13.07.2014

Angeberwissen: Argentinien

Nudeln, Pfeifchen, Lahmärsche

Wer könnte für Status Quo sterben? Wann kommt Palacios’ Rattenschwänzchen ab? Und wer liest »50 Shades Of Grey«? Das große Angeberwissen rund um den argentinischen Kader.

Text:
Bild:
imago

Trainer: Alejandro Sabella
Der Sozialist mit dem wenig schmeichelhaften Spitznamen »Pachorra«, der Lahmarsch, wurde einst als Maradona-Ersatz auserkoren: 1978 wechselte der offensive Mittelfeldspieler zu Sheffield United, nachdem sich der Verein vergeblich um Maradona bemüht hatte. Später verdiente sich Sabella als Trainer großen Respekt, als er 2009 mit Estudiantes de La Plata die Copa Libertadores gewann.

1 - Sergio Romero
Im Halbfinal-Elfmeterschießen parierte er gleich doppelt gegen die Niederländer – es ist eine Ironie der Geschichte, dass Louis van Gaal ihm zu seinen Zeiten beim AZ Alkmaar höchstselbst das Halten von Elfern beibrachte. Dabei half ihm zudem ein Spickzettel, dessen Inhalt er bis nach dem Finale geheim halten will. Romero, mittlerweile Ersatzmann beim AS Monaco und stattliche 1,92 Meter groß, hört auf den Namen »Chiquito«, der Kleine. Gut, das ist eine Frage der Relation: Seine beiden größeren Brüder spielen Basketball.

2 - Ezequiel Garay
Der Innenverteidiger gilt als einer der torgefährlichsten Defensivleute der portugiesischen Liga: Für Benfica Lissabon wuchtete er den Ball in 78 Spielen gleich neunmal ins Netz. Garay ist mit dem spanischen Model Tamara Gorro verheiratet und zelebriert seine Ehe mit beinahe täglichen Liebesbekundungen über Twitter.

3 - Hugo Campagnaro
Campagnaro ist der Spätzünder der Argentinier: Erst mit 27 Jahren wechselte er nach Europa, sein Debüt im Nationalteam gab er mit 31. Am Ende der Karriere geht es zudem auch in Sachen Vereinsrenommee steil nach oben, Inter Mailand verpflichtete den Innenverteidiger im beinahe biblischen Alter von 33.

4 - Pablo Zabaleta
Gerade wurde der Dauerläufer zum »Spieler der Saison« bei Manchester City gewählt. Kein Toure, kein Agüero, nein, Zabaleta. Vielleicht liegt es an seinem Musikgeschmack. Zabaleta ist großer Status-Quo-Fan, sein Lieblingslied ist »Whatever You Want«.

5 - Fernando Gago
Richtig glücklich war Fernando Gago während seiner Zeit bei Real Madrid nie. Zwischen 2007 und 2012 wurde er entweder verliehen oder pendelte zwischen Bank und Spielfeld. Für sein ausgeprägtes Literatur- und Kunstinteresse war Madrid dennoch die richtige Wahl: Angeblich war der erste Programmpunkt nach seiner Ankunft ein Besuch im Prado.

6 - Lucas Biglia
Der defensive Mittelfeldmann sah zu Beginn seines Engagements beim RSC Anderlecht zwar aus wie Fernando Torres mit riesiger Zahnspange, kämpfte sich dennoch bis ins Kapitänsamt. Vor einem Jahr gestand Biglia in einem Interview: »Ich war am Rand zur Depression. Sie haben mir alle möglichen Medikamente verschrieben. Ich habe jetzt jetzt verstanden, dass es mehr im Leben gibt als Fußball.«

7 - Ángel Di Mariá
Der Außenstürmer spielte eine Wahnsinnssaison bei Real Madrid. »Fideo«, die Nudel, nimmt auch weiterhin kein Blatt vor den Mund, wenn es um seine berufliche Zukunft geht: »Es tut weh, wenn du immer das Beste für deinen Klub gibst und dann hören musst, dass sie dich nach Tottenham verkaufen wollen.« Eine Rechnung offen hat di Mariá mit seinem Ex-Benfica-Mannschaftskollegen David Luiz: Der ließ di Mariá einmal auf offener Straße festnehmen, nachdem dieser angeblich eine Frau mit seinem Sportwagen angefahren hatte. Natürlich lief die versteckte Kamera mit.

8 - Enzo Pérez
Mit Benfica Lissabon im Europa-League-Finale, frisch gekürter »Spieler des Jahres« in der portugiesischen Liga. Ist es ein Wunder, dass Transferkrake Manchester United an Pérez interessiert ist?

9 - Gonzalo Higuaín
Der Stürmer spielt eine unglückliche WM, erst ein Tor steht bei ihm auf der Habenseite. Geboren wurde Higuaín in Brest, er besitzt sowohl den argentinischem als auch den französischem Pass. Sein Vater Jorge machte über 100 Spiele für River Plate und wird wegen seiner großen Nase »Pipa«, die Pfeife, gerufen. Und Gonzalo? Natürlich, »Pipita«, das Pfeifchen.

10 - Lionel Messi

Was soll man zu Messi noch schreiben? Die Sache mit der teuren Hormonbehandlung? Jene Geschichte über seinen ersten Vertrag, festgezurrt auf einer Serviette? Oder sein Fußabdruck in Gold, der über fünf Millionen Dollar für Fukushima-Opfer einbrachte? Alles schon gelesen. Berauschen wir uns lieber an aktuellen Statistiken: Messi ist von allen Spielern mit sechs Einsätzen bei dieser WM am zweitwenigsten gelaufen: 51,9 Kilometer. Nur der brasilianische Publikumsliebling Fred kommt mit 47,2 Kilometern auf einen niedrigeren Wert – allerdings war der Brasilianer auch 98 Minuten weniger auf dem Platz als der viermalige Weltfußballer.

 
 
 
 
 
12
Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden