10 Dinge über: Europameisterschaften

99 LUFTBALLONS

Europameisterschaft. Zeit für große Gefühle. Zeit für unvergessliche Anekdoten. Wir haben die zehn schönsten Geschichten aus der bald 200-jährigen Historie der Europameisterschaft zusammengesucht.

Heft: #
127

1.
Mehr als 26 000 deutsche Fans machten sich auf den Weg zu den Finalspielen 1972 in Belgien. Dabei ließen sich die Anhänger auch das Spiel um Platz drei zwischen Belgien und Ungarn nicht entgehen. Vollen Einsatz zeigte ein Mann, der mit einer großen schwarz-rot-goldenen Fahne über den Rasen sprintete und die betagten Ordnungshüter wie weiland Stan Libuda ins Leere laufen ließ. Dafür kassierte er heftige Knüppelhiebe, was die deutschen Fans umgehend mit Büchsenwürfen quittierten. Belgiens Torwart Christian Piot konstatierte genervt: »Jetzt ist man nicht mal zu Hause vor den Deutschen sicher.«

2.
Grund zur Freude hatte  Gerd Müller , der am Tag vor dem Finale 1972 ein teaminternes  Tischtennisturnier  für sich entschied. In hart umkämpften drei Sätzen schlug er Erwin Kremers und gewann damit eine Eintrittskarte für das Endspiel der Weltmeisterschaft 1974. In der Rückschau ein nicht unerhebliches Detail: Wer hätte sonst das 2:1 gegen die Holländer geschossen?

3.
Namensvetter Dieter Müller machte bei der EM ’76 auf sich aufmerksam. Schnell verkündeten Zeitungen, Müller habe eine »Vorliebe für hübsche Mädchen und 
 superschnelle Autos «. Müller war daran nicht ganz unschuldig, hatte er doch vollmundig verkündet: »Ich habe schon einen 60 000-Mark-Wagen schrottreif gefahren.«

4.
Fies, wie die deutsche Nationalmannschaft nach ihrem gruseligen Auftritt bei der Euro 1984 von der internationalen Presse durch den Wolf gedreht wurde. Die »L‘ Équipe« kommentierte süffisant die Flucht von  Karl-Heinz Rummenigge vor Reportern: »Das war sein bestes Dribbling im ganzen Turnier. Er nutzte die ganze Breite des Flurs.« Selbst der »Kicker« war voller Hohn, als  Norbert Meier  zum Spielmacher wurde: »Im tiefsten Dunkel wird eben jede Taschenlampe zur Festbeleuchtung.«

5.
Frustbewältigung bei  Toni  Schumacher  nach dem Aus: Er riss das Fenster auf, lehnte sich auf das Brett und ließ die Frau aus den Boxen dröhnen, die in jener Zeit so vielen jungen Männern Trost spendete: Nena.

Hools in Stuttgart, Dudelsäcke in Wembley

6.
»Fear and Loathing in Stuttgart« bei der EM 1988. Der Anführer der  englischen Hools , Paul Scarett, hielt die deutsche Polizei vier Tage lang in Atem. Mit drei Kollegen quartierte sich Scarett, der per internationalem Haftbefehl gesucht wurde, in einem Hotel in Stuttgart ein. Er zahlte mit einer Kreditkarte, die er von einem  Wohnungs- einbruch  in England mitgebracht hatte. Schon am zweiten Tag wurde er auffällig, weil er einen Kippenautomaten aufbrach. Endlich gefasst und vor Gericht gezerrt, bewies Scarett Chuzpe, als er einen gefälschten Pass vorlegte – und damit auch noch durchkam.

7.
So unorthodox wie die Vorbereitung des Europameisters 1992  Dänemark  war auch die Feier nach dem Triumph. Beim Em- pfang am Kopenhagener Rathaus ließ sich Kölns  Henrik Andersen  auf einer Liege mitten in die Fanmassen schieben. In der Hand hielt der am Knie verletzte Andersen den EM-Pokal.

8.
Verdutzt reagierten die schottische Fans, als die Engländer ihnen bei der EM ’96 verboten,  Dudelsäcke  mit ins Stadion zu nehmen. Der Grund: Diese könnten als Waffen benutzt werden. Noch verdutzter mussten die Schotten mit ansehen, wie Schweizer Anhänger riesige Kuhglocken ohne Beanstandung durch die Kontrollen brachten.

9.
Tschechiens  Vladimir Smicer  hatte wie die meisten seiner Mitspieler bei der Europameisterschaft 1996 nicht mit einem Finaleinzug seines Teams gerechnet und musste seine Hochzeit verschieben. Über seine Frau sagte Smicer: »Sie wird schon warten.«

10.
Im Finale verloren die Tschechen zwar, doch Ausrüster Puma schaltete dennoch ganzseitige Anzeigen mit deren Mannschaftsbild in deutschen Zeitungen. Titel: »Deutschland, ihr seid die  Kings . Aber wir haben die besten Schuhe.« Herzlichen Glückwunsch dazu!

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