25 Dinge über Weihnachtsfeiern

Schande der Besoffenen

Robin Hood und Roberto Blanco: 25 Dinge über Weihnachtsfeiern!

1.
Beginnen wir mit den Regeln für Weihnachtsfeiern, die jeder gute Berufsratgeber bereithält: 1. Halten Sie sich beim Alkohol zurück. 2. Vermeiden Sie das Ansprechen von Konflikten am Arbeitsplatz und reden Sie nicht über »sensible« Themen wie Gehaltserhöhung, Firmenpolitik, Kündigungen. 3. Seien Sie vorsichtig mit Flirts. Diese werden immer beobachtet und machen Sie schnell zum Objekt von Klatsch.

2.
Franz Beckenbauer hatte zumindest die dritte Regel noch nicht verinnerlicht, als er auf der Weihnachtsfeier 1999 mit der Sekretärin Heidrun Burmester anbandelte. Manager Schwan dementierte wunderschön, was nicht mehr zu dementieren war: »Franz Beckenbauer und die verleumdete Dame, die so genannte Mutter, die es gar nicht gibt, werden das beide dementieren!«

3.
Ärger mit der Etikette gab es auf der Weihnachtsfeier des FC Bayern im Jahr danach. Kapitän Stefan Effenberg war in Cowboy-Stiefeln und Lederhose zum Fest erschienen. Da raunzte Präsident Franz Beckenbauer: »Wenn ich zu einer Weihnachtsfeier gehe, trage ich Sakko, Hemd und Krawatte.« Effenberg nahm es gelassen: »Wenn das einem nicht passt, dann ist mir das scheißegal. Das können Sie ruhig schreiben.«

4.
Wobei Stefan Effenbergs Räuberzivil noch vergleichsweise unauffällig daherkam, vergleicht man es mit dem bizarren weißen Pelz, mit dem der Brasilianer Alex Alves bei der Weihnachtsfeier seines Arbeitgebers Hertha BSC auflief. Das plüschige Monstrum sorgte noch Tage später für Gesprächsstoff in der Mannschaft und auf dem Boulevard.

5.
Einen anderen Verstoß gegen die Etikette leistete sich der brasilianische Keeper Marco Ambrosio von den Grasshoppers Zürich. Der plauderte während der Vorführung eines Zauberers ungerührt mit seinen Mannschaftskollegen, worauf er von Task-Force-Chef Walter A. Brunner des Saales verwiesen wurde. Was Brunner nicht geahnt hatte: Die komplette 1. Mannschaft samt Partnerinnen solidarisierte sich mit Ambrosio und verließ ebenfalls den Saal, erst gemeinschaftliche Anstrengungen von Coach Bernegger und Sportchef Brigger brachten die Spieler wieder zurück in den Saal.

6.
Was in der Schweiz glimpflich ausging, hatte beim LR Ahlen für die Spieler Marc Arnold und Marcus Feinbier Konsequenzen. Die ganze Mannschaft hatte nach einer Ansprache des 2. Vorsitzenden Heinz-Jürgen Gosda auf der Weihnachtsfeier ohne Ausnahme die Feier verlassen. Arnold und Feinbier wurden als Rädelsführer des Auszugs ausgemacht, Arnold wurde daraufhin fristlos entlassen, Feinbier mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb ausgeschlossen.

7.
Und noch eine Suspendierung: Für den streitbaren Keeper Georg Koch war nach einer Auseinandersetzung mit dem Aufsichtsrat auf der Weihnachtsfeier des Klubs Schluss beim MSV Duisburg. Übrigens nicht der erste Vorfall dieser Art. Jahre zuvor soll Koch bereits bei seinem Stammverein Titania Erkenschwick dadurch Aufmerksamkeit erregt haben, dass er sich Zigarren mit einem 200-Mark-Schein anzündete.

8.
Teuflischer Alkohol: Der Schweizer Bernt Haas betrank sich, formschön verkleidet als Robin Hood, auf der Weihnachtsfeier von West Bromwich Albion, so dass Trainer Bobby Robson anschließend erbost erwog, derlei Feiern künftig zu verbieten. Was einer gewissen Ironie nicht entbehrt, sind der Alkohol und Robson nun auch nicht gerade entfernte Bekannte.

9.
Werner Kasper, Trainer des Wuppertaler SV, wäre hingegen wohl besser ein klein wenig länger auf der Weihnachtsfeier seines Klubs geblieben. Als der gute Mann sich gegen 22.15 Uhr in stocknüchternem Zustand verabschiedete, platzte Klubboss Friedhelm Runge der Kragen. Der allzu frühe Abmarsch des Trainers sei »nicht eben ein Zeichen grenzenloser Identifikation mit dem Verein« fand der hitzköpfige Runge, Kasper wurde prompt rausgeschmissen, wohl der landesweit erste Trainerrauswurf wegen mangelnder Trunkenheit.

10.
Aus der Abteilung Körperverletzung: Joey Barton kassierte bei Manchester City eine Geldstrafe von 135 000 Pfund, nachdem er eine Zigarre im Auge seines Mannschaftskollegen Jamie Tandy ausgedrückt hatte. Tandy war allerdings auch nicht unschuldig, er hatte zuvor eine Zigarre auf Bartons Shirt ausgedrückt.

11.
Mindestens ebenso wild trieben es die Spieler von West Ham United 2001 in einem noblen Klub im Londoner Westend. Ein Spieler benutzte den VIP-Raum als Bordtoilette, ein anderer reiherte über die Polster, als es ans Bezahlen der Rechnung über 2700 Pfund ging. Die Klubeigner waren nicht begeistert, der »Evening Standard« kommentierte: »Schande der Besoffenen«.

12.
Hauereien auf Weihnachtsfeiern sind allerdings kein britisches Privileg. Der aus dem Osten nach Duisburg gekommene und als großes Talent gehandelte Marco Köller streckte auf der Duisburger Weihnachtsfeier 1990 alkoholisiert den MSV-Geschäftsführer Dirk Keiper nieder. Wenige Wochen später war der Vertrag aufgelöst, Köller entschwand in Richtung Berlin.

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