Bayern-BVB in der Spielanalyse

Die Fehler des Pep G.

Die gesamte Saison schon warnte Matthias Sammer seine Bayern, nun tritt seine Befürchtung ein: Mit 80 Prozent Einsatz kann der Meister keine Spiele gewinnen – erst Recht nicht gegen die perfekt funktionierende Defensive von Borussia Dortmund. Das Topspiel des Spieltags in der Analyse.

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Vor knapp einem Jahr noch war das Duell Bayern München gegen Borussia Dortmund der Höhepunkt der Fußballsaison. An diesem Wochenende war es lediglich eine Fußnote. Ein Spiel um die goldene Ananas. Und dennoch bot das an sich bedeutungslose Spiel einige interessante taktische Facetten und zeigte der Fußballwelt, dass selbst die bisher überragenden Bayern ihre Schwachstellen haben.

Die falschen Außenverteidiger

In der ersten Halbzeit ragten aus taktischer Sicht die Münchener Außenverteidiger heraus. David Alaba und Rafinha agierten nicht als klassische Flügelläufer, sondern zogen im Spielaufbau in die Mitte. In dieser Rolle als »falscher Außenverteidiger« sollten sie als Bindeglied zwischen dem abkippenden Sechser Philipp Lahm und der Offensive fungieren. Im Spielaufbau standen die Bayern dadurch oft in einer 3-2-Stellung.



Dortmund konterte die unkonventionelle Ordnung der Bayern mit einem klassischen 4-4-1-1. Die Außenstürmer achteten darauf, dass die einrückenden Außenverteidiger von ihren Mannschaftskollegen isoliert wurden und keine Pässe zu den Außenstürmern spielen konnten. Besonders Henryk Mkhitaryan ragte in seiner Rolle als Linksaußen mit seinem taktischem Verständnis heraus.

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Aber auch Dortmunds Sechser zeigten eine starke Leistung: Nuri Sahin und Sebastian Kehl rückten oft heraus und störten die Münchener im Mittelfeld. Die Dortmunder Doppelsechs fing insgesamt 16 gegnerische Pässe ab – ein sehr starker Wert.

Ballbesitz ohne Wumms

Die Bayern kamen selten am kompakten Mittelfeld der Dortmunder vorbei. Die einrückenden Außenverteidiger vermochten es nicht, die Defensive mit der Offensive zu verbinden. Zudem mangelte es durch ihre zentrale Rolle an der Breite im Spielaufbau. Dies ermöglichte es Dortmund, sehr eingerückt zu agieren, ohne Pässe auf den Flügel oder Spielverlagerungen zu ermöglichen. Nach rund einer halben Stunde kippte Bastian Schweinsteiger weiter nach hinten ab, um das Aufbauspiel anzukurbeln, allerdings fehlte er dadurch wiederum als Anspielstation in der gegnerischen Hälfte. Das Ballbesitzspiel der Bayern lief weiterhin hauptsächlich in der eigenen Hälfte ab. Die so gefürchtete Ballzirkulation, mit der sich der Meister seine Gegner bereits im zweiten Spieldrittel zurechlegt, kam im Grunde nie in Gang.

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