10 Dinge über Thierry Henry in der Champions League

In Sachen Henry

Das sechswöchige Intermezzo Thierry Henrys beim FC Arsenal endet heute beim Champions League-Spiel gegen den AC Mailand. Dem Stürmer winkt der 112. Einsatz in Europas Königsklasse. 50 Tore und eine Menge Anekdoten hat er bereits gesammelt. 10 Dinge über Thierry Henry in der Champions League

1.
Das erste Spiel

Sein erstes Champions League-Spiel bestritt Thierry Henry am 1. Oktober 1997 im Alter von 20 Jahren. Zum 4:1-Erfolg seines AS Monaco gegen Bayer Leverkusen steuerte er zwei Tore und eine Vorlage bei. Robert Kovac, der den verletzten Stammverteidiger Christian Wörns ersetzte, wusste gar nicht wie ihm geschah, so schnell enteilte ihm Henry ein ums andere Mal. In jener Saison brachten fünf weitere Henry-Treffer die Monegassen bis ins Halbfinale, wo man sich jedoch Juventus Turn geschlagen geben musste.

2.
Die Bilanz

Bis zum heutigen Tag absolvierte Henry 111 Spiele in Europas Königsklasse, in denen er 50 Tore erzielte. Fünf Mal landete er mit seinen Teams unter den ersten Vier.

1997/98, AS Monaco, Halbfinale: 9 Spiele/ 7 Tore
1999/00, FC Arsenal, Vorrunde: 4/1
2000/01, FC Arsenal, Viertelfinale: 14/4
2001/02, FC Arsenal, Zwischenrunde: 11/7
2002/03, FC Arsenal, Zwischenrunde: 12/7
2003/04, FC Arsenal, Viertelfinale: 10/5
2004/05, FC Arsenal, Achtelfinale: 8/5
2005/06, FC Arsenal, Finale: 11/5
2006/07, FC Arsenal, Achtelfinale: 6/1
2007/08, FC Barcelona, Halbfinale: 10/3
2008/09, FC Barcelona, Sieger: 10/5
2009/10, FC Barcelona, Halbfinale: 6/0

3.
Der unerwartete Rekord

Nach einer sechswöchigen Verletzungspause sollte Henry im Oktober 2005 erst die letzte halbe Stunde im Spiel bei Sparta Prag mitwirken dürfen. Doch nachdem Jose Antonio Reyes mit gebrochener Rippe nach 15 Minuten vom Platz musste, schickte Arsenal-Trainer Arsene Wenger ihn doch schon früher aufs Feld. Genau sechs Minuten vergingen, da erzielte Henry mit einem beeindruckenden Schlenzer das 1:0. Mit seinem Treffer zum 2:0 setzte sich der Franzose an die Spitze der ewigen Torjägerliste des Klubs. Mit dem 186. Tor im 302. Spiel für Arsenal brach er den langjährigen Rekord der Gunners-Legende Ian Wight, dem 185 Treffer gelangen. 

4.
Das frechste Tor

In der Gruppenphase der Spielzeit 2003/04 musste der FC Arsenal zu Inter Mailand reisen. Dem Klub drohte nach nur vier Punkten in vier Spielen das Aus, das Hinspiel gegen die Italiener wurde mit 0:3 verloren. Doch Arsenal gelang der Befreiungsschlag. 5:1 hieß es schlussendlich und Henry erzielte ein Tor, das diese Überlegenheit deutlich machte. Nur verfolgt von Javier Zanetti stürmte er auf den Kasten von Francesco Toldo, bremste ab, wartete auf zwei weitere Gegenspieler, um dann seelenruhig zum 1:3 einzuschieben.




5.
Die Trikotübergabe

Die Gerüchteküche brodelte schon eine Weile. Henry sollte nach der Saison 2005/06 London den Rücken kehren und zum FC Barcelona wechseln. Doch der Moment, in dem er als neuer Spieler präsentiert wurde, kam überraschend. Henry stand im Mittelkreis, um den Anstoß zur zweiten Halbzeit im Champions League Halbfinale beim FC Villareal auszuführen, als ihm ein Trikot des FC Barcelona überreicht wurde. Doch nicht etwa durch Barcas Präsident Joan Laporta, sondern durch den Flitzer Jimmy Jump, der, verfolgt von Ordnern, auf den Rasen sprintete und ihm das Trikot mit dem goldenen Namensaufdruck HENRY und der Rückennummer 14 überreichte.

6.
Der Treueschwur

Der Fußball bietet jede Menge Platz für sentimentale Geschichten. So traf Thierry Henry im Champions-League-Finale 2006 in seiner Geburtsstadt Paris mit seinem Herzensverein Arsenal auf den FC Barcelona, zu dem er in der kommenden Saison wechseln sollte. Nach der frühen Roten Karte für Arsenals Torhüter Jens Lehmann konzentrierten sich die Londoner aufs Kontern. Ein ums andere Mal rannte Henry Barcas Verteidigern Puyol und Presas davon, die sich nur noch mit Fouls zu wehren wussten. Doch es gelang ihm nicht, Torhüter Victor Valdes zu überwinden und so verlor Arsenal die Partie mit 1:2. Als Henry nach dem Spiel aus der Kabine trat, war seinem Gesicht nicht nur der Schmerz der Niederlage anzusehen, sondern auch der Trotz. Gefragt nach seinem Wechsel zum FC Barcelona antworte er mit einer Klage über die Tritte, die ihm Barcas Verteidiger verpasst hatten. Und zwei Tage später kündigte er an: »Nachdem, was am Mittwoch im Finale passiert ist, kann ich Arsenal nicht im Stich lassen. Ich denke mit dem Herzen und mein Herz sagt mir, bleib.« Doch ein Jahr nach diesem Treueschwur folgte doch noch der Wechsel nach Barcelona.

7.
Der Rassismus

In seinen 111 Champions League Partien musste Henry auch unschöne Momente erleben. 2003 scheiterte er mit dem FC Arsenal in letzten Spiel der Zwischenrunde durch eine 1:2 Niederlage beim FC Valencia. Während sich Arsene Wenger über das Defensivverhalten der Spanier beschwerte (»Valencia hat das Spiel verdorben, nach dem 2:1 war es kein Fußball mehr«), schockierte insbesondere das rassistische Verhalten eines Teils der Valencia-Anhänger, die Henry und weitere farbige Arsenal-Spieler unentwegt beleidigten. Die zwei Tore für Valencia schoss übrigens der dunkelhäutige Norweger John Carew.

8.
Das Maradona-Tor

Ein Tor, wie aus einem Maradona-Bilderbuch erzielte Henry 2006 im Viertelfinale gegen Real Madrid. Einem Sololauf über das halbe Feld, der die Gegner zu Slalomstangen degradierte, krönte er mit einem souveränen Abschluss. Es sollte das einzige Tor in den beiden Viertelfinalspielen bleiben.

9.
Der Plünderer

Neben Highbury hat Thierry Henry noch einen weiteren Lieblingsort in der europäischen Königsklasse: das römische Olympiastadion. »Das ist einfach meine Arena,  ich liebe dieses Stadion«, grinste der französische Matchwinner 2002 nach einem 3:1 des FC Arsenal beim AS Rom, zu dem er alle drei Treffer beisteuerte. Noch nie zuvor hatte ein Spieler des englischen Meisters drei Treffer in einem Spiel der europäischen Eliteliga erzielt. Coach Wenger befand überschwänglich: »Ich würde ihn für keinen Stürmer der Welt eintauschen.« The Guardian titelte: »Henry führt die Plünderung Roms an.«

10.
Der Triumph

Am 27. Mai 2009 war es endlich soweit. Natürlich im Römer Olympiastadion gewann Thierry Henry mit dem FC Barcelona nach Meisterschaft und Pokal auch noch die Champions League. Kurz nach dem vorentscheidenden 2:0 durch Lionel Mesi in der 70. Minute, holte Pep Guardiola den erschöpften Altmeister vom Feld. Die Kraft reichte gerade noch, um den Pokal einmal in die Höhe zu recken, anschließend schleifte er ihn achtlos über den Rasen.

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