Angeberzahlen zur Sommerpause – Teil 3: Testspiele

Die 26. Minute

Wie lange benötigte Lukas Podolski für sein Rekord-Tor gegen Ecuador? In welcher Minute schoss Assaf Mendes das schönste Eigentor der vergangenen Jahre? Und wann verließ Kevin-Prince Boateng angewidert den Platz? Unsere Angeberzahlen, Teil 3: Testspiele.

1 Nasenbeinbruch zog sich 1860-Stürmer Daniel Bierofka im Januar 2013 während eines Testspiels gegen den VfR Aalen zu. Nicht etwa, weil sich der Angreifer todesmutig mit einem Flugkopfball ins Getümmel geworfen hatte – Schiedsrichter Robert Hartmann erwischte Bierofka bei einer Körperdrehung so unglücklich mit dem Arm, dass der mit zerhauenem Riechkolben ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Immerhin: die Münchener gewannen das Spiel mit 3:1.

Exakt 9 Sekunden benötigte Lukas Podolski für sein Tor im Testspiel der DFB-Elf gegen Ecuador, nie zuvor war einem deutschen Nationalspieler ein schnellerer Treffer gelungen. Für den Weltrekord reichte das allerdings nicht: die 8,33 Sekunden von San Marinos Davide Gualtieri im WM-Qualispiel 1993 gegen England sind bislang noch einsame Spitzenklasse.



Lediglich 60 Minuten sollte das Freundschaftsspiel zwischen Maccabi Haifa und Dynamo Kiew im Januar 2012 dauern, darauf hatten sich beide Mannschaften vor dem Match geeinigt. Grund: extrem starke Windböen, die ein normales Spiel nahezu unmöglich machten. Für Maccabi-Torwart Assaf Mendes 60 Minuten zu viel. Beim 0:5 seiner Mannschaft gelang ihm das vielleicht schönste Eigentor der vergangenen Jahrzehnte. Eine besonders starke Böe erfasste einen Abschlag des Torwarts und bugsierte den Ball ins eigene Netz. Muss man auch erstmal schaffen.



3:0 endete 2009 ein Testspiel zwischen Bahrain und Togo. So weit, so langweilig. Kurios aber, was sich Monate nach dem Spiel herausstellte: die angebliche Nationalauswahl von Togo war ein einziger großer Schwindel! Ein Vermittler hatte Bahrain das Spiel gegen die angebliche Landesauswahl verkauft und zum vereinbarten Zeitpunkt eine zusammengewürfelte Truppe geschickt. »A completly fake«, urteilte Seiyi Memene, der Vorsitzende des togolesischen Fußballverbandes. So weit, so spektakulär. Bleibt nur die Frage: Wie hatte es diese gefälschte Nationalmannschaft geschafft, lediglich drei Gegentreffer zu kassieren?

Was geschah nur in der Air-Berlin-Maschine 8682 von Hamburg nach Zürich? 70 Minuten beträgt die durchschnittliche Flugzeit, 70 Minuten, die Hamburgs Paolo Guerrero 2011 so zugesetzt haben müssen, dass er das Testspiel seiner Mannschaft gegen den FC Luzern kurzfristig absagen musste. Fachmännische Erklärung von Trainer Michael Oenning: »Paolo hat wegen seiner Flugangst wohl so verkrampft gesessen, dass er Druck im Oberschenkel bekommen hat – dort, wo er schon verletzt war.«

26 Minuten dauerte die Partie zwischen dem italienischen Viertligisten Pro Patria und dem AC Mailand im Januar 2013. Dann entschied sich Milan-Profi Kevin-Prince Boateng, die immer lauter werdenden »Affenrufe« von Teilen des Publikums nicht mehr zu länger zu ertragen und zeigte den Rassisten auf seine Art den Mittelfinger: Er verließ einfach den Rasen. Seine Kollegen folgten ihm. Eine spektakuläre Aktion, für die Boateng anschließend von fast allen Seiten Zustimmung fand. Zweieinhalb Monate später saß Boateng vor der UN und hielt eine beeindruckende Rede zum Thema Rassismus.



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