Auch Schalke feiert: Die besten Bilder

Pogo in der Ostkurve

Wie kleine Kinder tollten die Schalke-Spieler nach ihrem Pokalsieg über den Platz, auch auf den Rängen war man der Ekstase nah. Die besten Momente des Schalker Partymarathons gibt es hier in Bilderbuchformat. Auch Schalke feiert: Die besten Bilder

Brian hat ein Problem, denn Brian muss sitzen. So hat er sich sein erstes Pokalfinale im Berliner Olympiastadion sicher nicht vorgestellt. Immer wieder wandert sein Blick nach rechts, in die Ostkurve. Da wo sonst die Hertha-Atzen stehen, haben sich heute die Knappen breit gemacht. Brian brüllt in sein Telefon: »Guck mal rüber, hiiiiiiiier!« Dann setzt sich Brian wieder hin, schüttelt den Kopf. Es ist der Moment, in dem er merkt, dass er raus ist. Die Party findet ohne ihn statt.

Dabei hätte alles so wunderbar sein können. Brian ist Schalke-Fan, zumindest hat er seinen Namen auf ein Trikot der Königsblauen flocken lassen. Eine Fahne hat er auch dabei und dann natürlich die beiden Kumpels. Obwohl, einer von ihnen hat sich nach der ersten Hälfte verabschiedet, Bier holen – und ist nicht mehr wiedergekommen. »Wahrscheinlich ist er drüben«, raunt Brian seinem letzten Freund zu. Ein Griff zum Handy, niemand meldet sich.

Pogo vor der Ostkurve

5:0, selten hat eine Mannschaft ein Pokalfinale deutlicher gewinnen können. Dementsprechend glücksbesoffen taumelt die Schalker Mannschaft auch auf der blauen Olympiastadiontartanbahn umher. Hier soll heute was gehen, also ab in die Ostkurve. Brian rollt seine Fahne ein. Jeder Blick hinüber bereitet ihm körperliche Schmerzen. Denn da drüben machen Mannschaft und Fans ein richtiges Fass auf. Es werden Trikots verschenkt, es wird Pogo getanzt und es wird gesungen. Doch was da so gesungen wird, kann man nicht verstehen, weil der verdammte Stadion-DJ mit dem Abpfiff grausigen Stadionpop von Shakira bis zur Hermes-House-Band in ohrenbetäubender Lautstärke in das Rund pumpt. Hören will das keiner, das werden die Organisatoren solcher Veranstaltungen wohl nie verstehen. Waka Waka – ein effektiverer Rausschmeisser als zehn bullige Türsteher.

Brian hat sich mittlerweile immerhin bis zum Betongraben vorgekämpft hat. Die Mannschaft naht, vorneweg der Partysenor Raul und sein Pokal. Noch wenige Meter, dann sind sie da. Plötzlich schiebt sich aber ein blitzenden Kokon um den Partymob. Brians trauriger Blick prallt auf die Rücken einer wilden Fotografenhorde, irgendwo sieht man den Arm von Jefferson Farfan aufblitzen. Oder ist es Hans Sarpei? Oder doch nur ein Ordner?

Statisten ohne Bühne

Pokalparty im Stadion, das ist vor allem eine große Illusion. Die eine Hälfte der Zuschauer verschwindet auf leisen Sohlen aus dem  Stadion, weil sie verloren hat, weil sie sich sowieso nicht für Fußball interessiert, weil die Bahn in zwei Minuten kommt. Die Spieler klemmen sich vor die vollbesetzte Fankurve, der Rest verkommt zu Statisten ohne Bühne.

Als Brian schließlich das Stadion verlässt, kommt ihm sein Kumpel entgegen. »Wo warst du?«, quietscht Brian halb böse, halb im Stimmbruch. »In der Kurve. Es war soooo geil. Hast mich nicht winken sehen«, kontert sein leicht derangierter Noch-Kumpel. »Arschloch!«, sagt Brian und zieht in die Berliner Nacht. Sein Pokalparty ist zu Ende, bevor sie überhaupt angefangen hat.


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