Bayern-HSV in der Analyse

Wehrlos wie ein Boxsack

Gegen die Bayern kann man mal verlieren – aber dabei neun Gegentore einzufangen ist schon eine Kunst. Was hat der HSV falsch gemacht? Wir klären auf.

Vor dem Spiel überwog noch die Vorfreude beim HSV. Thorsten Fink und seine Spieler hofften, dass die Bayern gedanklich bereits beim Champions-League-Viertelfinale gegen Juventus Turin sind. Vollmundig sprach man davon, den Bayern zwei Tore einschenken zu wollen. Gut, das Ziel haben sie in der Tat geschafft – so hat sich das aber sicher niemand gewünscht.

Pressing ausreichend, Rest ungenügend

In den ersten drei Minuten des Spiels sah der HSV dabei gar nicht so schlecht aus. Fink ließ sein Team ein mutiges Pressing spielen: Gegen den Ball formierten sie sich in einem 4-1-3-2 und störten mit fünf Spielern in der gegnerischen Hälfte. Artjoms Rudnevs und Rafael van der Vaart setzten die Münchener Verteidiger unter Druck. Milan Badelj verfolgte währenddessen Bastian Schweinsteiger und versuchte, dessen Präsenz aus dem Spielaufbau zu nehmen. Hinter dem Fünf-Mann-Angriffskommanda sicherte Tomas Rincon ab.


Mit diesem Pressing schafften die Hamburger es, die Münchener in der eigenen Hälfte festzunageln – zumindest in den ersten fünf Minuten. Manuel Neuer hatte in dieser Phase die meisten Ballkontakte aller Spieler. Das Problem war in der Folge nicht das Hamburger Pressing; es war vielmehr das, was folgte, wenn die Bayern das Pressing umspielten. Damit ist bei einem Verein mit solch ballsicheren Spielern zu rechnen. Doch anstatt einem intelligenten Plan für diese Situationen zu folgen, herrschte beim HSV ab der Mittellinie nur noch das Chaos.

Der HSV vergaß völlig, die Räume neben Rincon zu verschließen. Anstatt nach hinten zurückzueilen und Toni Kroos unter Druck zu setzen, ließen sie ihn in den Halbräumen neben Rincon gewähren. Gerade beim 1:0 war dieses Problem zu erkennen, als Toni Kroos und Xherdan Shaqiri in den Halbräumen vollkommen frei standen (5.). Dazu agierte die Hamburger Viererkette vollkommen passiv. In fast jeder Situation verpassten Heiko Westermann und seine Kollegen den richtigen Zeitpunkt, um herauszurücken und den Gegner unter Druck zu setzen.

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