5 Gründe, warum Otto Rehhagel jetzt Hertha rettet

Beate und die Siegessäule

Kann Otto Rehhagel, der große alte Mann des deutschen Fußballs, tatsächlich die angeschlagene alte Dame Hertha retten? Ja, sagen die Rehhagel-Experten von 11FREUNDE und nennen gleich fünf gute Gründe, warum Berlin jetzt endlich wieder jubeln darf. 5 Gründe, warum Otto Rehhagel jetzt Hertha rettet

1.
Er ist ein alter Herthaner!

Richtig gehört, vor fast 50 Jahren (!), pünktlich zum Start der 1963 eingeführten Bundesliga, machte sich das Abwehrtalent von Rot-Weiss Essen auf in die große Stadt. RWE kassierte satte 10.000 DM Ablöse, Hertha BSC freute sich über einen kernigen Malocher. Wir zitieren aus der Otto-Rehhagel-Biografie von Norbert Kuntze: »Bis dahin habe ich mit meiner Mutter zusammen in kleinen Verhältnissen in Essen gelebt. Jetzt ging´s hinaus in die große weite Welt. Ich sehe mich noch heute mit meinem VW am Theodor-Heuss-Platz stehen, die Straße hinunterschauen zur Siegessäule und höre mich zu mir selbst sagen: ´Otto, jetzt geht´s los!´« Wenn sich der König auch nur ein Fünkchen Vorfreude bewahrt hat, dann wird Hertha Deutscher Meister 2013!

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2.
Seine Frau Beate!

Kein Scherz: Beate Rehhagel ist die vielleicht mächtigste Trainerfrau in der deutschen Fußballgeschichte. Sie war es, die ihrem Mann nach einem Kaffeekränzchen mit Mario Basler die Verpflichtung des schlampigen Genies empfahl (»Der ist in Ordnung«), sie war es, die sich bei bislang jeder Trainerstation ihres Gatten um die Spielerfrauen kümmerte (und damit für Frieden, Freude und manchmal auch für Eierkuchen sorgte), sie ist es, die der König einst als seine Haus- und Hofberaterin bezeichnete (Zitat Beate Rehhagel: »Ist das nicht eine wunderschöne Liebeserklärung?«). Und sie ist es auch, die Otto immer wieder daran erinnert, welch schöne Berufung er doch besitzt. Auf die Frage der »Bild«-Zeitung an Heiligabend 2003 (!), wie sich das Paar denn wohl privat ansprechen würde, antwortete Beate doch tatsächlich: »Ich ihn mit ´Trainer´. Das ist einfach mein Respekt vor seiner Arbeit.« Wie das wohl im Alltag klingen mag? »Trainer, du hast schon wieder die Zahnpastatube nicht zugeschraubt!«

3.
Sein Sohn Jens!

»Papa, das solltest Du machen. In ein oder zwei Jahren macht dir niemand mehr ein Angebot.« Es sollen die klaren Worte von Sohnemann Jens gewesen sein, die den König zur Rückkehr nach Berlin bewegt haben sollen. Guter Mann, dieser Jens. Spielte einst ganz passabel Fußball (u.a. zu Zeiten Rehhagels an der Weser in der zweiten Mannschaft von Werder Bremen), arbeitet heute als Nachwuchsleiter bei Hannover 96. Übrigens als »Dr. Rehhagel«. Für alle Freunde am unnützen Fußballwissen – so lautet der Titel seiner Dissertation an der Sporthochschule Köln: »Entwicklung einer Testbatterie zur Diagnostik und Steuerung der Schnelligkeit im Sportspiel Fußball«. 134 Probanden aus der Bundesliga mussten dafür herhalten, ob David Odonkor dabei war, wissen wir leider nicht. Kleiner Zusatzschwank am Rande: Der »Welt« erzählte Sohn Jens im Dezember 2011, wie die Familie mit der störenden Popularität von Papa Otto umging: »Als wir mal auf die Kirmes gehen wollten, hat sich mein Vater von einer Maskenbildnerin am Theater eine Maske machen lassen – mit Vollbart und streng nach hinten gegelten Haaren. So konnten wir ungestört Karussell fahren.« Kacke, hätten wir auch eigentlich unter Punkt 4: »Seine Phantasie!« bringen können...

4.
Er hat schon vor 40 Jahren einen Traditionsverein vor dem Abstieg gerettet!

Saarbrücken? Offenbach? Bremen? Dortmund? Bielefeld? Düsseldorf? München? Kaiserslautern? Griechenland? Alles falsch. Seine ersten Sporen als Retter verdiente sich der 73-Jährige bereits 1972, als er, noch für den 1. FC Kaiserslautern aktiv, den abstiegsbedrohten FV Rockenhausen übernahm und heldenhaft vor dem Abstieg rettete. »Das war ein wunderbarer Augenblick für mich«, erinnerte sich der König einst selig im Interview mit der »Berliner Zeitung«. Aufatmen, Hertha! Muss man unbedingt erwähnen, dass dieses Rockenhausen 1972 in der A-Liga spielte? Eher nicht.

5.
Seine Menschenkenntnis!

»Otto Rehhagel«, sagt 11FREUNDE-Kolumnist und Rehhagel-Schüler Uli Borowka, »hat für seine Mitmenschen einen sechsten Sinn.« Stimmt schon, König Otto ist noch mit jedem Spielertypen zurecht gekommen. Mario Basler war ein Wunderknabe, hasste es aber zu trainieren? Kein Problem. Otto schickte Mario mehrmals in der Woche zum Arzt, Basler dankte es, fuhr zwar mit Kippe im Mundwinkel einen Schlenker am Trainingsplatz vorbei, um die Kollegen zu ärgern, schoss dann am Wochenende aber auch die entscheidenden Buden. Aus dem gemütlichen Olaf Marschall formte Rehhagel einen der besten Torjäger der späten Neunziger. Aus Griechenland machte er einen Europameister. Und aus Bücherwurm Marco Bode einen recht passablen Fußballer. Zitat: »Marco, nun lassen Sie mal Ihre Bücher. Legen Sie sich lieber einen Fußball ins Auto – und wenn Sie an eine rote Ampel kommen, steigen Sie aus und halten den Ball zehnmal hoch.« Bei Bode hat´s gewirkt, da dürfte Hertha doch wohl kein Problem sein. Oder?


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