22.01.2013

Ajax muss 10.000 Euro Strafe für Anti-Scheich-Banner zahlen

Das Uefa-Glücksrad

Die Uefa belegte Ajax Amsterdam mit einer Geldstrafe von 10.000 Euro. Der Grund: Fans hatten beim Champions-League-Spiel gegen Manchester City ein »provokantes« Banner gezeigt. Ein Kommentar über die Absurdität von Strafen.

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ajaxlife.nl

Manchmal ist die Uefa gnadenlos. Als Nicklas Bendtner im EM-Spiel gegen Portugal seine Unterhose entblößte, müssen einige Funktionäre regelrecht Schnappatmung bekommen haben. Denn auf dem Bund der Hose stand der Name einer Wettfirma. Tags darauf verhängte der Verband gegen den Spieler eine Strafe von 100.000 Euro. Rio Ferdinand twitterte danach: »Uefa, meinst du das ernst? Alle Rassismus-Strafen zusammen ergeben nicht diese Summe.«
 
Das stimmt so natürlich nicht. Trotzdem wirkte diese Summe astronomisch im Vergleich zu Strafen, die die Uefa in den Tagen und Monaten zuvor wegen rassistischen Verhaltens aussprach. Dabei ist die Uefa stets vorne mit dabei, wenn es um Initiativen und Slogans gegen Rassismus geht.

»Nicht verantwortlich für gesellschaftliche Entwicklungen«
 
Wenn es allerdings konkret wird, ist das Problem keines, das die Uefa lösen kann oder will. Vor der EM 2012 tobte etwa Michel Platini, weil Mario Balotelli ankündigt hatte bei rassistischen Schmähungen den Platz zu verlassen. »Denken Sie, ich bin verantwortlich für die Rassisten in Europa, in England oder Frankreich?«, sagte er in einem Interview mit dem »Guardian«. Und dann: »Wir sind nicht verantwortlich für gesellschaftliche Entwicklungen.«
 
Als die holländische Mannschaft ihr erstes Training in Krakau abhielt, wurden ihre dunkelhäutigen Spieler von polnischen Fußballanhängern mit rassistischen Schmähungen bedacht. Die Uefa dementierte die Berichte zunächst und behauptete, die Rufe hätten keine politische Motivation gehabt.

Strafen – wie mit dem Glückrad erdreht
 
Erst als sich Mark van Bommel im »De Telegraaf« zu Wort meldete (»Wir haben die Affenlaute gehört und wir können das nicht akzeptieren«), kündigte der Verband eine Untersuchung des Falles an. Später im Turnier verhängte man noch eine Strafe gegen die kroatischen Fans wegen rassistischer Gesänge im Spiel gegen Italien mit einer Geldstrafe von 80.000 Euro. Eine Summe, die erscheint wie mit dem Glückrad erdreht. Dennoch möchte man meinen: Mehr als nichts. Allerdings betrug die Strafe immer noch 20.000 Euro weniger als die, die Bendtner für seine Unterhosen-Lappalie berappen musste.
 
Immerhin hat Michel Platini seine Meinung bezüglich Spielern, die nach rassistischen Vorfällen den Platz verlassen, überdacht. Gestern, zwei Wochen nachdem Kevin-Prince Boateng im Testspiel gegen Pro Patria wegen rassistischen Schmähungen den Platz verlassen hatte, sagte er: »Das ist wunderbar, das hat mir wirklich sehr gut gefallen.« Michel Platini widersprach damit Sepp Blatter, der die Aktion von Boateng missbilligte.

 
 
 
 
 
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