22.01.2014

800 Fans beim Training – Siegener Sozialromantik

Überraschungsbesuch

Der Regionalligist Sportfreunde Siegen steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Also schauten fast tausend Anhänger zum Aufmuntern beim Training vorbei.

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CST Medien

Wenn Fußballfans überraschend beim Training ihrer Mannschaft vorbeischauen, ist das oft kein gutes Zeichen. In der Regel wird dann nämlich gegen schlechte Leistungen protestiert und mit pathetischen Plakaten mehr Einsatz von den Spieler gefordert. Als sich jedoch am vergangenen Mittwoch, bei Nebel und Kälte über 800 Fans am Trainingsplatz der Sportfreunde Siegen einfanden, war das ganz im Gegenteil ein Zeichen der Solidarität.



Die hat der Regionalligist derzeit ziemlich nötig, dem Klub ist der langjährige Hauptsponsor Manfred Utsch abgesprungen, der über Jahrzehnte den Großteil des Jahresetats abgedeckt hatte. Die Suche nach neuen Geldgebern gestaltet sich schwierig. Ende des Monats soll ein Runder Tisch mit Vertretern von Stadt und Wirtschaft neue Möglichkeiten ausloten. Auch ein neuer Trikotsponsor wurde bereits gefunden, die »Südwestfalen Agentur«, ein Verbund mittelständischer Unternehmen aus der Region.

Eine opulente Pyroeinlage – von der Vereinsführung genehmigt

Dennoch werden die kommenden Monate ein Ritt auf der Rasierklinge, was nun die Anhänger zur einigermaßen spontanen Stippvisite am Trainingsgelänge veranlasste.

Und so versammelten sich 800 Anhänger auf den Stufen, applaudierten, sangen und nebelten nebenbei den Platz mit einer opulenten pyrotechnischen Darbietung ein. Die hatte der Klub ausdrücklich genehmigt, wie Geschäftsstellenleiter Jens Schneider betont: »Wir freuen uns wirklich sehr, dass so viele Fans gekommen sind. Das gibt dem Klub natürlich Rückenwind.« Ähnlich gerührt zeigt sich auch Bürgermeister Steffen Mues: »An einem stinknormalen Trainingsabend kommen so viele Fans. Das zeigt mir, dass das kein normaler Verein ist.«

 
 
 
 
 
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