21.03.2012

Bayern-Gladbach: Das Duell der Schnick-Schnack-Schnuck-Giganten

Papier schlägt Kroos

Rekordmeister gegen Überflieger, Schere gegen Stein: Das Duell Gladbach gegen Bayern ist weit mehr als ein Fußballspiel, es ist eine epische Schlacht auf Schnick-Schnack-Schnuck-Niveau. Doch wer hat die stärkeren Nerven? Wir machen den Test!

Text:
Benjamin Kuhlhoff
Bild:
Imago

Hurra, Schere, Stein, Papier wird neuerdings nicht mehr nur auf Schulhöfen gespielt, sondern auch endlich wieder auf den Spielfeldern der Bundesliga. Der Dank dafür gebührt den Mannschaften von Gladbach gegen Bayern. Doch Achtung, hier treffen zwei Schnick-Schnack-Schnuck-Welten aufeinander. Denn was bei den Jungs vom Niederrhein noch als Zeichen ihrer Frische und Verspieltheit galt, wird den Bayern gleich als Arroganz und Hochmut ausgelegt. Da kann man schon einmal durcheinander kommen. 

Deswegen treffen sich beide Mannschaften heute Abend im DFB-Pokal-Halbfinale zur inoffiziellen Schnick-Schnack-Schnuck-Meisterschaft am Niederrhein. Wir haben vorab die wichtigsten Duelle analysiert und wissen, wer am Ende die Nase vorn hat: 

Ter Stegen gegen Neuer
Auf der Torwartposition sind die Verhältnisse klar verteilt. Während Nachwuchsmann Ter Stegen im Duell Faust gegen Faust die Nerven flattern, bleibt Manuel Neuer kühl wie ein Laster voller Schweinehälften. Zur Eröffnung wählt Neuer natürlich Papier, schließlich hat der Ex-Schalker damit ausreichend Erfahrung. Sei es ein millionenschwerer Vertrag oder »Koan Neuer«-Plakate, das alles fand Ausdruck auf jenem flächiger Werkstoff, der im Wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft besteht. Ter Stegen will den Angriff mit einer Faust abwehren, vertraut also auf den guten, alten Stein. Früh steht es 1:0 für den FC Bayern.

Dante gegen Badstuber
Paradiesvogel gegen Musterschüler, das Duell auf der Position des Innenverteidigers ist auch ein Clash der Kulturen. Dante hat in dieser Saison extrem viel dazu gelernt und verhält sich Dank Favres Schule zuallererst defensiv. Badstuber hingegen ist bekannt für seine elegante Spieleröffnung. Er sucht den Weg in die Schnittstellen des Mittelfeld und wählt die Schere. Dante verspekuliert sich allerdings und versucht mit einer hastigen Wahl das Übel abzuwenden: Papier. Pech gehabt: 2:0 für Bayern.

Jantschke gegen Lahm
Die Capitanos unter sich: Sowohl Jantschke (U21) als auch Lahm führen ihre Nationalmannschaften in der Regel als Kapitäne auf das Feld. Das zeugt von Führungsqualitäten, die beide auch im Schnick-Schnack-Schnuck-Duell nicht missen lassen. In einem unerbittlichen, aber stets fairen Duell gehen beide über insgesamt fünf Runden. Erst als Lahm schließlich die Seite wechselt und in Runde sechs mit rechts spielt, wird Jantschke nervös. Er wählt den Stein und verliert gegen das Papier, dass Lahm schnell noch aus seinem Bestseller »Der feine Unterschied« herausgerissen hat. 3:0 für die Bayern.

Nordveidt gegen Kroos
Aufgrund der beruhigenden Führung seiner Mannschaft schleicht sich bei Toni Kroos der Schlendrian ein. Das schlampige Genie versucht es mit ein paar müden Täuschungen, der Norweger Nordveidt reagiert allerdings unterkühlt. Durch geschicktes Verzögern entlockt er dem spielfreudigen Kroos dann tatsächlich einen frühzeitigen Stein. Nordveidt kontert lässig mit Papier. Das 3:1. Der Anschluss ist geschafft.

Reus gegen Ribery
Mit Spannung wird das Duell der Super-Techniker erwartet. Im höchsten Tempo hauen sich die beiden Dosenöffner die Hände um die Ohren. Das ist Schere, Stein, Papier auf Weltklasseniveau. Doch Ribery übertreibt mal wieder. Der verrückte Franzose wählt den Brunnen. Schiedsrichter Kinhöfer ahndet den unverzeihlichen Regelverstoß gnadenlos. 3:2.

Robben

Arjen Robben verlässt nach 76 Minuten motzend das Spielfeld, nachdem der Egoist mal wieder alleine Schnick, Schnack, Schnuck gespielt hat und sich dabei reihenweise selbst überrumpelt hat. Ein Totalausfall.

Hanke gegen Gomez
Hanke schwimmt derzeit auf einer Welle das Erfolgs, findet jedoch im Monsterstürmer Mario Gomez vorerst seinen Meister. Die Lebensversicherung des FC Bayern wartet geduldig auf einen Fehler des westfälischen Sturkopfes aus Hamm. Und er wartet lang, denn Hanke verlässt sich auf das, was er kann. Was folgt ist ein zähes Ringen in der Box. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein: Hanke. Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein: Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein: Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein: Gomez: Stein. Erst in der Nachspielzeit dann die Entscheidung: Gomez: Stein. Geistesblitz Hanke: Papier. 3:3! Das Spiel ist wieder offen.

Favre gegen Heynckes
Es kommt zum entscheidenden Duell zwischen den beiden Trainerfüchsen. Während im Hintergrund Uli Hoeneß versucht, den akribischen Schweizer mit einem unmoralischen Vertragsangebot in Richtung Papier zu lenken, bleibt der Taktikkönig gelassen und wählt Schere. Doch was macht Heynckes? Er winkt Hans-Jörg Butt heran und will tatsächlich kurz vor Schluss noch den Torwart wechseln. Dann besinnt er sich wieder auf das Wesentliche und wählt ebenfalls Schere. Im Borussia-Park halten 46.000 Menschen den Atem an. Schließlich ertönt ein Pfiff, Schiri Kinhöfer beendet nach 120 Minuten die Partie. Es kommt zum Golden-Schnuck. Verschärfte Regeln. Nach jeder Runde wird ein Element eleminiert. Heynckes wählt erneut die Schere, Favre auch. Mehr Spannung geht nicht. Beide wählen Stein. Der Wahnsinn. Was bleibt ist Papier. Im Stadion wird die Beleuchtung abegdunkelt. Max Eberl holt die Mundharmonika raus. Ein Showdwon der Sonderklasse. Heynckes wählt Papier. Plötzlich zückt Favre einen Stift aus dem Sakko und unterschreibt auf Heynckes Hand. Was die wenigsten wissen: Es ist ein Blankovertrag beim FC Bayern. Heynckes verlässt enttäuscht das Stadion. Gladbach siegt und reist nach Berlin. Eine wahrlich epische Schlacht.

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