11FREUNDE-Leser über die Auswärtsfahrt ihres Lebens

Genschrott in der Kreisklasse

Wir haben gewählt: Ganze LKW-Ladungen mit euren Texten zu legendären Auswärtsspiel haben uns erreicht, in losen Abständen präsentieren wir euch nun die drei schönsten Berichte. Den Anfang macht Michael Schulte mit seiner kernigen Reportage über einen Ausflug in die Kreisklasse.

Je niedriger die Spielklasse desto niedriger die spielerische Klasse. Ganz einfach. Diese Defizite versucht man wiederum mit höherer Zweikampfhärte auszugleichen. Das Ergebnis dieser Rechnung ist Gebolze (»Lang und schmutzig«) gepaart mit Treterei, verfolgt von absoluten Fußball Basisfans (hier in Hülsen) mit dem gefühlten Alter von Juppi Heesters.

Äußerst positiv hingegen ist das stets vorzügliche Catering, welches von Spielermüttern übernommen wird und aus selbst gebacknem Kuchen, Cafe, Bratwurst, Schnaps & Bier besteht. Genau dieses Preisgünstige Sauf-, Fressarrangement lässt die langsame, öde Kickerei der untersten Spielklassen Deutschlands zum Sonntäglichen Tageshöhepunkt (nach dem Kirchenbesuch) für die Dorfbagage aufsteigen. Und genau aus diesem existenziellen Grund suchten Eierkohlen (Peter), Carnivorencomebacker Künetzke alias Haselünnes next FH Lammers und ich das Waldstadion der Spielgemeinschaft Hülsen/Westerloh auf, wo es zum Derby (eigentlich finden nur Derbys in dieser Kreisklasse statt) mit dem SV Polle kam.

Dachlatte Jansen, der Valderama von Andrup

Auf beiden Seiten erkannte man gleich viele bekannte Gesichter wie zum Beispiel den Valderama von Andrup, Dachlatte Jansen, die Temmen Brüder, die Brümmer Brüder, Christian Nieters oder die Schießbudenfigur von Verkäufer aus Kalles Kiosk. Kurz gesagt, Genschrott wohin man auch schaut.

Der Platz hätte nötig vertikutiert werden müssen und glich daher eher einem überdimensionalen Osternest. In einer knüppelharten Partie gab es dann einige Einschussmöglichkeiten auf beiden Seiten, wovon Polle eine nutzte und daher eins zu null zur Halbzeit führte. Ob verdient sei dahingestellt, denn Kollege Zufall dominierte die Begegnung. Mehr als drei Pässe über 5 Meter fanden nie den eigenen Mitspieler. Taktisch wurden die Andruper perfekt von ihrem neuen Trainer eingestellt. Fachmännisch dirigierte er seine Mannen mit klaren Ansagen (Christian offensiv, Du hier und Stefan da) und veranschaulichte diese lautmalerisch mit seinem SV Meppen Regenschirm.

Die erste Auswechselung in Spielminute 13 signalisierte deutlich die limitierten körperlichen Ressourcen dieser Spielklasse. Bestärkt wird diese These auch durch schauderhafte Bewegungsabläufe, die bei mir spontan zu Augenkrebs führten. Daher begannen wir, die drei gängigsten Phrasen (»Drauf«, »Schlagen«, »eng dabei«) des Spiels zu zählen.

Da wir aber diesen Grottenkick erwarteten, wurden wir nicht durch das Spiel sondern durch das ausgefallene Essensangebot (wegen ist nicht) maßlos enttäuscht und verließen das Stadion bereits zur Halbzeit mit dem Ziel Wurst essen beim SV Eltern. Leider hatten die aber ein Auswärtsspiel und wir bekamen deswegen keinen Schwengel, Schnucki, Monster (siehe Aufstellung) oder Fußballlegende himself Dieter Ostermann zu sehen.

Wurst, Kaffee und ein Duplo für sagenhafte 1,95 Euro

Deshalb ging es weiter in Richtung Schleper zur Concordia. Hier wurde man für alles Vorangegangene entschädigt. Im Stadion, dass direkt an »Eierbernds« (alias »Schadebernd« oder »Biggenmutter«) Anwesen grenzt, war alles vom vom Feinsten. Für jeden gab es eine Wurst, Kaffee und ein Duplo für sagenhafte 1,95€. Auch wenn die Spielermütter anfänglich ein wenig kühl beim unserem Eintreten ins Vereinsheim waren (»Oh Gott, watt güfft datt dahn«), umso herzlicher wurde uns dann später noch lauwarmer Kaffeerest für lau angeboten. Fazit: Alles in allem ein gelungener Nachmittag, der schon mit einem herrlichen Mittagessen (Pommes Mayo, Hotdog, Glas Fanta für 4€) bei Auge begann.

Dort merkte Peter übrigens an, dass Künna stark FH Lammers ähnelt und da liegt er gar nicht so verkehrt, oder? Denn beide mögen (immer) gern einen, beide berichten gern über Fußball und beide haben ihre eigene Art von Zeitung. Achja, wichtigste Gemeinsamkeit ist, beide benutzen Mayonnaise als Gesichtscreme.

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