Bayern vs. Nürnberg – Die größten Spiele

Wer wird der nächste Zarate?

Franken gegen Bayern, München gegen Nürnberg. Es ist eines der ewigen Duelle der deutschen Fußball-Geschichte. Wir erinnern an die ganz großen Spiele der vergangenen Jahrzehnte.

2. Dezember 1967
  1967Jahren war die Rangordnung im deutschen Fußball eine komplett andere. Bei klirrender Kälte im städtischen Stadion auf dem »Zabo-Feld« erwartete der Deutsche Rekordmeister 1. FC Nürnberg den Erzfeind und Underdog aus der Landeshauptstadt München. Wir schrieben den 16. Spieltag der Bundesliga am 2.12.1967. Die Bayern, aktueller Tabellenzweiter, reisten zum Spitzenreiter in Bestbesetzung an.  Müller, Maier, Beckenbauer, Schwarzenbeck, Roth & Co. wurden allerdings von den Gastgebern überrannt. Allein Club-Stürmer Franz Brungs (Spitzname »Goldköpfchen«) traf in dieser denkwürdigen Partie fünf Mal ins Gehäuse vom späteren Nationaltorwart Sepp Maier. Gerd Müller und Bayern-Sturmpartner Dieter Brenninger markierten wenigstens noch drei Tore, so dass die Münchner nicht komplett ihr Gesicht verlieren sollten. Schon während des Spiels herrschte grenzenlose Freude bei der Clubanhängerschaft, für die es nach dem Schlusspfiff kein Halten mehr gab. Am Ende der Saison 67/68 feierte der FCN seine 9. Meisterschaft und festigte sein Prädikat »Rekordmeister«. Bereits ein Jahr später stieg Nürnberg als amtierender Meister aus der deutschen Eliteliga ab. Der Anfang des rasanten Abstiegs eines Traditionsvereins.




25. November 1978
Schon fünf Jahre später hatten sich die Kräfteverhältnisse grundlegend verschoben. Anfang und Mitte der Siebziger Jahre fristete »des Franken liebstes Kind« ein Schattendasein in der 2. Liga. Finanzielles Chaos paarte sich mit Führungsschwäche des Präsidiums. Zeitgleich eilten die Bayern von Meisterschaft zu Europapokalsieg und konnten auf nationaler Ebene nur von der Gladbacher Borussia ernsthaft gefährdet werden. Der »Glubb« konnte erst in der Saison 78/79 nach zehnjähriger Abstinenz wieder ein Derby gegen den mittlerweile großen FC Bayern in der Bundesliga bestreiten. Auf Seiten des 1. FC Nürnberg stand an jenem 25.11.1978 ein Weltmeister auf dem Spielfeld, der bei vielen Clubfans bis heute kaum Sympathie ernten dürfte, wenn er nach Nürnberg reist: Uli Hoeneß schnürte in dieser Aufstiegssaison die Schuhe für den 1. FCN. Beim Gastspiel in München gab es für Uli und die »Clubberer« erwartungsgemäß nichts zu holen. Die Partie endete 4:0 durch Tore von Schwarzenbeck, Oblak und zweimal Breitner. Der FCN musste nach der Saison als Tabellen 17. erneut ins Unterhaus einziehen. Uli Hoeneß beendete seine Karriere als Spieler und wurde Manager bei den Bayern.

14. April 1984
In den Achtziger Jahren konnten sich die Nürnberger wieder als fester Bestandteil der Fußball-Bundesliga etablieren, auch wenn man nicht zu den Spitzenteams zählte. Eine der schlimmsten Niederlagen gegen Bayern erlebten die Franken aber nicht in der Bundesliga, sondern im DFB-Pokal Finale von 1982. Zur Halbzeit lag die Elf von Trainer Udo Klug 2:0 in Führung. Am Ende verlor der FCN noch 4:2 gegen den FCB. Die Duelle gegen den bayerischen Erzfeind sind auch wegen solch schmerzlicher Pleiten bis heute von Aggressionen auf den Rängen geprägt. »Wir wollen keine Bayern-Schweine« wurde am 14.04.1984 beinahe die komplette Spielzeit durch das Frankenstadion gebrüllt. Vor 40000 Zuschauern verlor der heimische »Glubb« nach 2:0-Führung erneut mit 4:2 gegen die Münchner Mannschaft um ihren Trainer Udo Lattek. Die Nürnberger spielten fahrlässig offensiv nach der schnellen Führung und wurden von den Bayern clever bestraft, die am Ende der Saison aber nur den 4. Platz belegen sollten. Der 1. FC Nürnberg stieg wiederum ab mit nur 14 Pluspunkten, trotz so namhafter Spieler wie Manni Bürgsmüller und Rüdiger Abramczik. Nürnbergs Fans nehmen es seit jeher mit Galgenhumor: »Der Glubb is a Depp, aber ich mog nen trotzdem«, heißt ein Sprichwort in der Frankenmetropole.



28. März 1992
Die Münchner feierten indes eine Meisterschaft nach der anderen, und lösten 1987 mit ihrem zehnten Titel den Club als Rekordmeister ab. Ende der Achtziger und zu Beginn der Neunziger Jahre konnte sich der 1. FC Nürnberg  zwar im oberen Drittel der Bundesligatabelle etablieren, doch gegen die Bayern gab es im Münchner Olympiastadion nie einen Sieg zu feiern. Bis zum 30. Spieltag der Saison 1991/92. Vielen Anhängern des 1. FC Nürnberg blieb dieser Tag bis heute unvergessen. Der alles überragende Spielmacher der Franken, »die argentinische Zaubermaus« Sergio Zarate, führte den Außenseiter mit zwei Toren, davon ein herrliches Solo zum 3:1-Sieg. Der erste Triumph in München nach über 23 Jahren für den Club. Der zweite Held an diesem Nachmittag war Torwart Andi Köpke, der in der 82. Minute einen Elfmeter von Stefan Effenberg parierte und somit den Ausgleich der Bayern verhindern konnte. Bis zum heutigen Tage war dies der letzte Sieg des 1. FC Nürnberg auf Münchner Bayern Geläuf.



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