Berti Vogts hat's schwer in Aserbaidschan

»Geh' nach Hause!«

0:0 gegen Liechtenstein – selbst für Aserbaidschanische Verhältnisse kein Ruhmesblatt. Prompt muss Nationaltrainer Berti Vogts sich fragen lassen: »Wenn wir einen solchen Gegner nicht schlagen, wen denn dann?« Berti Vogts hat's schwer in AserbaidschanImago Die Situation für Berti Vogts spitzt sich in Aserbaidschan zu. Nachdem der ehemalige Fußball-Bundestrainer mit der Nationalmannschaft im zweiten WM-Qualifikationsspiel in der Gruppe 4 am Mittwochabend in Baku nicht über ein 0:0 gegen Liechtenstein hinausgekommen war, forderten Teile der aserbaidschanischen Presse den Rücktritt des 61-Jährigen.

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»Geh´ nach Hause! Und zwar so schnell wie möglich«, schrieb die Internetzeitung Azerisport sogar in deutscher Sprache. Vogts hatte sich zuletzt wiederholt über die Medien in Aserbaidschan beklagt. Diese hatten eine hohe Erwartungshaltung in der Kaukasus-Republik geschürt und sogar das WM-Ticket von der Vogts-Truppe verlangt. Am vergangenen Samstag hatte seine Mannschaft in Wales unglücklich 0:1 verloren. Vogts, der Deutschland 1996 zum EM-Triumph in England führte, erklärte hinterher in Cardiff, dass er jederzeit nach Hause fahren könne. Der Ex-Bundestrainer hatte im Gespräch mit dem sid jedoch klargestellt, dass die Verantwortlichen »zu 100 Prozent hinter uns Deutschen« stehen.

Zum Trainerteam von Vogts gehört auch der ehemalige Nationaltorwart Uli Stein. »Mich interessiert nur die Meinung des aserbaidschanischen Volkes. Stört uns nicht und gebt uns lieber Zeit, damit die Jungs professioneller werden«, sagte Vogts zu den Journalisten nach dem Remis, mit dem Liechtenstein nach dem 0:6 gegen Deutschland am Samstag den ersten Punkt verbuchte. »Wir hatten eine Vielzahl an Chancen, haben aber nicht getroffen. Uns fehlt einfach die Sieger-Mentalität«, kommentierte Vogts das Unentschieden. Für das Spiel gegen Liechtenstein war von Verbandsseite allerdings ein Sieg gefordert worden. »Wenn wir einen solchen Gegner nicht schlagen, wen denn dann?«, hatte Generalsekretär Elchan Mamedow gefragt. Das erste Gruppenspiel gegen Deutschland steht für Aserbaidschan erst am 12. August 2009 an.

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