Aspirin präsentiert:

Harte Schädel, weiche Schädel

Wer kein Blut sehen kann, sollte den folgenden Artikel und das dazugehörige Anschauungsmaterial geflissentlich ignorieren. Er handelt nämlich von mechanischer Einwirkung auf den menschlichen Schädel und deren Folgen. Aspirin präsentiert:

TV-Tüftler Jean Pütz hat uns vergegenwärtigt, wie zerbrechlich der menschliche Kopf ist, indem er eine in ihrer Konsistenz ähnliche Melone vom Balkon warf. Sie zerbarst zu einem unschönen Brei.

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Jenseits der Melonen-Experimente in WDR-Hinterzimmern zeigt uns der Fußball aufs Anschaulichste: Auch der härteste Schädel ist verletzlich.

Die Gefahr schwerer Jochbein-, Kiefer- und Nasenverletzungen besteht in nahezu jedem Zweikampf - erst recht, seit die Ellbogen dabei außer Rand und Band geraten sind. Wenn es dann kracht, werden manchmal Helden geboren – etwa als Dieter Hoeneß mit blutgetränktem Turban die Bayern zum Sieg im Pokalfinale gegen Nürnberg köpfte. Oder als der Dortmunder Matthias Sammer mit einer klaffenden Wunde an der Stirn zum Seitenrand lief, sich dort tackern ließ und schließlich wieder ins Spiel eingriff. Noch heute prangt eine Narbe über seiner Augenbraue, die jeden plastischen Chirurgen zur Verzweiflung bringen muss.

Immer wieder jedoch wird eine schwere Karambolage zum Wende- oder gar Endpunkt einer Karriere. Unvergessen der entsetzliche Zusammenstoß des Bremers Andreas Reinkes mit dem Stuttgarter Martin Stranzl, aus dem der Keeper multiple Knochenbrüche davontrug. Erst ein Jahr später feierte er sein (zwischenzeitliches) Comeback. Kaum besser erging es seinem Kollegen Petr Cech vom FC Chelsea, der nach einem ähnlichen Unfall vor anderthalb Jahren noch heute mit einem Spezialhelm spielen muss.

Zumeist sind dies bedauerliche Unfälle. Es häufen sich jedoch Verletzungen, die ihren Ursprung in einem kriminellen Akt haben: In beklagenswerte Häufigkeit werden Gegenstände von den Rängen auf das Spielfeld geworfen. So wurde FIFA-Schiedsrichter Anders Frisk bei einem Champions-League Spiel in Rom von einer Münze am Kopf getroffen, Alexander Laas bei einer Partie seines HSV von einem Trommelstock, den ein dämlicher Mensch geschleudert hatte.

Das Bild des blutüberströmten Laas in den Armen seines Kapitäns Daniel van Buyten ist in den Mythenschatz des Fußballs eingegangen und erinnert uns daran, dass wir es hier noch immer und für immer mit einem zutiefst archaischen Spiel zu tun haben. Theaterblut, soviel steht fest, wird bis auf Weiteres niemand benötigen.



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