16.12.2013

Bayern gegen HSV in der Spielanalyse

Mächtige Verwalter

Die Liga zittert weiter vor den mächtigen Bayern. Selbst wenn es mal nicht ganz rund läuft, wird ein Gegner wie der HSV trotzdem locker in Schach gehalten und besiegt. Unsere Spielanalyse erklärt, warum.

Text:
Philipp Pelka
Bild:
imago

Bayern begann wie gewohnt im 4-3-3, das defensiv zu einem 4-1-4-1 wurde. Mit Lahm, Kroos und Thiago war das Zentrum besonders spielstark besetzt, Lahm unterstützte dabei als tiefster Akteur immer wieder die Innenverteidiger im Spielaufbau. Bert van Marwijk schickte seine Hamburger im 4-4-1-1 in die Partie. Van der Vaart fungierte dabei manchmal als zweite Spitze, teilweise ließ er sich aber auch ins Mittelfeld zurückfallen.

Anpassungen im Mittelfeld

Dahinter agierten die Hamburger in einem kompakten Achterblock bestehend aus zwei Viererreihen. Sie versuchten, die Abstände in der Horizontalen und Vertikalen möglichst klein zu halten, was anfangs auch gelang. Lahm, Dante und van Buyten kombinierten im ersten Drittel munter um Lasogga und van der Vaart herum, was diese jedoch nicht störte. Hamburgs Doppelsechs konnte sich durch Lahms Zurückfallen komplett auf Thiago und Kroos konzentrieren und diese durch situatives Herausrücken stören.

So gelang es dem HSV, die Bayern in den ersten Minuten gar nicht erst in ihren Passrhythmus kommen zu lassen. Weil der FCB mit Pep Guardiola jedoch einen Trainer an der Seitenlinie stehen hat, der auch während des Spiels gerne umstellt und anpasst, fand man schnell eine Lösung.

Lahm, Kroos und Thiago rotierten nun stärker, sodass die klaren Zuteilungen der Hamburger durchbrochen wurden. Lahm rückte häufiger auf, van der Vaart ließ ihn gewähren. Kroos und Thiago ließen sich dafür abwechselnd in die defensiven Halbräume fallen, wo kein Hamburger Zugriff auf sie bekam – man wollte nämlich auf keinen Fall die Kompaktheit aufgeben.

Bayern drängte die Hamburger so Stück für Stück zurück, was vor allem an der Überladung des Zehnerraums lag. Mario Götze, der auf dem linken Flügel den vorerst geschonten Franck Ribery vertrat, hielt seine Position nur äußerst selten. Er zog immer wieder in die Mitte und versuchte sich zwischen Hamburgs Viererketten anspielbar zu machen. Unterstützt wurde er dabei von je zwei Akteuren aus Bayerns Mittelfeldtrio, meistens von Kroos und Lahm. Folglich musste sich die Hamburger Mittelfeldreihe noch weiter zurückziehen, was Thiago viel Raum gab. Der Spanier dirigierte das Spiel aus der Tiefe und war am Ende des Spiels wenig überraschend der Spieler mit den meisten Ballkontakten.

Führungstreffer als Vorentscheidung

Es kam, wie es kommen musste. Bayern legte sich den Gegner Zug um Zug zurecht, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen. Die Außenverteidiger Rafinha und Contento agierten sehr breit und stießen erst recht spät mit nach vorne. Dies passte sehr gut zu den Bewegungen ihrer Vorderleute. Während Götze wie erwähnt schon früh im Angriff in den Zehnerraum rückte, setzte Müller etwas später zu seinen gefürchteten Diagonalsprints in die Spitze und teilweise sogar auf die linke Seite an. Zusammen mit Mandzukic beschäftigte er so die gesamte Hamburger Viererkette. Beim Führungstor konnte man diese Aspekte sehr schön sehen. Müller verließ seine Position auf der rechten Seite und Kroos spielte einen starken Diagonalball auf den vorrückenden Rafinha. Dieser legte direkt quer auf Mandzukic, der zusammen mit Müller im Sechzehner lauerte.

 
 
 
 
 
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