01.04.2012

Aprilscherz: Wegen Verstoß gegen DFB-Fairness-Kodex

DFB-Urteil: BVB droht Punktabzug

Vor zwei Wochen verhöhnten Dortmunder Profis ihre Gegner aus Fürth, am Freitag waren die VfB-Spieler dran. Nun schritt der DFB ein und verhandelt einen möglichen Punktabzug für den amtierenden Meister. Uli Hoeneß spricht von Gerechtigkeit.

Text:
Benjamin Kuhlhoff
Bild:
Imago

Frankfurt/Main - Paukenschlag im Meisterschaftsendspurt: Dem derzeitigen Tabellenführer Borussia Dortmund droht offenbar noch in der laufenden Saison ein Punktabzug. Als Grund wird wiederholte Respektlosigkeit gegenüber Gegnern genannt. Nach Meinung des Deutschen Fußball soll der amtierende Deutsche Meister sofort empfindlich bestraft werden, um so ein deutliches Zeichen für mehr Fairneß im Fußball zu setzen.

Am Samstagabend leitete das DFB-Sportgericht im Rahmen einer Sondersitzung ein Ermittlungsverfahren gegen Borussia Dortmund ein. Nun droht dem Tabellenführer tatsächlich der Abzug eines Punktes in der laufenden Meisterschaft. Der Grund: Nachdem der BVB mit hämischem Jubel im Anschluss an das DFB-Pokalhalbfinale gegen Greuther Fürth bereits vom DFB gerügt worden war, fielen einige BVB-Spieler auch nach der Freitagabend-Partie gegen den VfB Stuttgart erneut unangenehm auf. So sollen die Spieler nach dem 4:3-Führungstreffer des BVB durch Ivan Perisic erneut durch abfällige Gesten in Richtung der Stuttgarter Spieler und Fans auffällig geworden sein. »Wegen dieses wiederholten Verstoßes gegen den DFB-Fairness-Kodex ist der Verband nun zum Handeln gezwungen. Die Mannschaft des BVB ist ein Vorbild für viele Jugendliche in Deutschland und muss sich dieser Funktion bewusst sein«,  sagte der Vizepräsident des DFB-Sportgerichts Gerhard Vornhölter im Anschluss an die erste Sitzungsrunde in Frankfurt und ergänzte: »Ich gehe von einer harten Strafe für Borussia Dortmund aus.«

Geldstrafe festgelegt, Punktabzug droht

Dem BVB droht nun eine drakonische Strafe: Neben einem möglichen Punktabzug wurde per sofort eine Geldstrafe von 250.000 Euro verhängt. Das Geld soll der Klub für einen wohltätigen Zweck spenden. Die Klubverantwortlichen des BVB reagierten entsetzt, waren aber zu keinem öffentlichen Statement bereit. Derzeit berät Manager Michael Zorc zusammen mit BVB-Präsident Reinhard Rauball und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke über das weitere Vorgehen des Klubs. Als sicher gilt, so heißt es aus Vereinskreisen, dass man ein mögliches Urteil anfechten werde. 

Die Spieler gehen derweil über  soziale Netzwerke in die Offensive. Kevin Großkreutz meldete sich noch in der Nacht mit dem Slogan »Fußballspieler sind keine Verbrecher« via Twitter. Darunter ergänzte er: »...außer Spieler aus Herne-West.«



Kevin Großkreutz demonstriert via Twitter (Bild: Twitter)

Zur Vorgeschichte: Nach dem Sieg im DFB-Pokalhalbfinale gegen Greuther Fürth hatten die Dortmunder ihrer Schadenfreude freien Lauf gelassen. Schon am Tag nach dem Spiel wurde publik, dass in der BVB-Kabine Schmähgesänge gegen Greuther Fürth angestimmt worden sein sollen. So sollen Großkreutz, Weidenfeller und Co. minutenlang »Torwartwechsel, Torwartwechsel, hey, hey!« durch die Gänge der Trolli-Arena gerufen haben. Sie spielten damit auf Fürths Trainer Mike Büskens an, der in der 118. Minute Torhüter Jasmin Fejzic eingewechselt hatte. Dieser kassierte keine 120 Sekunden später ein äußerst unglückliches Gegentor. Fürth war ausgeschieden.  

Klopp: »Es wurde schon schlimmer gejubelt.«

SpVgg-Manager Rachid Azzouzi hatte noch am Abend von den Gesängen berichtet. Doch noch Tage danach wurde der Eklat von BVB-Seite heruntergespielt. »Es wurde schon schlimmer gejubelt in der Geschichte des Fußballs – nur waren da nicht so viele Kameras dabei«, sagte etwa Jürgen Klopp. Erst in dieser Woche wurde verschiedenen Nachrichtenagenturen ein Video jener ausufernden Kabinenfeier zugespielt. Hier der Mitschnitt im Original: 

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