fan. Bierbecher war gestern! Neue Wurfgeschosse für St.Pauli-Fansimago

Strandball
Beim Spiel zwischen Liverpool und Sunderland im Oktober 2009 warfen Fans einen großen roten Strandball aufs Spielfeld. Zunächst: Ein Riesengag. Dann: Eine Riesendummheit. Denn der Ball landete im Strafraum der »Reds«, wo er einen Schuss unhaltbar für Liverpool-Keeper Pepe Reina abfälschte. Dieser beschwerte sich seltsamerweise nicht. Später sagte er: »Ich wusste nicht, dass es eine Regel gibt, die solche Bälle verbietet.« Das Spiel endete 0:1.

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Halbe Katze
Januar 1982. Englische Second Division. Ein räudiges 0:0 zwischen Charleton Athletic und Luton Town auf einem schlecht bespielbaren Platz. Kurz bevor Fans und Spieler vor Langeweile einschliefen, passierte doch noch was: Ein Fan hatte im Block eine Katze zersägt und die vordere Hälfte über den Zaun geworfen. Das tote Tierstück landete vor den Füßen eines Ordners, der es zurück in Richtung Fanblock kickte. 

Ganze Katze
Großes Durcheinander auch 2006 im Derby zwischen Real Betis und dem FC Sevilla. Vor dem Stadion gingen berittene Polizeisten mit Gummigeschossen gegen Fans vor, im Stadion hagelte es Wurfgeschosse. Unter anderem: Leuchtraketen, Böller, Kassenzettel, Toilettenpapier, Feuerzeuge eine Rumflasche – und in der Nachspielzeit eine Katze. Dieses Mal lebend und samt Hinterteil. Die Niederlage des FC Sevilla konnte sie nicht abwenden. Betis gewann 2:1.

Papierkugel
Die ewige Papierkugel. Vor dem Uefa-Cup-Halbfinale gegen Werder Bremen hatten HSV-Fans Zettel verteilt, mit denen sie die Zuschauer zu einer Choreographie animieren wollten: »Beim Einlaufen der Teams bitte hochhalten«. Nicht im Drehbuch stand allerdings, dass ein Fan diesen Zettel zerknüllte und aufs Spielfeld warf. Dort fälschte die Papierkugel einen Pass so unglücklich ab, dass Michael Gravgaard den Ball zur Ecke stolperte. Prompt fiel das 1:3. Der HSV schied aus.

Leiche
Die Fangruppe »Barra del Indio« brachte im März dieses Jahres einen Sarg mit ins Stadion von Cucuta, den sie kurz zuvor beim Bestattungsunternehmen geklaut hatte. Inhalt: Ein verstorbener Freund, dem man die letzte Ehre erweisen wollte. Wie sie ihn an den Sicherheitskontrollen vorbeischleuste, wurde nicht geklärt. Der Polizeichef sprach von einem »unglücklichen Zwischenfall«. Geworfen wurde die Leiche zwar nicht, doch kurz nach nachdem sie in die Kurve gehievt worden war, schoss Cucuta das 1:1. 

Vespa
Ähnlich seltsam, wie man eine Vespa am Sicherheitscheck vorbeibekommt. Fährt man mit wehenden Fahnen und Fuchsschwanz an der Antenne durch das Drehkreuz? Absurder noch, dass ein Fan von Inter Mailand es schaffte, diese Vespa beim Spiel gegen Atalanta Bergamo im Mai 2001 anzuzünden und brennend aufs Spielfeld zu werfen. Großer Applaus der Blockfreunde, denn das Gefährt war auf einen Atalanta-Fan zugelassen. Das Ultra-Motto »Vespaklau ist der neue Fahnenklau« setzte sich trotzdem nicht durch.

Autotür
Ebenfalls keine leichte Aufgabe: Eine Autortür aufs Spielfeld befördern. Ein Fan der New Zealand Knights erkannte das Problem im Block. Prompt klemmte er sich das Teil unter den Arm und rannte direkt aufs Spielfeld. Dort legte er die Tür ab. Ob der Mann der Mannschaft eine Gabe überbringen sollte oder dem Trainer den Weg hinaus verbildlichen wollte, wurde nicht geklärt.

Handgranate
Im November 1965 warf ein Fan beim Spiel FC Millwall gegen Brentford eine Handgranate aufs Feld. Nett: Er hatte den Stift noch nicht rausgezogen. Nicht nett: Das Spiel wurde abgepfiffen und das Stadion geräumt. Bombenexperten entsorgten die Granate.

Schubkarre
Auch hier darf an der Qualität des Sicherheitspersonals gezweifelt werden: Im Mai 2004 schleppten Fans beim Spiel CF America und São Caetano eine Schubkarre ins Aztekenstadion. Während sich Fans auf den Tribünen angriffen und Spieler auf dem Feld kloppten, wurde diese im Eifer des Gefechts kurzerhand über den Zaun  geworfen.   

Spanferkelkopf
Im November 2002 warfen Fans vom FC Barcelona einen Schweinekopf aufs Spielfeld. Grund: Der ehemalige Barca-Spieler Luis Figo gastierte mit seinem neuen Verein Real Madrid im Nou Camp.

Unterwäsche
Wegen der schlechten Leistungen des eigenen Teams schmissen über 3000 Fans des FC Reading im Dezember 1999 ihre Unterwäsche aufs Spielfeld. Das Motto des Tages: »It's  PANTS-Day!« Die Abkürzung stand für: »Players Are Not Trying Suficiently«.

Sellerie
Das Gemüse hat beim FC Chelsea eine lange Tradition. Seit den achtziger Jahren warfen Fans Stangensellerie aufs Feld und sangen dabei den unanständigen »Celery Song«: »Celery, Celery, If she don’t come, I’ll tickle her bum, With a lump of celery.« Doch im März 2007 wurde es der Klubführung zu bunt, sie verbannte Sellerie aus der Stamford Bridge. Ihre Erklärung: »Das Werfen von Gegenständen bei einem Fußball-Spiel, inklusive Sellerie, ist eine kriminelle Handlung. Diese kann mit einer Haftstrafe belegt werden.«

Tennisbälle
Im November 2010 warfen Fans des FC Basel Tennisbälle aufs Spielfeld. Damit wurde gegen die frühe Anstoßzeit der Partie protestiert, welche wegen des Finals der Swiss Indoors vorverlegt wurde.

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