11mm-Filmfestival: »Fußball vom anderen Stern«

»They dont like me? I dont give a shit!«

Ein Film über den Aufstieg und Fall von New York Cosmos. Herrlich lakonisch, großartig geschnitten und voller Paradoxa. Eine Rezension.

Was einen Blick auf die 14-jährige Geschichte von New York Cosmos so interessant macht: In komprimierter Form bildet sie das gesamte Spektrum des modernen Fußballs ab. Sie zeigt den Aufstieg und Fall eines zusammengekauften Teams, sie ist durchzogen von Träumen, Freundschaften, aber auch von Seilschaften, PR-Coups, von ungeahnter Hysterie. Über allem schwebt etwas, was man im Fußball nicht kannte und bis dato eher in der Musikwelt verortete: die Geburt des Stars.

Wie viele Spieler in einer Mannschaft?

John Dower und Paul Crowder, den Regisseuren von »Fußball vom anderen Stern«, gelingt es in einer herrlich lakonischen Art, all die Paradoxa von Cosmos einzufangen. Sie porträtieren einen Klub und seine anfangs naiven Macher, die sukzessive einen neuen Sport für sich entdecken und die sich kurz vor der Ankunft von Pelé noch fragen, wie viele Spieler in einer Mannschaft auflaufen.



Und trotz aller Nostalgie vermeiden sie eine Verklärung der Geschichte. So wird etwa der ausgiebig porträtierte Giorgio Chinaglia trotz seiner 193 Tore von verschiedenen Seiten für den Niedergang von Cosmos verantwortlich gemacht. Der Italiener hat dafür im Film nur ein spöttisches Lachen übrig: »They dont like me? I dont give a shit!«

»Wir taumelten all die Jahre stets nur Pelé hinterher«

Im Gegensatz erinnern sich seine US-Mitspieler wie aufgekratzte Teenies an jene Zeit: »Wir taumelten all die Jahre stets nur Pelé hinterher. Und wenn uns jemand fragte, wer wir sind, zeigten wir auf ihn und sagten: ›Wir sind mit ihm hier!‹«

»Fußball wie vom anderen Stern« läuft am 15. März 2013 um 19:45 Uhr auf dem 11mm-Fußballfilmfestival. Karten und weitere Infos hier: 11-mm.de

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