Belizes Nationalelf und die Reise in die USA

Go for Gold – oder auch nicht!

Underdogs haben es bei großen Fußballturnieren eigentlich leicht, schließlich drückt ihnen der neutrale Fan für gewöhnlich die Daumen. Belize hatte dummerweise schon vor Beginn des Gold Cups alle Sympathien verspielt – auch weil ihr Präsident den Fehdehandschuh warf.

Tahiti hatte es so schön vorgemacht. Als die Nationalelf vor einigen Wochen zum Confed Cup nach Brasilien reiste, brachten die Spieler Muschelketten mit, sie bedankten sich für »die tolle Erfahrung«, sie lobten die »unglaubliche Gastfreundschaft« und sie berichteten von ihren Hauptberufen als Regaleinräumer, Strandverkäufer, Fischer, Höhenkletterer oder Taxifahrer. Ein Spieler soll sogar mal Fernando Torres durch die Gegend gefahren haben.
 
Die Mannschaft schied natürlich sang- und klanglos in der Gruppenphase aus. Doch zurück blieb das Bild einer putzigen Hobbymannschaft, die es sogar geschafft hatte, gegen Nigeria ein Tor zu erzielen.
 
Für Belize sieht die Sache beim Gold Cup, den Nord- und Mittelamerikameisterschaften, nun ganz anders aus. Dabei ist auch das kleine Karibikland, nun ja, keine Fußballmacht. Die Nationalelf hat in der Vergangenheit noch nie an einer WM und noch nie beim Gold Cup teilgenommen. In der Fifa-Weltrangliste belegt sie Platz 130, hinter Antigua und Barbuda, hinter Guayana, hinter Tansania. Die einzigen Teams, gegen die sie in einer WM-Qualifikation gewinnen konnte, sind St. Kitts & Nevis, Montserrat, Grenada und St. Vincent & die Grenadinen. Ihre Nationalspieler kicken in bei belizischen Klubs mit Namen wie Belize Defence Force, Police United oder Belmopan Bandits. Nur eine Handvoll Kicker verdingt sich als Profis. In Honduras.

Spenden durch Tänze und Barbecue
 
Das Land selbst schmückt sich gerne mit Understatement. Der Wahlspruch Belizes lautet »Sub Umbra Floreo«, was so viel heißt wie »Ich blühe im Schatten«. Hinzu kommt noch, dass die Verbandskassen dauerhaft leer sind und die Mannschaft vor einigen Wochen noch den Eindruck eines Bunten-Liga-Teams erweckte. Vor dem diesjährigen Gold Cup war nicht mal sicher, ob die sie trotz Qualifikation überhaupt teilnehmen kann. Es fehlten 150.000 US-Dollar, um die Reise zu finanzieren. Also wurde kurzerhand ein Spendenmarathon durchgeführt, der über 100.000 US-Dollar einbrachte.

Dazu veranstalteten Spieler und Funktionäre allerhand Tanzshows, Freundschaftsspiele und öffentliche Barbecues. Ein Sportausrüster spendete einen Trikotsatz. Momentan sollen  immer noch über 20.000 US-Dollar fehlen, um die Reisen zu den restlichen Vorrundenspielen in Utah und Connecticut zu sichern. Auf seiner Website ruft der Verband deswegen zu weiteren Spenden auf: http://www.belizefootball.bz/place-donation

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!