29.03.2014

Begegnung mit Roy Makaay

»Ich bekomme den Ball - zack!«

Für unsere Interviewreihe der »Fußball, mein Leben und ich« trafen wir Roy Makaay auf seinem Arbeitsplatz in Rotterdam. Die Begegnung mit einem Phantom.

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imago

Der freundliche Holländer heißt Jaap und natürlich kann er deutsch. Er dürfte auf die 70 zugehen und nimmt man die vielen drolligen Lachfältchen in seinem Gesicht als Maßstab, dürfte er schon viele gute Witze in seinem Leben gehört haben. Jaap war früher Lehrer. Seit er Rentner ist, arbeitet er für die Jugendabteilung von Feyenoord Rotterdam. Er gibt den Jungs Nachhilfe und ein bisschen starke Schulter ist er sicherlich auch. Jetzt sitzt er in seinem Auto, freut sich, mal wieder deutsch zu sprechen und fährt den Journalisten aus Deutschland zum Bahnhof. Was für ein Service. Wie das Interview mit Roy Makaay war, will er wissen. Gut. »Kein Wunder«, sagt Jaap, »der Roy ist auch ein Guter.«

Was weiß man über Makaay? Eigentlich nicht viel.

Das konnte man vor dem ersten Treffen mit dem ehemaligen Bayern-Stürmer, der seit einigen Jahren in der Nachwuchsabteilung von Feyenoord Rotterdam arbeitet, nicht wissen. Makaay war das »Phantom«. Auf und neben dem Platz. Ein echter Goalgetter mit spektakulären Statistiken, der seine Tore manchmal so plötzlich schoss, dass man sich wunderte, wo er die ganzen 80 Minuten zuvor gesteckt hatte. Im Privatleben aber zugleich so unspektakulär, dass es fast schon wieder langweilig war. Was weiß man über Roy Makaay, außer, dass er viele Tore geschossen hat? So gut wie gar nichts. Eigentlich eine gute Grundlage für ein Interview in der Reihe »Der Fußball, mein Leben und ich«. Eine eher wenige gute Grundlage, wenn man schon gerne vor einem Interview wissen möchte, was für ein Typ der kommende Gesprächspartner ist.

In einem kastenartigen Zweckbau auf dem Trainingsgelände befindet sich die Nachwuchsabteilung von Feyenoord. Jede Dorfgrundschule ist aufwendiger eingerichtet. Vom Glanz des steinwurfweit entfernten De Kuip spürt man hier nichts. Was der Stimmung der Trainingsanzugträger keinen Abbruch tut. Wen wolle man sprechen? Roy Makaay? »ROYROYROYROYROY!«, grölt es durch den Raum. Bevor die Herren in Ekstase ihre Schottenröcke lupfen und von Wiliam Wallace in die Schlacht geführt werden können, erscheint »ROYROYROY«, grinst kurz, sagt hallo und bittet in den Nebenraum.

 
 
 
 
 
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