Home sweet home Home ist nunmal where your heart ist. So hält's auch der Prinz und schaut regelmäßig in der alten Heimat vorbei. Damit ist nicht nur sein einstiges Wohnzimmer, das RheinEnergieStadion gemeint, in dem er, wenn es der enge englische Spielplan erlaubt, die Spiele des Effzeh verfolgt, sondern auch der Sportpark in Bergheim. Hier lernte der junge Lu-Lu-Lu einst das Fußballeinmaleins und wie es sich für einen Prinzen gehört, der aus dem kleinen Bergheim auszog, um 105-facher Bundespoldi zu werden und nun bei Arsenal zu reüssieren, wurde der Sportpark umbenannt in, na klar, Lukas-Podolski-Sportpark-Stadion. Angemessen royal ist das, wenngleich die Kombi »Sportpark-Stadion« ein wenig überambitioniert erscheint.
»Come on, FC« Doch auch wenn Prinz Poldi gerade keine Zeit hat, nach Deutschland zu jetten, um seinem Effzeh im Stadion dabei zuzusehen, wie er sich durch die Zweite Liga zelebriert, verfolgt er natürlich genauestens, was beim alten Klub passiert. Via Facebook peitschte er die Kölner beim Spiel gegen den FSV Frankfurt mit einem virtuellen »Come on, FC« samt Foto vom TV nach vorne. Die 12.106 Menschen, denen das gefiel, nahmen in der Kommentarspalte regen Anteil an so viel alter Verbundenheit. Vom ergriffenen »Du hast dein Herz am rechten Fleck« über ein verzweifeltes »KOMM BITTE NACH HAUSE« bis hin zum eher kryptischen »your grate POLDOSK, our next hello« war alles dabei. Er ist eben einer von uns, der Lukas.
»looking forward« Ellenlang ist die Liste der Stilblüten, die ein manchmal eben etwas unbedarfter Podolski in den Jahren seiner Profikarriere durch die Mikros der Reporter hat sprießen lassen. Oft war das Anlass für eselhaften und nicht selten unfairen Spott. Umso schöner, dass man ebenjenen Spöttern, die wahrscheinlich händereibend auf die ersten Podolskischen Patzer in schrägstem Lothar-Matthäus-Denglisch gewartet hatten, nun das erste Interview Podolskis in englischer Sprache um die missgünstigen Ohren hauen kann. Absolut solide und ein wirklich weiter Weg vom unrühmlichen ersten Sportschau-Interview in Rostock vor gefühlten 25 Jahren .
Lukas gegen Berti Was im ersten Moment wie eine Szenenüberschrift im »Manta, Manta«-Drehbuch klingt, meint hier die jüngst via Medien ausgetragene Mini-Fehde zwischen Bundesterrier Berti Vogts und Arsenals neuem Fanliebling. Vogts, mittlerweile im sportlichen Brachland Aserbaidschans gestrandet, sah sich vor Kurzem genötigt, Podolskis Laufbereitschaft zu kritisieren. Die jüngst hervorragenden Auftritte Podolskis schien Vogts nicht verfolgt zu haben. Der Prinz, in jeder Beziehung gereift, konterte lässig-gehässig: »Er ist ein Trainer in Aserbaidschan und hat vielleicht keinen Fernseher, um die Spiele zu gucken«. Vogts reibt sich wahrscheinlich immer noch ungläubig die Backe von dieser medialen Watschn. Falls der Konter in Aserbaidschan überhaupt schon angekommen ist...
Tore des Monats Gelingt der Brückenschlag zurück zum Sportlichen? Ja sicha: Bisher hat Podolski in 10 Pflichtspielen für Arsenal 4 Tore erzielt. Das ist absolut ordentlich. Mit stolzen 4 Toren war Podolski im Jahr 2005 bei der Wahl zum »Tor des Jahres« vertreten. Besonders frech: Sein »Tor des Monats« März kopierte Schlitzohr Podolski im September kurzerhand und gewann die Wahl erneut. Zu jenen 4 Toren des Monats gesellten sich über die Jahre 6 weitere, was absoluter Rekord ist. Die Redaktion ist erfüllt mit »ooooh«s und »aaaaah«s, Arsenals Fans können sich auf die ein oder andere spektakuläre Hütte von Prinz Peng einstellen: