25 Dinge über die Winterpause

Kotze und Lavendelduft

Die Bundesliga hat Winterpause, doch auch in der fußballfreien Zeit passiert aller Hand. Harte Fakten über Ailton beim Rodeo, Alex Alves im Pelzfummel, die Briefbeschwerer von Lars Ricken und vor allem Rudi Völler auf dem Schlitten.

25 Dinge über die Winterpause

1.
Die Winterpause birgt ungeahnte Verletzungsrisiken. Benno Möhlmann kann davon ein Lied singen. Zu seiner Bremer Zeit fuhr er mit einem halben Dutzend Mitspielern zum Skifahren in den Schnee. Alle kehrten sie unverletzt an die Weser zurück, nur einer klagte über Schmerzen. Ausgerechnet der, der nicht auf Skiern den Hang runtergefahren war: »Rudi Völler. Er hat sich beim Rodeln verletzt.«

2.
Brasilianische Bundesligaprofis fahren lieber gleich in die Heimat. In seinen sechs Jahren für Werder Bremen war beispielsweise Ailton nur einmal pünktlich zum Trainingsauftakt zurück im kalten Norden. Auf Schalke lief es anders, wenn auch nicht besser: Der Brasilianer kam zwar termingerecht, hatte sich allerdings beim Weihnachtsrodeo zwei Finger gebrochen.

3.
Trainingslager in Europas Süden sind ein probates Mittel, den hiesigen Minusgraden zu entfliehen. Neben engagiertem Training steht jedoch oft auch die Druckbetankung auf dem Programm. Ein Highlight: der alkoholisierte Dauerlauf von Gladbachs Keeper Dariusz Kampa mit gleichzeitiger Magenentleerung im Hotelfoyer in Marbella. Die BILD notierte unbarmherzig: »Vor der Tür helfen ihm zwei deutsche Journalisten, setzen ihn ins Taxi. Der Nachtportier und ein Sicherheitsmann beseitigen mit Wischmops notdürftig das Malheur, versprühen Lavendelduft.«

4.
Eskapaden im Trainingslager, Teil zwei: Carsten Pröpper vom FC St. Pauli sah im Trainingslager im spanischen Chiclana keinen Grund, zur Verrichtung der Notdurft die Herrentoilette aufzusuchen und bewässerte kurzerhand die Palme im Hotelfoyer.

5.
Zum Abschluss der Hinrunde hatte sich der einstige Bundesliga-Sender Sat.1 etwas Feines ausgedacht und vergab den sogenannten »FuXX«. Die Preisverleihung fand am letzten Spieltag vor der Winterpause statt, und damit sätmliche Spieler an der Gala teilnehmen konnten, wurde sogar der Anpfiff aller Spiele auf 14:30 Uhr vorverlegt. Der Preis litt allerdings unter Akzeptanzproblemen. Stefan Effenberg keilte im Jahr 2000 nach der Vergabe an den Konkurrenten Emerson: »Wen interessiert schon dieses Scheiß X, der kann meinetwegen zehn von den Dingern gewinnen.«

6.
Und Lars Ricken, Dauergewinner des »JungfuXX«, höhnte: »Den haben die ja Gott sei Dank früh genug abgeschafft, sonst hötte ich den 1997 nach dem CL-Sieg mit Sicherheit zum dritten Mal gewonnen.« Immerhin, die Preise wurden sinnvoll eingesetzt: »Ich habe die beiden Trophäen nicht als Briefbeschwerer, sondern als praktische Buchstützen zu Hause stehen.«

7.
Die Winterpause gab es nicht ohne Grund. Früher waren massenhaft Spielausfälle an der Tagesordnung. Matsch, Schnee, der Rasen in den Stadien glich in regnerischen Wintermonaten in der Regel einer morastigen Sumpflandschaft. In der Saison 1969/70 fielen derart viele Spiele aus, dass das Pokalfinale erst nach der Weltmeisterschaft in Mexiko, nämlich am 29. August 1970, ausgetragen werden konnte.

8.
Die erste Rasenheizung in Deutschland wurde bereits 1972 im Münchner Olympiastadion verlegt, einige Jahre später folgte das Frankfurter Waldstadion. In den 90er Jahren wurde das Thema wieder aktuell. Bei Stadionmodernisierungen wurde meist auch gleich eine Rasenheizung eingebaut.

9.
Ein Pflichttermin für jeden Bundesliga-Profi ist die Weihnachtsfeier des Klubs. Und auch manch ein Funktionär lässt es gerne krachen. Berühmt wurde die folgenreiche erotische Fummelei Franz Beckenbauers auf der Milleniums-Weihnachtsfeier, die dem Kaiser nicht nur eine neue Gattin, sondern auch das persönliche Christkind Joel Maximilian bescherte.

10.
Trotz Rasenheizungen kapitulieren mitunter auch gestandene Profis vor winterlichen Temperaturen. Die damaligen Bayern-Spieler Michael Ballack und Ze Roberto kamen an einem kalten Januartag 2003 zu spät zum Training. Sie hatten das Trainingsgelände nicht gefunden, weil das Navigationssystem ihrer Nobelkarossen aufgrund der Minusgrade den Dienst verweigerte.

11. Für manchen Klub kam die Winterpause genau zur richtigen Zeit: 1963/64 ging es für Eintracht Frankfurt nach der Pause richtig los: In den letzten 13 Spielen blieb die Mannschaft ungeschlagen. Und in der letzten Saison staunten die Anhänger über Borussia Dortmund. Der BVB spielte die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte.

12.
Auf die Herbstmeisterschaft kann man sich übrigens etwas einbilden. Schließlich wurde der Halbjahreserste in den meisten Fällen auch Meister. Schalkes Manager Rudi Assauer stellte hingegen nach dem Winterchampionat und dem anschließend vergeigtem Titel in der Saison 2000/2001 desillusioniert fest: »Uns hat das nichts gebracht.«

13.
Einen Paradeabsturz legte Eintracht Frankfurt in der Saison 1993/94 hin. Nach einer frustrierenden zweiten Serie wurde die Eintracht nur Fünfter. Noch schlimmer erging es Hoffenheim anno 2008. Der Herbstmeister landete am Ende auf einem schnöden siebten Rang.

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