Not english enough Mehrere Premier-League-Trainer kritisierten Wenger, zu wenig englische Feldspieler aufzustellen, vor allem in der Champions League. West Ham Uniteds Manager Alan Pardew behauptete etwa 2006, Arsenals Erfolge in der Königsklasse seien keine Erfolge für den britischen Fußball. Wenger antwortete schnippisch. Er meinte, dass Pardew am liebsten eine englische Flagge in die Champions League stecken wolle. Zugleich wies er ihn auf die Anti-Rassismus-Kampagne hin. Zum indirekten Rassimus-Vorwurf äußerte sich Radew wie folgt: »Ein Manager, der mit einer Schwedin verheiratet ist und Spieler aus der ganzen Welt angeheuert hat, kann man keinen Rassisten nennen.«
Der schlechte Verlierer Am 6. März 2012 gelang Arsenal beinahe ein Champions-League-Wunder. Im Hinspiel des Achtelfinals hatte der AC Mailand 4:0 gewonnen. Tatsächlich gelang Arsenal im Rückspiel ein 3:0-Sieg. Die Abwehr der Milanesi patzte und patzte. In der 58. Minute vergab der Wenger-Liebling Robin van Persie das vierte Tor. Seine Frustration über den knapp verpassten Einzug ins Viertelfinale ließ Wenger an den Offiziellen aus. Gar nicht Gentleman-like verweigerte er dem vierten Offiziellen nach dem Schlusspfiff den obligatorischen Handschlag und griff Schiedsrichter Damir Skomina in der Kabine verbal an. Er beschuldigte den Slowenen, nur Freistösse für den AC Mailand gepfiffen zu haben. Für diesen Ausrutscher wurde er von der Uefa für drei Europapokal-Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe von 40.000 Euro verurteilt.
Platinische Liebe Kein anderer als Michel Platinis Vater, Aldo Platini, beschaffte Arsène Wenger seine erste Anstellung als Headcoach: 1983 als Trainer von Nancy. Doch Wenger hatte keinen Erfolg, die Fans forderten seine Entlassung. Platini Senior verteidigte ihn allerdings. Er sagte, der Klub hätte nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gehabt, um eine schlagkräftige Mannschaft zu formen.
Der Professor Mit dem guten alten Spruch »Ich habe den Trainer nicht verstanden« können sich bei Arsène Wenger nur die wenigsten Spieler rausreden. Der Trainer spricht nämlich gleich sechs Sprachen fließend: Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Japanisch. Und dass man ihn für seine Spar-Prinzipien kritisiert, ist eigentlich auch eine kleine Unverschämtheit. Der gute Mann hat schließlich auch ein Wirtschaftsdiplom der Universität Strassburg.
Hochmut kommt vor dem Fall Vor der Partie gegen Schalke äußerte sich Wenger kämpferisch zum Derby-Triumph der Gelsenkirchener gegen Dortmund: »Das ist ein großartiges Ergebnis, eine gute Leistung, aber wir sehen uns am Mittwoch«. Kurz vor dem Spiel klang er aber gar nicht mehr so vorlaut und antwortete auf die Frage, ob seine Truppe für den Titel gut genug sei, nur mit: »Momentan kann man das nicht behaupten.« Arsenal verlor 0:2.