Augsburg-Präsident Walther Seinsch vs. USK Bayern

»Extrem aggressiv und kontraproduktiv«

Die bayrischen Spezialkräfte des »Unterstützungskommandos« (USK) genießen insbesondere unter Fußballfans einen miserablen Ruf. Nach einem Zusammenstoß zwischen USK-Beamten und Fans vom FC Augsburg beim Auswärtsspiel in Fürth Mitte Dezember 2012 bezieht Augsburg-Präsident Walther Seinsch nun Stellung gegen das »nicht selten extrem aggressive« Verhalten der Polizisten. Wir zitieren aus der offiziellen Stellungnahme und dem offenen Brief des Präsidenten.

Herr
Innenminister Joachim Herrmann
Bayrisches Staatsministerium des Inneren

Augsburg, 28.01.2013


Sehr geehrter Herr Innenminister,

der beiliegende Bericht unseres hauptamtlichen Fan-Beauftragten schildert Vorfälle, die sich vor, während und nach dem Spiel des FCA am 15.12.2012 in Fürth zugetragen haben.

Bitte gehen Sie davon aus, dass der Bericht äußerst objektiv und sehr zurückhaltend formuliert ist; ich selbst habe mit mehreren Betroffenen gesprochen, die noch Wochen nach den Ereignissen völlig entsetzt waren, dass staatliche Organe sich so verhalten können.

So ist in dem Bericht von einem »Fan« die Rede, der einen Fingerbruch erlitten und daraufhin Anzeige erstattet hat; ich kenne diesen Fan seit Jahren, bin mit ihm befreundet und bürge für ihn und seine Friedfertigkeit.

Da ich in den 12 Jahren meiner Präsidentschaft hin und wieder mit den Fans zu Auswärtsspielen gefahren bin und im eigenen Stadion oft im Fanblock stehe, kann ich aus eigenem Erfahren berichten, dass das Verhalten des USK nicht selten extrem aggressiv, provozierend und damit kontraproduktiv ausfällt.

Ich selbst habe in zwei Fällen im Stadion versucht, mich deeskalierend und vermittelnd einzuschalten; ich habe mich vorgestellt und darum gebeten, den Einsatzleiter des USK zu sprechen; in beiden Fällen wurde ich auf arrogante und ignorante Weise abgewiesen.

Wenn ich unsere bisherigen Erfahrungen mit dem USK rekapituliere, dann komme ich zu der Erkenntnis, dass die Fußball-Fans und auch normale Zuschauer als Ausbildungsobjekte (Stichwort Terrorbekämpfung) für das USK herhalten müssen und dass die Konfrontationen provoziert werden, um einen Ausbildungseffekt zu erzielen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich diesen Brief und den Bericht veröffentliche; ich möchte erreichen, dass eine objektive und unaggressive Diskussion in Gang kommt und die zuständigen Personen Abhilfe schaffen.

Mit freundlichem Gruß
Walther Seinsch
 

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