Bayern-BVB in der Spielanalyse

Der Angstgegner

Erst Mittelfeldgeplänkel, dann Strafraumspektakel: Die 11FREUNDE-Spielanalyse erklärt, warum das Topspiel lange Zeit zäh blieb und es erst in der letzten halben Stunde Torszenen gab.

Jürgen Klopps BVB ist der Angstgegner der Bayern: Seit zweieinhalb Jahren konnte der Rekordmeister nicht mehr gegen die Schwarz-Gelben gewinnen. Mit elf Punkten Vorsprung im Rücken sollte an diesem Wochenende ein Sieg her. Jupp Heynckes stellte seine Mannschaft in einem 4-2-3-1 auf. Jürgen Klopp wählte ein System, das er bereits gegen Real Madrid einsetzte: Jakub Blaszczykowsky spielte als dritter Sechser in einem 4-5-1-System.

Die abwartende, defensive Taktik der Dortmunder bestimmte die erste Halbzeit. Die Bayern verwalteten den Ballbesitz, ohne jedoch zu Chancen zu kommen. Die Mittelfeldzentrale war für sie Sperrzone, hier machten Ilkay Gündogan und Blaszczykowsky die Räume eng, während Sven Bender (Laufleistung: 13 Kilometer!) situativ herausrückte und den ballführenden Mittelfeldspieler attackierte.

Es war hauptsächlich 40-Millionen-Mann Javier Martinez zu verdanken, dass die Bayern um den Mittelkreis so gut wie keine Ballverluste hinnahmen. Seine hohe Ballsicherheit ließ das Dortmunder Mittelfeldpressing wieder und wieder ins Leere laufen. Das Problem: Wenn er sich Raum verschaffte, folgte zu selten ein schneller Pass. Schweinsteiger und Kroos, die die stärkeren Spielgestalter sind, agierten in Halbzeit Eins zu hoch und fanden somit nicht richtig ins Spiel.

Kein Risiko, keine Chancen

Die Bayern versuchten daher in der ersten Hälfte, über die Flügel den Dortmunder Mittelfeldriegel zu knacken. Klopps Elf verschob jedoch konsequent zur Seite und konnte die Flügelspieler mit bis zu vier Mann unter Druck setzen. So kam Flügelflitzer Franck Ribery selten dazu, Vorlagen in den Strafraum zu geben. Meist schaffte er es, seinen direkten Gegenspieler Lukasz Piszczek zu umkurven, spätestens beim zweiten oder dritten BVB-Verteidiger war aber Schluss. Da die Außenverteidiger zudem selten aufrückten, kamen die Bayern in der ersten Halbzeit nur selten über die Flügel in den Strafraum.



Der BVB opferte die eigene Offensive zugunsten der Defensive. Ihre abwartende Strategie bedeutete, dass weder die Außenverteidiger noch die zentralen Mittelfeldspieler aufrückten. Mario Götze und Marco Reus waren mit ihren Dribblings auf sich alleine gestellt, die BVB-Stars konnten dadurch selten glänzen. Es war für Javi Martinez somit leicht, im Zusammenspiel mit den eigenen Außenverteidigern die BVB-Stars von ihren Mitspielern zu isolieren.

Stürmer Robert Lewandowski hing hierdurch vollkommen in der Luft. Er kam nur bei langen Bällen zum Einsatz. Diese Strategie der hohen Spieleröffnung war gegen Real Madrid noch erfolgreich, die Bayern konnten diese Bälle hingegen abfangen; Chancen gab es für den BVB nur durch individuelle Fehler.

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