Benfica Lissabon und der Final-Fluch

Nicht in 100 Jahren

Seit 1962 hat Benfica Lissabon keinen internationalen Titel mehr gewonnen. Das heutige Europa-League-Finale gegen den FC Sevilla ist der achte Versuch der Portugiesen, sich von einem mehr als 50 Jahre alten Fluch zu befreien.

Eusébio, der große Eusébio, fiel auf die Knie und betete. Nicht zu Gott, sondern zu seinem toten Ex-Trainer Béla Guttmann. »Trainer«, flüsterte die schwarze Perle, »lass es gut sein. Für mich. Für Benfica!« Dann stand er auf und verließ den jüdischen Friedhof zu Wien. Einen Tag später verlor Benfica Lissabon im Praterstadion das Finale um den Europapokal der Landesmeister 1990 mit 0:1 gegen den AC Mailand. Béla Guttmann hatte es doch nicht gut sein lassen.

Auf Benfica Lissabon, dem heutigen Europa-League-Finalisten, lastet ein jahrzehntelanger Fluch. Glauben jedenfalls die Fans des Klubs und wem soll man schon glauben, wenn nicht den eigenen Fans?

Die Legende geht so: 1962, Benfica hatte gerade zum zweiten Mal in Folge den Europapokal gewonnen, wurde Meistertrainer Béla Guttmann bei seinem Präsidenten vorstellig und bat um eine Gehaltserhöhung. Weil die ihm auch nach längeren Verhandlungen nicht gewährt wurde, schmiss Guttmann nicht nur hin, er belegte seinen nun ehemaligen Arbeitgeber auch mit einem Fluch. Überliefertes Zitat: »Nicht in hundert Jahren wird Benfica noch einmal den Europacup gewinnen!« Benficas Bosse lachten nur. Hatten sie nicht mit Eusebio den besten Fußballer Welt in ihren Reihen? Führte der nicht eine Mannschaft an, wie man sie zuvor noch nie in Europa gesehen hatte? Guttmanns Worte waren bald vergessen.

Ein Jahr später. Unter Guttmanns Nachfolger und ungarischen Landsmann Lajos Czeizler hatte es Benfica erneut ins Europapokal-Finale geschafft. Nach 18 Minuten schoss Eusebio das 1:0. Wer war noch mal dieser Guttmann? Doch durch zwei Tore von Milans Altafini verloren die Portugiesen das Spiel noch. Bitter. Aber ein Betriebsunfall, nicht mehr.



1965, das nächste Finale. Im Viertelfinale hatte Benfica Real Madrid deklassiert und im Halbfinale mit dem ungarischen Meister von FC ETO Györ keine Mühe gehabt. Vor dem Endspiel gegen Inter Mailand schüttete es wie aus Kübeln, der Platz im San Siro glich zum Anpfiff einer aufgetauten Eislaufbahn. Kurz vor der Pause schoss Inters Jair von halbrechts, Lissabons Torwart Costa Pereira glitt der nasse Ball aus den Händen. Es sollte das einzige Tor des Spiels bleiben. Eigentlich ein Wunder, denn nach 57 Minuten musste Pechvogel Costa Pereira verletzt das Feld verlassen, weil noch keine Einwechslungen erlaubt waren, streifte sich Verteidiger Germano das Trikot seines Keepers über und stellte sich zwischen die Pfosten. Schon wieder hatte Benfica ein Endspiel verloren. Erstmals raunte man sich auf den Rängen zu, ob nicht der wütende Ex-Trainer dahinter stecken könnte. Zwei Final-Niederlagen innerhalb von nur zwei Jahren! Der für Ende Mai so ungewöhnlich heftige Wolkenbruch! Der unerklärliche Patzer des sonst so sicheren Costa Pereira! Dessen Verletzung! Das konnte doch kein Zufall mehr sein.

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