11FREUNDE-Reporter deckt beinahe Sensation auf

Klopp und Gündogan zu Real!

Das kommt einem spanisch vor: 11FREUNDE-Redakteur Jens Kirschneck hat zwei Monate auf der iberischen Halbinsel verbracht. Und sich dabei über so manches, den Fußball betreffend, gewundert.

Anfang Mai in einer gottverlassenen Bar in Asturien: Während Jens Kirschneck und seine Freundin auf ihre Tortilla warten, liest am Tisch nebenan ein Mann »Marca«, die große spanische Sportzeitung. Zeugen hätten sich in diesem Moment vielleicht gewundert, wieso der 11FREUNDE-Redakteur a.D. in geradezu unanständiger Weise seinen Körper verbiegt, um dem anderen Mann unauffällig über die Schulter zu schauen. Doch die Schlagzeile, die er aus dem Augenwinkel erspäht hat, ist schier unglaublich: Jürgen Klopp und Ilkay Gündogan wechseln in der neuen Saison zu Real Madrid!

Kirschneck ist baff. Es ist der Tag nach dem Dortmunder Finaleinzug im Bernabeu. Welch ungeheuerlicher Coup, mit solch exaktem Timing die gegenwärtige Niederlage in ein Versprechen auf die Zukunft umzumünzen! Für den BVB tut es dem Exilanten freilich ein wenig leid: Götze weg, Lewandowski wahrscheinlich auch, und jetzt noch Klopp und Gündogan. Der unaufhaltsame Zerfall einer großen Mannschaft.

So wird es sein und nicht anders

Als der Nachbar kurz darauf die Bar verlässt, bleibt die »Marca« auf seinem Tisch liegen. Kirschneck greift sich das Exemplar und überfliegt die acht Seiten über das neue Real. Er liest, was Klopp alles taktisch verändern wird, und wie Gündogan (und der ebenfalls verpflichtete Gareth Bale von Tottenham) Real Madrid zu einer neuen Spielkultur verhelfen können. Alles ist bis ins kleinste Detail durchdekliniert: So wird es sein und nicht anders.

Kirschneck herrscht seine Freundin an, sie möge mit ihrer Tortilla vorankommen: Ab ins Hotel und umgehend im Internet die bevorzugten deutschen Informationsanbieter konsultiert. Doch den Kollegen ist von all den Sensationstransfers offenbar noch gar nichts bekannt. Aufwachen, Kollegen, denkt Kirschneck, und nicht immer nur über die Hoeneßsche Steuermoral philosophieren... Hier spielt die Musik!

Die Kaugummis des José Mourinho

Erst als auch Stunden später keine neue Nachrichtenlage herrscht, dämmert dem Mann, dass ihm die »Marca« einen Bären aufgebunden hat. Nicht, dass die »Bild« das nicht auch jeden zweiten Tag versuchen würde, doch die Hingabe und Akribie, mit der es hier geschieht, ist verblüffend. Bei einer anderen Gelegenheit hat die »Marca« (und es gibt noch andere Zeitungen dieses Kalibers) eine halbe Seite darüber geschrieben, wie viele Kaugummis José Mourinho während eines Spiels verbraucht.

Nach zwei Monaten in diesem feinen Land lässt sich sagen, dass einem manches spanisch vorkommt – nicht nur, aber definitiv auch bei der Fußballrezeption. Einiges davon ist gar nicht schlecht. Wohltuend etwa, dass das spanische Fernsehen keine ungefönten Interviews kennt. Auch keine quälend lange Nachberichterstattung, kein Beckmann und Scholli, keine Katrin und Olli, pardon: Olli und Olli. Zehn Sekunden nach dem Abpfiff laufen bereits wieder leicht geschürzte Damen durchs Bild, und man kann sich seine eigenen Gedanken zum Spiel machen.

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