10 Dinge über Verschwörungstheorien

Koks in Uwes Saft?

Bestochene Schiris, gedopte Spieler, skandalumwitterte Funktionäre – seien wir doch ehrlich: Fußball ohne Verschwörungstheorien wäre wie Bratwurst ohne Bier. Wir haben die abenteuerlichsten zusammengestellt. 10 Dinge über Verschwörungstheorien
Heft#96 11/2009
Heft: #
96
1
Fischeier sind die Wurzel allen Übels im WM-Finale 1966. Zwei Dosen russischer Kaviar wechselten zwischen Tofik Bachramov und einem namentlich nicht bekannten malaysischen Funktionär den Besitzer. Der Schiriobmann beförderte daraufhin Bachramov zum Linienrichter. Behauptet jedenfalls der inzwischen verstorbene russische Referee Nikolai Latyschew.

[ad]

2
Nachdem der Hamburger SV im ersten Halbfinalspiel des Europapokals der Landesmeister 1961 nur 0:1 in Barcelona unterlegen war, witterte die spanische Presse bösen Betrug und offenbarte ihren Lesern, man habe ein »geheimnisvolles weißes Pulver« in der HSV-Kabine entdeckt. Lapidarer Kommentar von Hamburgs Stürmer-Ikone Uwe Seeler: »Das weiße Pulver war einfacher Traubenzucker, wir süßten damit unsere Fruchtsäfte, die wir tranken.«


3
Zwei fingierte Bestechungsfaxe der »Titanic« im Zuge der WM-Bewerbung 2006, die den Empfängern »some really good sausages, ham and – hold on to your seat – a wonderful KuKuClock!« versprachen, sollen im Juli 2000 die Wahl des FIFA-Exekutivkomitees pro Deutschland entschieden haben. Der DFB war anderer Meinung und drohte dem Satireblatt leberwurstig mit einer 600-Millionen-D-Mark-Klage.


4
12 Minuten sind im Gruppenspiel der EM 1996 zwischen England und Schottland noch zu spielen, als Schottland beim Stand von 1:0 für den Gastgeber einen Elfmeter zugesprochen bekommt. Doch David Seaman hält den Schuss von Gary McAllister. In der Wiederholung ist später zu sehen, dass sich der Ball, kurz vor der Berührung mit McAllisters Töppen, leicht bewegt. Die Erklärung ist bald gefunden: Nur mit seinem Willen, behauptet Magier Uri Geller, habe er den Ball zur Seite rollen lassen. Eine Minute nach dem Fehlschuss gelingt Paul Gascoigne sein Jahrhunderttor.


5
Die Helden von Bern sollen gedopt gewesen sein. In der Halbzeitpause des WM-Finals 1954 wurden Rahn und Kollegen tatsächlich Spritzen gesetzt, allerdings »nur Vitamin C, sonst nichts«, wie der damalige Mannschaftsarzt Franz Loogen beteuerte. Einige Weltmeister erkrankten später an Gelbsucht, was jedoch eher an unzureichend sterilisierten Spritzen, denn an Dopingpräparaten gelegen haben soll.


6
»Lasagne-Gate« erschütterte im Mai 2006 die englische Fußballöffentlichkeit. Hintergrund: Sechs Spieler der Tottenham Hotspurs klagten nach dem Verzehr der Pasta-Köstlichkeit in London über massive Magen-Darm-Probleme. Gegner West Ham United konnte sein Heimspiel mit 2:1 gewinnen. Essensproben der verdächtigen Nudelspeise erwiesen sich später als unbedenklich.


7
1966 wurde Italiens Nationalmannschaft in der Heimat mit Schimpf und Schande empfangen, in der Vorrunde der WM in England war das Team an Nordkorea gescheitert. Italien fühlte sich betrogen, die Asiaten hätten nur dank der Kraftwurz Ginseng gewonnen. Für die Squadra Azzurra hagelte es stattdessen faule Tomaten.


8
»DDR-Beratung für Polen?«, vermuteten im Vorfeld des Halbfinals 1974 zwischen Deutschland und Polen die Gazetten. Eine sogenannte Beobachtungstruppe aus Ostdeutschland habe Polens Trainer Kazimierz Gorski rechtzeitig ein genaues Dossier über alle Schwachstellen im deutschen Team zukommen lassen. Doch das half alles nichts: sintflutartiger Regen als natürlicher Verbündeter der Westdeutschen machte dem perfiden Plan einen Strich durch die Rechnung.


9
Eine raffinierte Aktion der südkoreanischen Gastgeber bei der WM 2002 soll das Achtelfinale gegen Italien entschieden haben. Weil sich die asiatischen Fußballer aus Sicht der Europäer äußerlich nicht voneinander unterscheiden ließen, behaupten Blogger, Trainer Guus Hiddink habe zur Halbzeit sein komplettes Team ausgetauscht.


10 
Jürgen L. Born, ehemaliger Präsident von Werder Bremen, wurde erst vor kurzem verdächtigt, im Zuge des Roberto-Silva-Deals illegal an Spielertransfers mitverdient zu haben. Was die Kollegen von der »Süddeutschen Zeitung« zu einer großartigen Überschrift inspirierte: »Die Born-Verschwörung«. P.S.: Born wurde inzwischen von allen Vorwürfen freigesprochen.


Weitere 15 Dinge über Verschwörungstheorien findet Ihr im aktuellen 11FREUNDE-Heft – jetzt im Handel!

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!