Begegnung mit Klaus Allofs

Und? Wie geht's?

Klaus Allofs hat die wohl anstrengendste Transferphase seines Lebens hinter sich: Er hat den SV Werder Bremen komplett umgekrempelt. Für die neue 11FREUNDE #132 haben wir ihn getroffen und gefragt, wie sich das anfühlt.

Gianni Occhipinti
Heft: #
133

Ein fensterloser Raum, von draußen schleicht sich der Herbst an, es gibt Kaffee aus der Kanne, das Neonlicht flackert. Und niemand sagt etwas.

Was wie das erste Treffen des Schützenvereins Asendorf nach dem plötzlichen Ableben seines langjährigen Vorsitzenden klingt, ist in Wahrheit die Pressekonferenz des SV Werder Bremen vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern. Es ist so still, dass selbst die Digitaluhr an der Wand vor Ergriffenheit zu ticken anfängt. 

Auf dem Podium sitzen Trainer Thomas Schaaf und Manager Klaus Allofs. Sie sagen nichts, weil sie nicht dazu aufgefordert wurden. Die Journalisten starren in ihre Blöcke, doch niemand findet darin eine Einstiegsfrage. »Und? Wie geht's?«, könnte man sich erkundigen. Aber erstens wäre das nicht recht professionell und zweitens beim SV Werder dieser Tage nur schwer zu beantworten. Über den Verantwortlichen flimmert der ARD-Videotext, Tafel 253, die Tabelle der Bundesliga. Der Verein ist Siebter, zwei Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen. Es geht so.

Thomas Schaafs Art, nichts zu sagen, macht die Stille noch stiller. Klaus Allofs schmunzelt immerhin mit einer sagenhaften Geduld auf die Journalisten herab. Da endlich ringt sich ein Kollege durch: »Herr Schaaf, wie wollen Sie morgen die Bayern schlagen?«

Schaaf bewegt sich in seinem Trainingsanzug wie ein im Frost berstender Findling. Allofs scherzt: »Mit der Antwort warten wir jetzt mal so lange wie Sie mit Ihren Fragen!« Wieder herrscht Stille, dann sagt der Findling: »Fragen Sie mich noch mal, wenn das Spiel vorbei ist.« 

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