1973: Lautern - Bayern 7:4

Das Wunder vom Betzenberg

Als alle Welt den FCK beim 1:4-Rückstand hilflos der variablen Taktik des FC Bayern ausgeliefert sah, bahnte sich das »Wunder vom Betzenberg« an. Gemeinsam mit dem »sid« blicken wir zurück auf den 20. Oktober 1973.   1973: Lautern - Bayern 7:4imago

 Als alle Welt den 1. FC Kaiserslautern in der 57. Minute beim 1:4-Rückstand hilflos der variablen Taktik des FC Bayern ausgeliefert sah, bahnte sich das »Wunder vom Betzenberg« an.  

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Innerhalb von 32 Minuten schossen die Pfälzer gegen Münchens Abwehr der Nationalspieler sechs Treffer zum 7:4, bekamen einen weiteren in diesem Abschnitt nicht anerkannt und trafen noch einmal das Torholz. Dynamo Dresdens Trainer Fritzsch hielt den totalen Niedergang der Gäste im Film fest. Sein Münchner Europacup-Rivale Udo Lattek der nach Spieleschluss 20 Minuten lang mit der Mannschaft in Klausur geblieben war und schon mit der seelischen Aufrichtung seiner völlig deprimierten Schützlinge im Hinblick auf das Europacupspiel des nächsten Mittwochs begonnen hatte, stand auch danach noch wie am Boden zerstört unter dem Eindruck des geschehen: »Wir haben wie ein Weltmeister begonnen, aber Roths Fehler zum 1:3-Anschlusstreffer vor der Pause hätte eigentlich schon ein Signal für das sein müssen, was uns später erwartete. Fehlverhalten verschiedener Spieler hat das Debakel begünstigt.«

»Waterloo-Stimmng« im Münchener Lager

Waterloo-Stimmung im Münchner Lager, Siegestaumel beim Gegner, der diese Kehrtwendung - das gaben alle Spieler zu - nicht mehr erwartet hatte. Jetzt reisen die Pfälzer nach 7:1-Auswärtspunkten zum Neuling Fortuna Köln, dann kommt der Neuling Nummer zwei, Rot-Weiß Essen, an den Betzenberg. Doch in Kaiserslautern bleibt man mit den Füssen auf dem Boden, man träumt noch nicht von einem Höhenflug. Trainer Ribbeck hat die »Mannschaft der Namenlosen« zu großer Begeisterungsfähigkeit geführt, sie innerlich stark gemacht, selbst ein Rückstand von drei Toren vermochte sie nicht aus der Bahn zu werfen.

Prunktstück war während der »schwarzen halben Stunde« des FC Bayern das Mittelfeld: Toppmöller und Bitz machten gegen den Meister ihr Meisterstück, und Herbert Laumen, anfänglich in der Deckungsaufgabe mit dem später (76.) des Feldes verwiesenen Gersdorff nicht zurecht gekommen, zeigte in den Schlussminuten mit zwei Treffern, dass seine Idealposition die der vierten Sturmspitze ist.

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