30.11.2012

Bayern, Dortmund und die bösen Geister von der Säbener Straße

Planet der Affen

Bayern München kann am Samstag gegen Borussia Dortmund die bösen Geister der vergangenen Spielzeiten vertreiben. Warum das Spiel gegen Dortmund für den Möchtegern-Meister trotz Herbstmeisterschaft mit rekordverdächtigem Punktepolster die bisher wichtigste Partie der Saison ist.

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Youtube scheint ein Bayern-Fan zu sein. Suchte man bis gestern Abend beim Video-Portal von Google »DFB Pokal Finale 2012«, so bekam man lediglich folgende Fehlermeldung angezeigt: »A team of highly trained monkeys has been dispatched to deal with this situation.« Eine Eliteeinheit Affen wurde geschickt, um die Situation unter Kontrolle zu bringen? Offensichtlich wollte das Video-Portal nicht, dass irgendjemand Bayern Münchens Titelschmach der letzten Saison noch einmal nachvollziehen konnte.

Die bösen Geister der vergangenen Spielzeit

Denn trotz der omnipräsenten »schnellsten Herbstmeisterschaft aller Zeiten« (»Bild«) wird es an der Säbener Straße wohl erst nach einem Sieg am Samstagabend ruhig. Im Topspiel kann Bayern gegen Borussia Dortmund endlich die bösen Geister der vergangenen Spielzeiten vertreiben. Dass die Wunden der vergangenen Spielzeit tief sitzen, ließ ein erschöpfter Thomas Müller am Mittwoch nach dem Arbeitssieg gegen wacker kämpfende Breisgauer vom SC Freiburg durchblicken. Als ihn ein Reporter auf eine mögliche Vorentscheidung am Samstag ansprach, entgegnete er dünnhäutig: »Ich weiß noch genau wie die Medien nach der Herbstmeisterschaft der letzten Saison im Trainingslager von Katar schon von unserer Meisterfeier gesülzt haben. Es gibt immer eine Rückrunde!«

Die Bayern haben in der vergangenen Saison das zweite Mal in Folge Lehrgeld gezahlt. Und Lehrgeld liegt leider auf keinem Festgeldkonto. Das wissen die Münchener Rekordmeister inzwischen. Was am Samstag gegen Dortmund auf dem Spiel steht, ermisst sich an den fünf Niederlagen der vergangenen zwei Spielzeiten. Nicht umsonst hat Bastian Schweinsteiger, der wichtigste Spieler der Bayern, gegen den SC Freiburg eine Erholungspause von Jupp Heynckes verordnet bekommen. Schweinsteiger stand nicht einmal im Kader, obwohl er eigentlich fit gewesen wäre. Heynckes wollte seinen Führungsspieler schonen.

Schmerzhafte Stiche

Denn trotz eines Torverhältnisses von 40:5 kämpft der zum Fußballmirakel hochgejazzte FC Bayern München mit den bösen Geistern der vergangenen Saison. Zweimal brachten die Dortmunder Jungspunde die Münchener in richtungsweisenden Spielen um Erfolge. Seit zwei Jahren tanzen Spieler wie Kevin Großkreutz und Roman Weidenfeller den Bajuwaren auf der Nase herum. Die Wunden der überlebensgroßen Niederlagen sitzen tief. Und vor dem inneren Auge lief immer wieder eine Szene vom 30. Spieltag der letzten Saison ab: Subotic, der den lethargisch ins Nichts blickenden Arjen Robben nach seinem verschossenen Elfmeter im vorgezogenen Saisonfinale verhöhnt. Autsch.

 
 
 
 
 
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