12 Dinge, die man lieber nicht twittern sollte

Vergewaltiger, 9/11 und Arsenal-Gays

Nicht nur in England sind twitternde Profis die Freude tausender Follower und das Ärgernis vieler Vereinsverantwortlicher. Wir präsentieren die schönsten Twitter-Pannen: von Rooneys Haartransplantation über Neymars Schokosause bis zu Szczesnys Vergewaltigervorwurf. 12 Dinge, die man lieber nicht twittern sollte

1.
Riskanter Glückwunsch
Carlton Cole, Stürmer bei West Ham United, nutzte die Foto-Funktion bei Twitter, um seiner Freundin einen riskanten Glückwunsch zum Valentinstag zu senden. Die Entschuldigung für den dezenten Hinweis, sie möge sich um den Haushalt kümmern, wird in Form einer Flasche Schampus gleich mitgeliefert. Ob's reicht? Eine getwitterte Antwort der so Bezierzten blieb leider aus.

Möglich, dass die Strafe härter ausfallen könnte, als die 20.000 Pfund, die Cole für einen weiteren Tweet blechen musste. Zum Freundschaftsspiel zwischen England und Ghana teilte der Sohn einer nigerianischen Mutter und eines Vaters aus Sierra Leone mit, das Spiel sei eine Falle der britischen Regierung, um illegale Migranten ausfindig zu machen. Die FA war not amused, verurteilte ihn zu der Geldstrafe und gab ihm mit auf den Weg: »Twitter ist keine intime Konversation, sondern ein offenes Medium mit einem potenziell breiten Publikum.«

2.
Sicherheitsalarm
Rio Ferdinand löste mit einem Twitter-Bild eine Sicherheitswarnung im Weißen Haus in Washington aus. Während der Saisonvorbereitung von Manchester United besichtigte Ferdinand zusammen mit seinen Teamkollegen den Amtssitz Barack Obamas. Zum Text »the security needs beefing up here at the White House....!!« (»Der Sicherheitsdienst muss im Weißen Haus aufgepeppt werden«) sendete er ein Bild des Sicherheitspersonals. Es dauerte nur wenige Augenblicke bis der Tweet auf mysteriöse Weise gelöscht wurde.

3.

Missglückter Doping-Witz
Völlig in die Hose gegangen ist der Versuch von Barca-Torhüter Victor Valdes, auf Twitter lustig zu sein. Nach einer Dopingprobe fotografierte sich der Keeper als tennisspielender Orang Utan mit T-Shirt und schrieb dazu: »Dieser Arzt ist der Chef der Ärzte, die uns die Analysen gemacht haben. Ein Typ wie im Film.« Valdes wollte seine Aktion als satirische Antwort auf den ehemaligen Tennisspieler Yannick Noah verstanden wissen. Dieser hatte sich öffentlich über die Dominanz spanischer Sportler gewundert und behauptet: »Heutzutage ist es im Sport ein bisschen wie bei Asterix bei den Olympischen Spielen: Ohne Zaubertrank ist es schwierig zu gewinnen.« Zwar erntete Noah dafür in Spanien einen Sturm der Entrüstung, aber auch Valdes' Scherz blieb auf halber Strecke hängen.

4.
Schiedsrichterbeleidigung
Auch Ryan Babels Witz kam, zumindest bei entscheidenden Stellen, nicht so gut an. Nach einer 0:1-Niederlage seines Ex-Klubs FC Liverpool gegen Manchester United twitterte er eine Fotomontage, die Schiedsrichter Howard Webb im Trikot von United zeigt. Die FA bat den Stürmer mit 12.000 Euro zur Kasse.

5.
Sprachliche Feinheiten
Mit orthographischen Schwächen, erst recht wenn sie in einer Fremdsprache auftreten, sollte man nachsichtig sein. Dennoch muss sich Arsenals brasilianischer Außenverteidiger Andre Santos Kritik gefallen lassen. »Very« schreibt man eben nicht mit zwei »R«.

6.
Twitter-Doppelgänger
Nicht selbst zu verantworten hatte der Ex-HSV-Trainer Michael Oenning sein Twitter-Problem. Oenning wurde Opfer eines Twitter-Doppelgängers, der sich monatelang über den Coach lustig machte. In den ironischen Einträgen hieß es beispielsweise: »Wir werden Geschichte schreiben und Titel holen – selbst wenn es vorerst nur der alte Rekord von Tasmania Berlin ist.«

7.
Twittergate in München
Gleich zwei twitternde Profis bereiteten der Chefetage des FC Bayern zuletzt Ärger. Auf seiner Seite Borges@Breshow02 zeigte sich der zündelnde Abwehrspieler Breno hochgradig enttäuscht darüber, bei einem Testspiel nicht zum Profikader der Bayern gehört zu haben: »Was für eine Phase ich durchmache, Bayern macht eine Sauerei mit mir!«

Ganz anders Anatoli Timoschtschuk: Der nutzte seine Zugehörigkeit zum Profikader, um unmittelbar vor dem Rückrundenstart in Mönchengladbach ein Foto aus der Kabine öffentlich zu machen. Motto: »Wir sind bereit«.

Dass aber auch der Verein nicht mit den neuen Medien umzugehen weiß, bewies eine eher ungelenke Facebook-Aktion. Der Verein kündigte auf seiner Homepage die »spektakuläre Neuverpflichtung« eines Offensivspielers an, der auf einer Pressekonferenz exklusiv bei facebook.com/FCBayern vorgestellt werden sollte. Beim Anklicken der Seite stellte sich jedoch heraus, dass es sich lediglich um einen Werbe-Gag handelte – es ging um die Fans als zwölfter Mann. Innerhalb von 45 Minuten wurde der Verein mit 4000 überwiegend negativen Kommentaren überschwemmt.

8.
Bombenwitze
Zum Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center in New York twitterte Nathan Eccleston, Nachwuchsspieler vom FC Liverpool: »Ich werde dazu nicht Angriff sagen. Lasst nicht zu, dass die Medien uns glauben lassen wollen, dass es Terroristen getan haben.« Ins gleiche Horn blies der Duisburger Profi Burakcan Kunt, der am selben Tag kurz und prägnant heraus posaunte: »Mohammed Atta Airlines«. Beide bekamen anschließend kräftig Gegenwind. Der Liverpool-Besitzer Tom Werner meldete umgehend, dass er den Fall »extrem ernst nehme« und Kunt sah sich gar genötigt zu behaupten, die Meldung stamme nicht von ihm.

9.
Privates Mitteilungsbedürfnis
Ein echter Web-2.0-Spezialist ist Wayne Rooney. Wann immer er nicht auf dem Platz steht, teilt er sein Privatleben mit hunderttausenden Internet-Freunden. Und wenn er es nicht tut, tut es seine Frau. Diese zwitscherte am Abend vor der Partie Manchester City gegen Manchester United, dass sie zusammen mit Wayne auf der heimischen Couch sitzt und eine Beyonce-DVD ansieht. Dumm für Wayne und United: Gegner City erfuhr somit schon deutlich früher als geplant, dass Ronney am nächsten Tag nicht einsatzbereit sein würde. City konnte sich somit in aller Ruhe auf die neue Personalsituation einstellen.

Eine große Freude erwies Rooney der Internetgemeinde mit einem Tweet über seine Haartransplantation: »Hallo an alle, hier ist mein Kopf. Es wird ein paar Monate dauern, bis es wächst. Außerdem immer noch ein bisschen blutig. Aber das ist normal. Mit 25 Jahren werde ich kahl, also warum nicht? Ich bin sehr erfreut über das Resultat.«

10.
Tierfreunde
Noch einmal Wayne Rooney: Weil er sein Rennpferd nicht Oceans Seven nennen durfte, heißt sein Gaul nun Switcharooney. Dieses Namen verkündete der mitteilungsbedürftige Stürmer voller Stolz seinen Followern. Doch nicht nur das: Für alle, die mehr wissen wollen, besteht die Möglichkeit Switcharooney auf einem eigenen Twitterkanal zu folgen.

Switcharooneys Popularität ist jedoch nichts im Vergleich zu einer Katze, die während eines Liverpool-Heimspiels über den heiligen Rasen von Anfield flitzte. Nicht nur im Stadion erntete der Straßentiger stürmischen Applaus, auch im Web sorgt sie für Furore. Etwa 60.000 Follower hat der Platzstürmer mittlerweile.

11.
Schamlos
Neymar, der Wunder-Stürmer vom FC Santos, schoss pünktlich zu seinem 20. Geburtstag das 100. Tor in seiner noch jungen Karriere. Seine Mitspieler übergossen ihn daraufhin mit Schokosauce und einigen anderen Backzutaten. Scheinbar fernab jedes Schamgefühls twitterte Neymar das Beweisfoto.

12.
Beleidgung
Arsenal-Torwart Wojciech Szczesny »witzelte« öffentlich über seinen Mitspieler Aaron Ramsey, dieser sehe auf einem Foto aus »wie ein Vergewaltiger«. Der polnische Nationaltorhüter hatte Glück und kam mit einer Entschuldigung für seine unbedachte Äußerung davon.

Weniger glimpflich verlief sein Anbandelungsversuch bei einer Moderatorin, die es in England aufgrund sehr freizügiger Bilder zu einer gewissen Bekanntschaft gebracht hatte. Szczesny schickte ihr seine Handynummer, worauf es zum Austausch einiger schlüpfriger Nachrichten kam. Als die Dame allerdings herausfand, dass ihr Verehrer eine feste Beziehung hat, machte sie den Anmachversuch öffentlich, twitterte seine Telefonnummer und schrieb: »Ich könnte noch etliche Nummern rumschicken. Ich will, dass sie verstehen – sie können nicht jede flachlegen, nur weil sie Fußballer sind.«

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