Bets of 2013: Zu Besuch bei der 1. Nacktfußball-EM

Deutschland, ein Pornomärchen

Die verrücktesten Transfers, die interessantesten Interviews, die schönsten Herzschmerz-Geschichten – zum Jahresende holen wir die besten Artikel des Jahres aus dem Keller. Diesmal: Zu Besuch bei der 1. Nacktfußball-EM.

Vier Mannschaften spielen auf einem Kleinfeldturnier gegeneinander. Drei Tage, ohne das irgendwelche Punkte gesammelt oder Statistiken geführt werden. Sinnlos? Nach Meinung des Veranstalters New Sports Event nicht. Frei nach dem Motto: Bei Torjubel Striptease. Was in mancher Studenten-WG am Pokertisch geübt wurde, wird am Messegelände des Berliner Funkturms zur knallharten Realität. Nach jedem Gegentor müssen sich die vier Mannschaftsmitglieder eines Kleidungsstücks entledigen. In Berlin Mitte ruft zeitgleich ein engagiertes Protestbündnis zum Boykott auf, denn die Veranstaltung habe nichts mit Fußball zu tun, sondern sei nur darauf ausgelegt heterosexuelle Männerphantasien zu bedienen. Grund genug, um investigativ hinter die Kulissen zu schauen. Rein beruflich, versteht sich.

Fußball und nackte Frauenkörper sind also das Wunschideal des Ottonormalmannes. Scheinen jedenfalls die Veranstalter zu meinen. Im runden Saal des Messegeländes, in dem sonst wahlweise Medizinertagungen oder die Echo-Verleihung stattfinden, haben sich etwa einhundert Männer um einen Cage-Soccer versammelt. Denn dort kämpfen »Erotica Deutschland« gegen »Schweden Blondes« um das letzte Hemd. Und wer noch prüde denkt, dass sicherlich nur die Stutzenhalter ausgezogen werden, ist drei Tore später deutlich schlauer als jegliche Stoffe auf dem grünen Boden liegen. Ein Königreich für ein Efeublatt. Willkommen bei der 1. Nacktfußball-EM!

Im Rahmenprogramm enthalten sind zudem erotische Tombola, private Fotoshootings und Sexy-Torwandschießen. Die pinken Plakate in der Innenstadt werben mit Erotik Non-Stop. Über Begriffsinterpretationen lässt sich bekanntlich streiten. Das Protestbündnis in der Innenstadt dürfte Recht behalten, doch das scherrt auf dem Messegelände eigentlich niemanden.

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