15 Kuriositäten über den SSC Neapel

Kokain, Mafia, Kunstfälscher

Der SSC Neapel erlebte die Triumphe mit Diego Maradona, den tiefen Fall bis zum Konkurs und nun wieder große Champions-League-Abende. Ein kurzer Blick in die Vereinsgeschichte führt zu obskuren TV-Kanälen, Überfällen und einer Handtasche mit Kokain. 15 Kuriositäten über den SSC Neapel


1. Fans

Mafia im Fanblock

In Neapels Stadion gibt es zwei Fanblöcke, Curva A und B, die für »eure Scheiß-Stimmung« verantwortlich sind, wie es Uli Hoeneß nennen würde. Ein Justizmitarbeiter sagte in einem Prozess einmal: »Die Fangruppen in der Kurve A des San-Paolo-Stadions beachten präzise Regeln und repräsentieren die Camorra-Clans der Stadt.«

[ad]

Zaun bricht

Nicht aufzuhalten waren die Neapel-Fans in Villareal. Als Marek Hamsik beim Europa- League-Spiel für Neapel traf, brachen einige Fans im Jubel-Pogo durch den Zaun. Das Spiel musste mehrere Minuten unterbrochen werden, viel mehr Grund zur Freude hatten die Tifosi nicht: Neapel verlor noch 1:2 und schied aus. Das Video gibt es hier.

Erdbeben-Jubel

Auch der Jubel im heimischen Stadion kann schon einmal leicht ekstatisch ausfallen. So wurden im Jahr 2005 die Sitze auf dem oberen Ring für unbestimmte Zeit gesperrt. Anwohner sollen sich beschwert haben, jedes Tor sei wie ein Erdbeben, das ihnen die Inneneinrichtung zerstöre.

Graffitis am Friedhof

Als besonders pietätvoll lässt sich die Fangemeinde nicht unbedingt umschreiben. Nach einer Meisterschaft sprayten sie an die Mauern eines Friedhofs: »Ihr wisst gar nicht, was ihr verpasst habt.«

Stangen am Bahnhof

In der Saison 2009/10 kam es beim Auswärtsspiel Neapels in Rom zu Ausschreitungen, danach wurden den Tifosi kurzzeitig weitere Auswärtsfahrten untersagt. Dass die Tour keine Butterfahrt werden würde, zeigte sich schon bei der Ankunft am Bahnhof in Rom.

2. Verein

Präsident als Schmuckfälscher

Klubpräsidenten in finanziellen Schwierigkeiten – das kennt man. Klubpräsidenten in U-Haft – auch das soll vorgekommen sein. Aber der Fall von Neapels Präsident Giorgio Corbelli im Jahr 2002 war schon in besonderer Weise ungewöhnlich. Schließlich wurde Corbelli zur Last gelegt, einer Bande von Künstfälschern anzugehören. Die nicht mehr ganz so originalen Werke soll Corbelli auf seinem eigenen TV-Kanal feilgeboten haben – einem Shopping-Sender für Kunstinteressierte.

Die 30-Stunden-Sendung

TV-Experimente ganz anderer Art gab es vor dem entscheidenden Spiel um die Meisterschaft 1987 in Neapel, wie der »Kicker« berichtet: »Auf dem lokalen Sender ,Teleoggi‘ hatte ein einziger Moderator mit Hilfe von Leidenschaft und inflationärem Kaffee-Konsum 30 Stunden lang ununterbrochen auf die Scudetto-Partie hingeführt.« Liebes Sport1-Team, lieber Jörg Wontorra, lieber Thomas Helmer, bitte nicht nachmachen!

Die römische Kanone

Aktueller starker Mann beim SSC Neapel ist der Filmproduzent Aurelio de Laurentiis. Er produziert vorrangig nur in Italien bekannte Weihnachtsfilme. Dass Laurentiis eher monothematisch vorgeht, belegt die Filmografie: »Weihnachten auf dem Nil«, »Weihnachten in New York«, »Weihnachten in Miami«, »Christmas in love«, »Weihnachten in Beverly Hills« usw. Aber auch »Die römische Kanone« schenkte er der Klamauk-Welt.

Überfall an der Ampel

Der Ruf von Kriminalität und Gewalt eilt Neapel voraus, selbst SSC-Mittelfeldspieler Marek Hamsik fiel den rauen Sitten zum Opfer. 2009 wurde er während einer roten Ampelphase von Motorradfahrern mit Pistolen mal eben um 800 Euro und seine Rolex erleichtert.

Napoli Soccer

Von 2004 an firmierte der Klub unter anderem Namen: Nach dem Konkurs und dem Neubeginn in der Serie C1 hieß er Napoli Soccer, erst 2006 erwarb der Verein die alten Namensrechte zurück.

3. Maradona in Neapel

Ein Kilo Kokain

Pietro Pugliese war Maradonas Vertrauter in Neapel, doch später ließ Pugliese kein gutes Haar am Argentinier. Er bezeichnete ihn als »internationalen Rauschgifthändler«. Pugliese klagte im »Spiegel« an, Maradona und sein Berater hätten Puglieses Freundin als Drogenschmugglerin benutzt. Auf einem Flug von Buenos Aires nach Rom hatte die Dame nicht weniger als ein Kilo Kokain im Gepäck.

Der Nachfolger

Ezequiel Lavezzi, argentinischer Offensivspieler des SSC, gilt als legitimer Nachfolger von Maradona. In Neapel halten es nur wenige für Zufall, dass Lavezzi auf den Tag genau 23 Jahre nach Maradonas Ankunft in Neapel vorgestellt wurde.

Diego Maradona junior

Während seiner Zeit in Neapel hatte Maradona eine kurze Liebschaft mit der Italienerin Cristiana Sinagra. 24 Jahre später traf das »Zeit«-Magazin das Ergebnis dieser Liaison: Diego Maradona junior, einen unterklassig spielenden Fußballer, seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Ums Vater-Sohn-Verhältnis stand es nicht zum Besten, nachdem Diego senior verkündet hatte: »Kein Richter wird mich jemals zwingen, dieses Kind zu lieben.« Diego junior beschwichtigt indes im Interview: »Mein Vater hat ja nie bestritten, dass er mein Vater ist. Er hat nie einen DNA-Test verlangt.« Echte Liebesbeweise sehen aber auch anders aus.

Verkehrschaos

Massimiliano Favo, ehemaliger Mitspieler Maradonas, erinnerte sich in unserem »80er Spezial« an die gemeinsame Zeit: »Er war Abgott und ein Gefangener Neapels. Wir Spieler baten ihn, erst nach uns das Trainingsgelände zu verlassen. Ging er vor uns, brach regelmäßig der Verkehr zusammen, weil ihn Autogrammjäger verfolgten und wir kamen erst am späten Nachmittag nach Hause.«

Life is live

Diego Maradona hat »Live is life« zwar nicht geschrieben, aber zumindest gezeigt, wie man dazu auf dem Fußballplatz tanzt.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!