06.01.2014

Arsenal-Tottenham in der Analyse

Ein Zeichen an den FC Bayern

Während die Profifußballer hierzulande gerade erst aus dem Winterschlaf erwachen, wird andernorts fleißig gespielt. Topspiel am Wochenende war die FA-Cup-Begegnung zwischen Arsenal und Tottenham. Eine taktische Analyse des Londoner Derbys.

Text:
Tobias Escher
Bild:
imago

Der FC Arsenal zeigte zu Saisonbeginn großartige Leistungen. Immer vorne mit dabei: Mesut Özil und Per Mertesacker, zwei Stützen des Teams. Zuletzt zeigte die Formkurve jedoch nach unten. Özil spielte im Dezember schwächer und fehlte dann verletzt. Dadurch ging auch der Vorwärtsdrang etwas verloren. Gegen große Gegner agierte Arsenal zuletzt ungewohnt passiv, gegen kleine Gegner mangelte es dem Team an Kreativität und Esprit. Manche Beobachter sahen Arsenal bereits in einer Krise. Gegen Tottenham meldeten sich die Gunners jedoch eindrucksvoll zurück.

Flexible Wechsel zwischen 4-3-3 und 4-2-3-1

Wenger verzichtete in seiner Startformation auf Lukas Podolski, Mesut Özil und Per Mertesacker, einziger Deutscher auf dem Feld war Serge Gnabry, welcher als Rechtsaußen in einem flexiblen System auflief. Arsenal wechselte immer wieder die Formation, je nachdem wie Tomas Rosicky seine Rolle interpretierte: In ruhigeren Spielphasen fiel er tief zurück auf eine Höhe mit Jack Wilshere, so dass Arsenal in einem 4-3-3 agierte. So konnten Wengers Elf das Zentrum und den Ballbesitz dominieren.

Wenn Arsenal jedoch Druck ausüben wollte, agierte Rosicky höher, so dass ein 4-4-1-1 entstand. Manchmal sprintete er aus dem Mittelfeld nach vorne, um in der vordersten Linie Druck auf Tottenham auszuüben. Rosickys Anlaufen brachte viel Unruhe in das Spiel von Tottenham, die Innenverteidiger schlugen verhältnismäßig viele lange Bälle nach vorne. Seine starke Leistung krönte Rosicky mit einer Balloberung in der 62. Minute; er schoss aus dem Mittelfeld hervor, nahm Danny Rose den Ball ab und lief alleine auf das Tor zu – das 2:0.



Auch bei eigenem Ballbesitz spielte Rosicky stark – wie eigentlich alle Spieler von Arsenal. Die Gunners zeigten eine Qualität, die ihnen in den letzten vier Wochen fehlte: das direkte Spiel nach vorne. Besonders Aaron Ramsey und Wilshere suchten stets den Pass in den Angriff, lange Ballbesitzphasen gab es kaum. Oftmals ging der Ball zwar früh verloren, allerdings rechtfertigten die wenigen Durchbrüche die Strategie. In der ersten halben Stunde hatte Arsenal zwar nur 53 Prozent Ballbesitz, konnte aber fünf große Chancen kreieren.

 
 
 
 
 
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