Best of 2013: Jena-Fans und der Red-Bull-Gag des Jahres

Heute ein Zaunkönig

Die verrücktesten Transfers, die interessantesten Interviews, die schönsten Herzschmerz-Geschichten – zum Jahresende holen wir die besten Artikel des Jahres aus dem Keller. Diesmal: Der RB-Gag der Jena-Fans.

Es gibt diverse Arten, um seinen Unmut über die Konkurrenz kundzutun. Die einfachste und dümmste Variante: Gewalt. Die komplizierteste und schönste Variante: Kreativität. Fans von Carl Zeiss Jena haben am vergangenen Spieltag der Regionalliga Nordost für einen Meilenstein in Sachen unterhaltsamer Kritik gesorgt: Vor dem Heimspiel gegen den bereits als Aufsteiger feststehenden Retortenklub RB Leipzig hissten Anhänger drei Banner mit Anti-Red-Bull-Slogans an den Zaun vor dem Leipziger Auswärtsblock. Der Höhepunkt der Nasendreherei: Weil keiner der etwa 500 mitgereisten Leipziger Zuschauer etwas von diesem Streich bemerkte, hingen die Banner bis zum Schlusspfiff an ihrem Platz. Das Gelächter der Jenaer Zuschauer dürfte den gehörnten Gästefans noch einige Tage lang in den Ohren klingeln.

Offenbar war es einem oder mehreren Fans gelungen, die Banner noch vor den Eintreffen der Leipziger aufzuhängen. Von weitem nicht als Provokation zu erkennen, glaubte der Gästeanhang scheinbar an normale Zaunfahnen. Erst nach dem Schlusspfiff, beim Entfernen der anderen Banner, ging dem RB-Anhang ein Licht auf. Eine Veralberung mit viel Liebe fürs Detail. »Facebook, Disco und Red Bull, heut gewinnen wir zu Null. Doch selbst nach tausend Siegen, Charakter werden wir nie kriegen« stand auf einer Fahne, ergänzt von »Ultras Matteschitz Mattenschiss« und »Ultras Red Bull Leipzig - Mucchio di Merda« (= Scheißhaufen). So viel Mühe muss man sich erstmal machen.

Die Anhänger von RB Leipzig haben bereits Rache angekündigt. In einem Internetforum wurde die Idee diskutiert, eine fiktive Fanfreundschaft mit den Jenaern öffentlich zu machen. Man kann sich auch zu viel selbst auf den Arm nehmen.

Und auch wenn Jena das Spitzenspiel (Carl Zeiss ist Zweiter) mit 4:5 verlor – den entscheidenden Sieg hatte der heimische Anhang verbucht. Mit einer schönen Idee. Der Glauben an Fankultur und Traditionen verleiht eben manchmal Flügel.



(Quelle: Facebook)

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