1974: Pokalsensation gegen den HSV

Karneval in Eppingen

1974 gelingt dem VfB Eppingen mit einem Sieg im DFB-Pokal über den großen HSV eine Sensation. Beim 2:1-Erfolg wird vor allem Eppingens Spielmacher Gerd Störzer zum großen Helden. Ein Tatsachen-Bericht von damals. 1974: Pokalsensation gegen den HSVImago Am Samstag fielen im verträumten nordbadischen Städtchen Eppingen Karneval und Weihnachten zusammen – die ganze Stadt stand Kopf. Der nordbadische Amateurliga-Dritte VfB Eppingen hatte die Pokal-Sensation vollbracht und den Pokalfinalisten und Bundesliga-Spitzenreiter Hamburger SV mit 2:1 (0:0), den K. o. versetzt.

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Vor Rekord-Kulisse von 12.000 begeisterten Zuschauern schoss Regisseur Gerd Störzer in der 57.und 70. Minute die vielbejubelten Tore, die zum Sieg reichten. Da die Hamburger im Endspurt durch einen Bertl-Kopfball (80.) nur noch den Anschlusstreffer erreichten.

»In spielerischer Hinsicht völlig unterschätzt«

Nachdem die Eppinger in der ersten Pokalrunde bereits sensationell Röchling Völklingen mit 2:1 geschlagen hatten, wurde das Spiel gegen den HSV zum »Ereignis des Jahres«. Nach dem 8:0 im UEFA-Pokal gegen Steagul Rosu Brasov aus Rumänien war der HSV zu überheblich. Trainer Kuno Klötzer experimentierte in Abwehr und Mittelfeld und musste büsen: »Wir haben den Gegner in kämpferischer und vor allem in spielerischer Hinsicht völlig unterschätzt«, kam seine Reue zu spät.

Die Mannschaft um Libero Jürgen Schieck, den früheren Torjäger vom SV Alsenborn, stellt immerhin acht nordbadische Auswahlspieler. Trainer Harald Michelbeck war siegestrunken und meinte dennoch ziemlich nüchtern »'ich habe schon vorher gesagt: wenn wir kein schnelles Gegentor kassieren, sind wir zu allem fähig.«

Gerd Störzer, Fußballgott

»Held des Tages« war natürlich der Torschütze Gerd Störzer, der früher bei 1860 München unter Vertrag stand und am 2. November 26 Jahre alt wird. Zum Dank für seine beiden Treffer wurde er mit seinem Präsidenten Koch ins aktuelle Sportstudio des ZDF eingeladen. Beim HSV verstand man die Welt nicht mehr. Im vergangenen Jahr hatte man in der zweiten runde Pokalverteidiger Borussia Mönchengladbach ausgeschaltet und zuletzt vor genau zehn Jahren gegen einen Unterklassigen Klub (l964 gegen Fürth) im Pokal verloren. Ein Spassvogel auf Hamburger Seite meinte mit Galgenhumor: »Kaum war Präsident Krohn einmal nicht dabei, schon ging's daneben.«

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