Angeberzahlen zur Sommerpause – Teil 5: Europapokal

Europäische Weltklasse

Fünfter und letzter Teil unserer »Angeberzahlen«-Reihe: der Europapokal. Wie alt war Laurent Blanc bei seinem Rekordtor? Wie häufig stand Marcello Lippi in einem Finale? Und wann drehte Bayer Uerdingen den Spieß um?

48 Gegentore. In sechs Spielen! Esportiu Principat aus Andorra ist der erfolgloseste Klub der Europapokal-Geschichte. Immerhin gelang den Schießbuden-Besitzern ein Tor – beim 1:8 im Rückspiel gegen Ferencvaros Budapest. (Hinspiel 0:6) Auf den weiteren letzten Plätzen der ewigen Tabelle: Rabat Ajax (Malta), Ettelbruck (Luxemburg), Dudelange (Luxemburg) und Cliftonville (Nordirland).

Schlappe 5438 Kilometer Anreise musste der Tross von Cardiff City 1968 zurücklegen, um im Europapokal der Pokalsieger gegen Torpedo Moskau antreten zu können. Weil der russische Winter das Spiel in Moskau unmöglich machte, bat man die Waliser nach Taschkent, der heutigen Hauptstadt von Usbekistan.

Gleich viermal standen Marcello Lippi und sein spanischer Trainerkollege Miguel Munoz im Finale des Europapokals der Landesmeister bzw. der Champions League. Während Lippi (1996, 1997, 1998, 2003, jeweils mit Juventus Turin) lediglich einmal (1996) gewinnen konnte, brachte es Munoz (1960, 1962, 1964, 1966, jeweils mit Real Madrid) auf zwei Siege (1960, 1966) und zwei Niederlagen.

Wahnsinn. Jeweils achtmal standen Francisco Gento (Real Madrid) und Paolo Maldini (AC Mailand) in einem Europapokal-Finale. Wir verneigen uns.

Wir kennen Laurent Blanc als den Glatzenküsser und Weltmeister von 1998. Aber der Franzose hat noch mehr zu bieten: Mit 36 Jahren, elf Monaten und vier Tagen ist er der älteste Europapokal-Torschütze der Geschichte. Ein Rekord, der beim gegenwärtigen Jugendwahn wohl noch etwas Bestand haben dürfte. Miroslav Klose, übernehmen Sie!

Süß: 16 Jahre und 87 Tage war Celestine Babayaro alt, als er am 24. November 1994 für den RSV Anderlecht auflief. Jünger war noch kein Spieler in der Champions-League-Geschichte.

Die 58. Minute war bereits gespielt, als Bayer Uerdingen im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger 1986 zu einer irrwitzigen Aufholjagd ansetzte und Dynamo Dresden im »Größten Spiel aller Zeiten« (11FREUNDE, hüstel….) noch mit 7:3 besiegte. Schönster Satz des Abends: »Ich bin ganz schwindelig vor Glück.« (Wolfgang Funkel)

5000 Mark sollte jeder Spieler des FC Bayern als Siegprämie beim Spiel gegen Dynamo Dresden anno 1973 einstreichen. Eigentlich. Weil seine Truppe aber gegen den Klassenfeind zur Pause mit 1:2 zurücklag, verdoppelte Bayern-Präsi Wilhelm Neudecker noch beim Pausentee die Prämie auf 10.000 Mark. Die harte Währung half: Bayern gewann mit 4:3.

16 Neulinge in Sachen Flugerfahrung hatte Borussia Mönchengladbach mit an Bord, als man 1960 zum Spiel gegen die Glasgow Rangers aufbrach, um als erste Mannschaft Deutschland im Europapokal der Pokalsieger zu vertreten. Gegen die Schotten ging die Borussia schließlich mit 0:8 unter.

Geschlagene 40 Minuten kreisten die Spieler von Eintracht Braunschweig 1967 in ihrer Chartermaschine über dem Wiener Flughafen. Dann riskierte der Pilot bei dichtem Nebel die Landung, verfehlte aber die Rollbahn – das Flugzeug stoppte erst auf einer Wiese. Die kreidebleichen Spieler verlangten für die Rückreise nach dem Match bei Rapid einen Linienflug.

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