Dennoch: Robben hat ein Tor gemacht, das kaum einer so gut kann wie er. Es war ein Tor im Fallen. Das Tor eines, von dem selbst Experten glaubten, er, der ständig an irgendetwas laboriert oder rumnörgelt, solle es jetzt besser mal gut sein lassen mit dem Fußball.
Er schoss das Tor in leichter Rücklage, zwanzig Meter, halbrechts vor dem Tor, geschlenzt. Der Ball schlug direkt im Winkel ein, und sogar Jürgen Klopp zog den Mundwinkel nach unten und nickte mit seinem Kopf auf und ab, so wie man es macht, wenn man Anerkennung zeigen will.
Eine linke Gerade
In der 61. Minute nahm der Dortmunder Trainer dann Kevin Großkreutz vom Feld. Vor dem Spiel hieß es, dieser sei ein »Robben-Spezialist«, schließlich hatte er sich schon einige Male gegen ihn bewährt und via »Sportbild« vor zwei Jahren sogar Kritik an dessen Kleidungsstil geübt.
Nach dem Schlusspfiff sackte Arjen Robben auf die Knie und trommelte auf den Rasen. Er sah ein bisschen aus wie ein Boxer, den man angezählt hatte, und der im Moment, als die Zuschauer sich bereits auf den Nachhauseweg machen, mit einer linken Geraden vom Boden aus zurückgekommen war.
»Wir haben die Vormachtstellung zurück«
Uli Hoeneß saß derweil auf der Tribüne und sagte: »Mit diesem Sieg haben wir die Vormachtstellung in Deutschland zurück.« Arjen Robben, der Trommler auf dem Rasen, hatte alles wieder in die richtige Ordnung gebracht. Es gibt wenig, was mehr zählt in München.
Und als sich Robben wieder aufgerappelt hatte, lief er zur Fankurve. Dann verzog sich sein Gesicht und nun schrie auch er wütend in den Münchener Himmel. Doch nicht, weil er wusste, dass sein Trainer Jupp Heynckes am kommenden Sonntag im Ligaspiel doch wieder auf Müller oder Ribery zurückgreifen könnte. Er hatte erfahren, dass er zur Dopingprobe musste.