09.11.2012

25 Dinge über Fußballer und Entführungen

»10 Millionen, oder ihr Mann stirbt!«

Seite 2/3: Emma, die Biene, Quini, der Spanier
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Jorge Valdivia
Wenn überhaupt, liebe Agenturen, ist der Fall des chilenischen Nationalspielers Jorge Valdivia eine »Blitzentführung«. Während Valdivia mit seiner Gattin durch Sao Paulo kurvte, enterte plötzlich ein bewaffneter Mann das Gefährt und navigierte das Paar drei Stunden lang ziellos durch den Verkehr der Großstadt. Mit umgerechnet 400 Euro Beute floh der Mann schließlich an einer belebten Kreuzung.

Fußballfan
Schlimmes Ende eines Fußball-Ausflugs: Nach dem Bundesligaspiel BVB gegen den 1. FC Köln im Frühjahr 2011, wollte ein 23-jähriger Fan den Abend in einer Dortmunder Disco ausklingen lassen. Vor dem Club trank er noch ein schnelles Bier mit zwei Fremden, die ihn dann plötzlich in eine schwarze Limousine zerrten, mit einer Pistole bedrohten und ihn dazu nötigten, am Bankautomaten sein Konto leer zu räumen. Anschließend rissen die Täter dem Mann die Kleidung vom Leib, verprügelten ihn und machten sich aus dem Staub.

Emma
2008 verschwand BVB-Maskottchen »Emma« aus der Dortmunder Fabkneipe »Hemmers-Robers«, die Besitzer beschuldigten zunächst zwei verdächtig nach Schalke 04 aussehende Besucher vom Vorabend (»Natürlich hatten wir sofort die Blau-Weißen in Verdacht!«), schließlich klärte die niederländische Tageszeitung »De Telegraaf« die Entführung der pummeligen Biene auf: Zwei Niederländer, einer von ihnen Hobby-Pilot, hatten Emma aus der Kneipe entwendet, zwei Kampfpiloten der niederländischen Luftwaffe überlassen, diese wiederum nahmen Emma mit auf große Tour: In unregelmäßigen Abständen erhielten die Dortmunder Besitzer exotische »Urlaubsfotos« von ihrem Maskottchen: Emma in Las Vegas, Emma auf Kuba, Emma in Indonesien. Der väterliche Gartenzwerg aus »Die fabelhafte Welt der Amelie« ließ grüßen. Noch ungeklärt ist die Frage, ob Emma inzwischen wieder seinen rechtmäßigen Besitzer übergeben wurde.

Kim Dong-Hyun
Der südkoreanische Fußballer wurde im Mai 2012 hops genommen, weil ihm nachgewiesen wurde, dass er gemeinsam mit einem befreundeten Baseball-Profi eine 45 Jahre alte Frau auf offener Straße überfallen, bedroht, entführt und letztlich um ihr Bargeld und den Schmuck erleichtert hatte. Übrigens: Eine lebenslange Sperre durch seinen Fußball-Verband musste Kim zumindest nicht fürchten – ihm war bereits kurz zuvor wegen Wettbetrugs die Lizenz entzogen worden.

Dino Armani
»Zehn Millionen, oder ihr Mann stirbt!« 1979 rammten Kriminelle die »goldmetallic schimmernde Luxuslimousine« (»Bild«) von Dino Armani, seines Zeichens Vereinspräsident vom AC Mailand. Armani wurde betäubt und entführt, kurze Zeit später erhielt seine Gattin einen Anruf der Verbrecher mit besagter Lösegeldforderung. Es dauerte 45 Tage, ehe Armanis Leidenszeit ein Ende hatte. Das dafür gezahlte Lösegeld in Höhe von sechs Millionen Franken wurde nie bestätigt.

Quini
Eine der spektakulärsten Entführungen in der Geschichte des europäischen Fußballs musste der Spanier Quini im Frühjahr 1981 durchstehen. Ein verschuldetes Handwerker-Trio, das zunächst überlegt hatte, Barcas exzentrischen Neuzugang Bernd Schuster zu entführen, verschleppte am 3. März 1981 den populären Mittelfeldspieler und forderte ein Lösegeld in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Bis zum 11. März, dem Tag des wichtigen Duells gegen Ateltico Madrid, so die Entführer, wolle man den Spieler wieder freilassen – so denn bis dahin das Geld überwiesen sein sollte. Als die Situation einen Tag vor dem besagten Termin noch immer festgefahren war, klingelte es nachts an der Tür von Bernd Schuster, zwei Vereinsmitarbeiter von Barca überbrachten dem Deutschen ein Tonband, darauf die Aufforderung Quinis, doch bitteschön gegen Atletico anzutreten. Schuster und seine Mannschaft hatten sich zuvor eigentlich darauf geeinigt, nicht gegen Madrid anzutreten, falls der entführte Kollege bis dahin nicht wieder freigelassen worden wäre. Barca spielte, verlor mit 0:1, Quini blieb eingesperrt. Erst am 25. März – einer der Entführer war bei der Geldübergabe geschnappt worden und hatte den Unterschlupf verraten – kam Quini frei. Einen Tag später stand er wieder auf dem Trainingsplatz. Seine Peiniger wurden knapp zwei Jahre später zu jeweils zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Johan Cruyff
Nur mit Glück entging Fußball-Legende Johan Cruyff, damals ebenfalls beim FC Barcelona angestellt, 1977 einer Entführung. Gangster waren in das Haus den Niederländers eingebrochen und hatten Cruyff bereits an einen Stuhl gefesselt, als es seiner Frau gelang, zu den Nachbarn zu flüchten. Die Entführer machten sich vom Acker.

Armando Telez
Der kolumbianische Schiedsrichter Armando Telez hatte 1988 den Mut, vor laufenden TV-Kameras den grassierenden Wettbetrug im kolumbianischen Fußball anzuprangern (»Viele Unparteiischen werden geschmiert, manche mit bis zu 185.000 Dollar!«) und wurde dafür prompt vom organisierten Verbrechen bestraft. Eineinhalb Tage lang dauerte seine Entführung an, kurz nach seiner Freilassung erhielt er einen anonymen Anruf: »Wer nicht nach unserer Pfeife tanzt, den löschen wir aus.« Telez danach: »Ich werde vorläufig kein Spiel mehr leiten.«

 
 
 
 
 
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