Bayern - Dortmund im Positionscheck

Super Marios und Kapitänchen

Beim heutigen DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund stehen sich 22 sehr gute Fußballer gegenüber. 11FREUNDE hat genau hingeschaut und bewertet die direkten Duelle.

Philipp Lahm vs. Marco Reus
Ganz klar: Seit etwa zwei Jahren ist Marco Reus der heißeste Scheiß der Liga. Blitzschnell, teils spektakulär, eiskalt im Abschluss und dabei stets top-frisiert – Reus ist in allen Belangen ein Bilderbuch-Fußballprofi. Dem Rolls-Reus im Fuhrpark der Liga steht heute Philipp Lahm gegenüber, gewissenhaft, torungefährlich, solide und meist eher bieder frisiert – also das komplette Gegenteil von Reus. Allerdings ist Lahm auch ein herausragender Kicker und nicht umsonst seit 2010 Kapitänchen der Deutschen Nationalmannschaft. Der Rechts- wie Linksverteidiger hat schon ganz andere Gegenspieler abgekocht, Reus aber auch schon ganz andere Gegenspieler rundgemacht. Daher: Vorteil BVB.

Van Buyten und Dante vs. Robert Lewandowski
Es ist nicht eben unwahrscheinlich, dass Dante, Daniel van Buyten und Robert Lewandowki nächstes Jahr das gleiche Leibchen tragen, denn die Gerüchte um einen Wechsel des Polen zu den Bayern halten sich hartnäckig. Ebenso wahrscheinlich ist, dass alle drei Spieler darüber sehr erleichtert sein dürften. Dante spielt eine Sahnesaison, die ihm wohl nur die wenigsten zugetraut hätten. In der Führungsetage der Bayern wird sich wahrscheinlich immer noch abgeklatscht ob des Glücksgriffs aus Gladbach. Lewandowski auf der anderen Seite ist schnell, hält und verarbeitet die Bälle, hat ein gutes Kopfballspiel und ist dazu noch eiskalt vor dem Tor – viele andere Stürmer mit derart herausragenden Fähigkeiten gibt es derzeit nicht. Bliebe Daniel van Buyten. Sagen wir so: Wie der manchmal hüftsteife Belgier sich in Situationen, in denen der BVB schnell ins Angriffsspiel umschaltet, gegen Lewandowski oder die nachrückenden Reus, Götze und Blaszykowski präsentiert, könnte spielentscheidend sein. Vorteil BVB.

David Alaba vs. Jakub Blaszczykowski
Wohl dem, der solche Spieler hat. David Alaba war eigentlich etatmäßiger Mittelfeldspieler, wurde aber zum Linksverteidiger umfunktioniert und schickt sich nun an, einer der weltweit Besten seiner Zunft zu werden. Vorne gut, hinten gut, blutjung und doch erfahren. Eine seltene Kombi, die es sonst nur – wie Stuttgarts Sven Ulreich einst scherzte – auf dem Straßenstrich gibt. Alabas Gegenüber wird Jakub Blaszczykowski sein, der auf dem Spielberichtsbogen zwar defensiver geführt wird, bei Dortmunder Ballbesitz aber wohl auf seine Position im rechten offensiven Mittelfeld vorrückt. Der Pole ist alles in allem eine solide Sache, schnell, engagiert und mit gutem Abschluss – auch diese Kombi gibt es auf dem... ach, lassen wir das. In diesem Duell könnte entscheidend sein, inwieweit Blaszczykowski Alabas Offensivbemühungen eindämmen kann. Vorteil FC Bayern. 

Bastian Schweinsteiger vs. Mario Götze
Rechnet man die Marktwerte beider Spieler zusammen, kommt man auf eine Summe, mit der ein mittelgroßer Dritte-Welt-Staat saniert werden könnte. Allerdings sind beide die Kohle wert. Mario Götze ist sicherlich einer der besten und spektakulärsten Offensivspieler der Liga – wenn nicht der Beste. Sein Spielwitz und Spielverständnis sind oft zum Kopfschütteln genial, zudem ist er gnadenlos effektiv. Uli Hoeneß und Matthias Sammer rennen beim Thema Götze wahrscheinlich krachend mit den Köpfen aneinander, aus Frust darüber, dass der Junge einfach nicht bei Bayern München unter Vertrag steht. Dortmunds Nummer Zehn wird heute des Öfteren auf Bastian Schweinsteiger treffen, der unumstrittene Chef im Ring des Bayern-Mittelfeldes. Schweini ist seit Jahren überragend, trotzdem wurde vor Kurzem eine Pseudo-Debatte über seine Qualität losgetreten. Der große Olaf Thon ließ sich herab und urteilte über Münchens Parade-Sechser, dieser sei zu langsam und spiele nicht die richtigen Pässe. Schweinsteiger gab sich genervt und vermutete, Thon sei frustriert, weil er im Fußball keine Rolle mehr spiele. Wenn Schweini heute Abend ähnlich gnadenlos austeilt, fliegt er entweder vom Platz oder schüchtert Götze derart ein, dass dieser die Lust am Spiel verliert. Was dem aber wahrscheinlich noch nie passiert ist. Und auch heute nicht passieren wird. Vorteil BVB.

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