Benedikt Höwedes soll Messi stoppen

Von wegen Schwachpunkt!

Benedikt Höwedes ist einer der großen Gewinner im deutschen Team. Im Finale soll er helfen, Argentiniens Lionel Messi zu stoppen.

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Benedikt Höwedes hob die linke Augenbraue, auf seinem Gesicht machte sich ein leichtes Schmunzeln bemerkbar. Es war kein freudiges Schmunzeln, es war eher ein sarkastisches.

Auf diese Frage schien er gewartet zu haben, auf dieses Schlüsselwort. Schwachpunkt. Er, Höwedes, sei ja vor der Weltmeisterschaft als Schwachpunkt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ausgemacht worden, weil er, Rechtsfuß und gelernter Innenverteidiger, von Bundestrainer Joachim Löw aushilfsweise als Außenverteidiger auf der ungewohnten linken Seite aufgeboten wird. »Das mit dem Schwachpunkt muss mir jemand erklären«, antwortete Höwedes also, nachdem seine Augenbraue wieder ihre Ausgangsposition eingenommen hatte. »Natürlich bin ich kein Roberto Carlos, der großartige Flanken schlägt, aber defensiv erfülle ich immer meine Aufgabe. Wir wären nicht im Finale, wenn ich nur Fehler gemacht hätte.«

Höwedes hat bislang nicht eine Sekunde WM verpasst

Benedikt Höwedes, 26 Jahre alt, Kapitän des Bundesligisten Schalke 04, hat seine Aufgaben zur allgemeinen Zufriedenheit erfüllt - vor allem zu der des Bundestrainers. Das sieht man auch daran, dass er einer von nur drei deutschen Spielern ist, die in jedem der sechs bisherigen WM-Spiele von der ersten bis zur letzten Sekunde auf dem Feld gestanden haben. Bei Manuel Neuer, Deutschlands Nummer eins, und Philipp Lahm, dem Kapitän, war das nicht anders zu erwarten. Aber Benedikt Höwedes? Bei ihm war es nicht mal sicher, ob er es überhaupt in den Kader für die Weltmeisterschaft schaffen würde, nachdem er den Großteil der Rückrunde wegen einer Verletzung verpasst hatte. Erst am letzten Spieltag wurde er kurz vor Schluss wieder eingewechselt - gerade noch rechtzeitig.

Höwedes ist nicht nur einer der großen persönlichen Gewinner im deutschen Team, er steht auch fast sinnbildlich für den Weg der Mannschaft, der sie nun schon bis ins Finale von Rio de Janeiro geführt hat - gegen alle Widerstände. Und irgendwie auch gegen alle Wahrscheinlichkeiten. Man muss ja nur noch einmal an die Anfänge der Vorbereitung erinnern: an das Trainingslager in Südtirol, die nicht-sportlichen Nebengeräusche, die Zweifel um die angeschlagenen Bayern-Spieler Lahm, Neuer und Schweinsteiger, die Ungewissheit bei Sami Khedira, den Ausfall von Marco Reus im letzten Testspiel vor dem Abflug.

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