Begegnung mit Tim Wiese

Foto vorm Lambo

Für die neue Ausgabe trafen wir Tim Wiese zum Interview. Wiese kam im brandneuen Lamborghini, unser Redakteur mit der Bahn. Auf Augenhöhe waren sie dann trotzdem.

Volker Schrank

So ein Lamborghini Aventador LP 700-4, »Pirelli-Edition«, kann ganz schön laut sein. Gerade in Bremen, wo der Geräuschpegel in manchen Ecken, selbst in Steinwurfweite vom Hauptbahnhof, für malträtierte Berliner Ohren angenehm niedrig ist. Aber leise war Tim Wiese ja noch nie. Über Torhüter heißt es, sie haben eine Macke. Tim Wiese, Torhüter a. D., hat jetzt eben einen Lamborghini.

Wie Vögel auf einem Nashorn

Wir treffen uns in einem italienischen Restaurant. Wiese ist hier Stammgast. Er betritt den Laden, als sei das sein Hobbykeller. Und irgendwie ist er das auch. Der Raucherraum ist für uns frei gehalten, zusätzlich zu Wiese sitzen hier später noch fünf andere Menschen und ein Hund. Bis auf den Hund scheinen alle anderen irgendwie zu Wiese zu gehören. Freunde, Manager, Managerfreunde. Unweigerlich denkt man an Vögel, die auf dem Rücken eines Nashorns sitzen.

Imposanter als Tim Wiese dürfte auch kein Nashorn wirken, wenn es sich in einem Bremer Restaurant eine Kippe anzünden würde. In seiner Hand sieht die Zigarette aus wie ein Streichholz. Ob er es wohl schafft, den Glimmstängel in einem Zug zu erledigen? Stattdessen bestellt er sich ein Wasser. Der Hund schaut sich das gelangweilt an. Das Interview kann beginnen.

Alles war immer etwas mehr bei Tim Wiese

Tim Wiese ist berühmt geworden, weil er ein sehr guter Torwart war. Und ein sehr extrovertierter. Alles war immer etwas mehr bei Torwart Tim. Die Paraden spektakulärer. Die Zweikämpfe mit heranstürmenden Angreifern riskanter. Seine Wutausbrüche lauter. Die Trikotfarbe exzentrischer. Die Frisuren gewöhnungsbedürftiger.



Schon zu seiner sportlich besten Zeit in Bremen war Wiese ein Exot, den man ganz wunderbar lieben und hassen konnte. Seine Berufskollegen der Gegenwart nennt er in einem Nebensatz »weichgespült« und er hat ja recht. Wiese war immer anders und dafür sollte man ihm im Nachhinein dankbar sein. Langweilig war es mit ihm nie.

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