12.10.2012

10 Dinge über Irland

»F**k you, Roy Keane«

Irland, die grüne Insel. Endlos weite Wiesen, raue Küsten, Schafe, Leprechauns, Regenwetter. Land des Whiskeys. Wiskeys. Whiskys. Egal. Nicht egal: Das Qualifikationsspiel Deutschland gegen Irland am bevorstehenden Freitag. Deswegen: 10 unnütze Dinge über den Gegner von der Insel.

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Hurling auf den Fields of Athenry

1.
König Fußball regiert zwar die Welt, klar, auf der irischen Insel allerdings ist er nicht ganz die erste Wahl. Beliebteste Sportarten in Irland sind zunächst Gaelic Football und Hurling, erst dann folgen Rugby und Fußball. »Hur-was?«, mag jetzt der deutsche Fußballfan fragen, verloren an der Kutte nesteln und einen Verlegenheitsschluck vom Stadionbier nippen. Genau, Hurling....

2.
Ok, Hurling. Aaaalso: Hurling ist ein ursprünglich keltischer Sport, bei dem sich zwei Mannschaften gegenüberstehen und mithilfe eines camans den sliotar ins Tor zu bugsieren versuchen. Wem das als Erklärung nicht genügt, der sei darauf verwiesen, dass es klare Parallelen zum schottischen Shinty gibt, das ja wohl allen Lesern bekannt sein sollte. Hurling gilt als eine der schnellsten Sportarten der Welt, ein Team besteht aus 15 Spielern, außerdem heißt Hurling für Frauen nicht Hurling sondern Camogie. Klar soweit? Fein.

3.
Allerdings sind die Iren durchaus ein fußballbegeistertes Völkchen, jüngst eindrucksvoll bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine unter Beweis gestellt. Inmitten der euphorisch das eigene Team, sich selbst und die polnischen Bierpreise feiernden Fanmeute genügte schon die entfernte Ähnlichkeit eines Einheimischen mit Trainer Giovanni Trapattoni, um Sprechchöre und ausgelassene Feierlichkeiten zu Ehren des polnischen »Misters« zu entfesseln. Party on, Ireland! Roy Keane, irische Fußballlegende, war allerdings weniger feierfreudig und kritisierte das ausufernde Partygebaren der Fans. Die Quittung folgte wenig später als die grüne Meute schepperte: »Fuck you, Roy Keane, we sing when we want.«

4.
Auch einen der emotionalen Höhepunkte (diesmal für alle Fußballfans und nicht nur für den sicherlich gerührten polnischen Trapattoni) verdankt die EM den irischen Fans. Als die wacker kämpfende »Boys in Green« gegen den späteren Europameister Spanien heillos unterlegen war und sich ein 0:4-Backpfeiffe einfing, verließen die Iren nicht etwa enttäuscht das Stadion oder warfen pöbelnd Bierbecher in Richtung Rasen, wie das normalerweise üblich wäre, sondern erhoben sich und sangen minutenlang gemeinsam »The Fields of Athenry«, ein Lied über die irische Hungersnot von 1846 und mittlerweile ein Klassiker in irischen Stadien. Gut, dass Moderator Tom Bartels diesen magischen Moment nicht in Grund und Boden steffensimonte, sondern einfach schweigend genoss. Großes Kino.




5.
Zurück zu Roy Keane, dem wohl bekanntesten irischen Fußballer der letzten Jahre. Zwischen 1990 und 2005 trat sich Hitzkopf Keane durch die englische Premier League und sammelte neben zahlreichen Titeln auch schneidige 13 rote Karten. Besonders in Erinnerung blieb sein Jahrhundert-Revanchefoul an Alf-Inge Haland. Nach einem im Duell mit Haland erlittenen Kreuzbandriss samt folgender Provokation sprang Keane dem Norweger beim Wiedersehen mit neunmonatigem Anlauf so derart in die Beine, dass sich bis heute die Legende hält, dieser Tritt habe die Karriere Halands beendet. Dass das nicht der Wahrheit entspricht und Haland das Spiel sogar noch zu Ende brachte, scheint bei Ansicht des Videomaterials fast schon surreal. Keane selber kommentierte das Foul später in seiner Autobiographie mit weltmännischer Souveränität: »I'd waited long enough. I fucking hit him hard. The ball was there (I think). Take that you cunt. And don't ever stand over me sneering about fake injuries.« 'nuff said!

 
 
 
 
 
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