15 Dinge über Real gegen Barcelona

Mehr als ein Spiel

Barcelona gegen Real Madrid: Dieses Duell war in der Geschichte des spanischen Fußballs immer schon außergewöhnlich. Es ging um Schweineköpfe, das Militär und Flaschenwürfe. Wir blicken zurück.

15 Dinge über Real gegen Barcelona

1. England und Barca gegen Madrid
Im März 1961 standen sich im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister die beiden Granden gegenüber. Barcelona kam weiter, und der englische Schiedsrichter Reginald Leaf zog den Zorn der Madrilenen auf sich, weil er vier Real-Tore annullierte. Kurios: Bereits im Hinspiel hatte ein englischer Referee Barcelona einen zweifelhaften Elfmeter zugesprochen. Barcelona war somit das erste Team, das Real Madrid aus dem Europapokal warf.

2. Barca überlässt Real die Europa-Bühne
Während Real Madrid und Santiago Bernabeu die Einführung des Europapokals im Jahr 1955 forcierten, lehnte Barcelona ab. Die Belastung für die Spieler und die hohen Kosten wurden als Gründe für den Verzicht angeführt. Während also Barcelona daheim blieb, gewann Real Madrid 1956 in Paris erstmals den Landesmeister-Pokal.

3. Katalonien gegen Franco-Regime
Barcelona gegen Madrid – das war auch das Duell zwischen der »Nationalmannschaft Kataloniens« und dem Lieblingsklub des Franco-Regimes. Nachdem das kastilische Spanisch zur Amtssprache erhoben wurde, wurde das Areal des FC Barcelona eins der wenige Orte, an dem katalanisch gesprochen werden durfte. Bei Spielen des FC Barcelona bot sich also den Katalanen die einzige Möglichkeit, katalanische Gesänge anzustimmen. So projizierte sich der Widerstandsgedanke Kataloniens gegen das Regime auf die Spiele des FC Barcelona.

Der in Barcelona geborene Schriftsteller Manuel Vázquez Montalbán drückt es einmal so aus: »Franco war eingefleischter Madrid-Anhänger. Die spanischen Schiedsrichter wussten das. [...] Aber die objektiven und subjektiven Ungerechtigkeiten gegen den geliebten Klub haben nur zur Festigung des Antifranquismus in Katalonien beigetragen.«

4. Der Transferstreit um Alfredo di Stéfano
Bis heute herrscht in Barcelona auch die Meinung vor, dass das Regime nicht nur auf unzählige Schiedsrichterentscheidungen Einfluss genommen hat, sondern auch auf den Transferstreit um Alfredo di Stefano im Jahr 1953. Dieser hatte bereits mehrere Freundschaftsspiele für den FC Barcelona absolviert, da startete Real die Bemühungen um den Angreifer. Nach langem Hick-Hack verzichtete Barca, und di Stefano führte daraufhin die Madrilenen zur Weltspitze. Mitten im Wettstreit der beiden Clubs unterbreitete der Verband gar den skurrilen Vorschlag, di Stefano abwechselnd für beide Vereine spielen zu lassen.

5. Keine Ecken von Figo
Die Absurdität dieses Gedankens verdeutlicht sich vor allem bei einem Blick auf die Geschehnisse rund um diejenigen Spieler, die zwischen beiden Vereinen wechselten. Beim ersten Aufeinandertreffen mit Barca nach seinem Wechsel zu Real musste sich Luis Figo aufgrund des »lautesten Pfeifkonzerts der Fußballgeschichte des Landes« (Spiegel) die Ohren zuhalten. Real entschloss sich in dieser Partie, dass Figo im Camp Nou keine Eckbälle ausführen solle.

6. Der Schweinekopf
Zwei Jahre später durfte Figo wieder Ecken schießen und provozierte prompt durch eine betont langatmige Ausführung des Eckballs. Die Antwort der Barca-Fans ist bekannt: Faules Obst und der Kopf eines Spanferkels flogen in Richtung des als »Judas« titulierten Portugiesen. Das Spiel wurde für zehn Minuten unterbrochen, die Partie endete 0:0. Doch der Schweinekopf bleibt im Gedächtnis vieler Fußballfans das Sinnbild für die Rivalität zwischen beiden Vereinen.

7. »Standing Ovations« für den Gegner
Dass Fans einem Spieler des Gegners im »El Clásico« etwas anderes als abgrundtiefe Abneigung entgegen bringen, war und ist eigentlich schwer vorstellbar. Umso erstaunlicher war es, als sich im November 2005 die Zuschauer auf den Tribünen des Bernabeu-Stadions von ihren Sitzen erhoben, um Barcelonas Ronaldinho mit »Standing Ovations« zu huldigen. Der Brasilianer hatte beim 3:0-Auswärtssieg der Katalanen brillant gespielt und zwei Tore geschossen. Doch dass Fans des großen Rivalen sich zu so einer Anerkennung durchrangen, war dann doch bemerkenswert.

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