11.08.2013

10 Dinge über erste Spieltage

»Fußball geht auch ohne Strom«

Der erste Spieltag der neuen Saison – was haben wir sehnsuchtsvoll gewartet! Bleibt zu hoffen, dass die Saison 2013/14 ähnlich spektakulär begann, wie einst diese ausgesuchten Beispiele...

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Der Meister steigt ab

1.
Saison 1965/66: Die beste Auftakt-Mannschaft
Bundesliga-Neuling Tasmania Berlin wollte am ersten Spieltag den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte legen. Da Hertha BSC wegen unlauterer Prämien-Zahlungen aus der Bundesliga verbannt worden war und die potenziellen Berliner Nachrücker Tennis Borussia und Spandauer SV in der Aufstiegsrunde scheiterten oder den Aufstieg aus finanziellen Gründen ablehnten, entschied sich der DFB den Drittplatzierten der Westberliner Regionalliga mit ins Boot zu holen. Und die Überraschungsaufsteiger aus der Hauptstadt starteten furios: Der Karlsruher SC wurde vor 81.524 Zuschauern im Olympiastadion mit 2:0 bezwungen, ein Traum schien wahr zu werden. Leider erwies sich der Kader insgesamt als zu schwach, um in der Bundesliga zu bestehen, am Ende der Saison stand nur ein weiterer Sieg zu Buche. Tasmania musste mit einer Hand voll Minusrekorden zurück in die Zweitklassigkeit. Zumindest ist Tasmania bis heute die einzige Mannschaft, die in allen Auftaktspielen ohne Gegentor und Punktverlust blieb.

2.
Saison 1968/69: Wenn der Meister strauchelt
Wenn die neue Saison startet, gucken alle auf den Meister. So war es auch beim teilweise neu formierten »Club« aus Nürnberg. Alemannia Aachen hoffte am ersten Spieltag der Saison 1968/69, dem FCN zumindest ein Unentschieden abringen zu können. Es kam anders. Während die Nürnberger noch in meisterlichen Erinnerungen schwelgten, rannten sich die Aachener die Seele aus dem Leib. Heinz-Gerd Klostermann schnürte einen Dreierpack (mehr Tore nach einem ersten Spieltag hatte mit vier Treffern nur Klaus Fischer 1971 auf dem Konto) und machte damit die Sensation perfekt, 1:4. Der »Club« war trotz guter Leistung angeschlagen. Auch schien das Spiel wegweisend: Die Nürnberger stiegen als bisher einziger amtierender Meister ab.

3.
Saison 1970/71: Acht Tore zum Start
Mit einem der torreichsten Auftaktspiele der Geschichte startete Hertha BSC gegen den 1. FC Kaiserslautern (5:3) in die achte Bundesligasaison. Nur Bayern gegen Leverkusen 1981 (6:2) und Bremen gegen Nürnberg 1986 konnten da mithalten. Und es ging hin und her im Olmypiastadion: Dreimal lagen die Berliner zurück, dreimal kamen sie wieder. Am Ende der Saison wurden beinahe alle beteiligten Hertha-Akteure im Zuge des Bundesligaskandals für mehrere Jahre gesperrt.

4.
Saison 1974/75: Der höchste Sieg
Die Bayern schienen den Abschied von Paul Breitner zu Real Madrid noch nicht so recht verkraftet zu haben. Als frisch gebackener Sieger im Landesmeister-Pokal und mit  Weltmeistern wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller gespickt, trat die Startruppe an, um die Bundesliga 1974/75 erneut das Fürchten zu lehren. Kickers Offenbach schien das nicht zu stören. Die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel zerlegte den FCB zum Saisonstart glatt mit 6:0, der bis heute höchste Auftaktsieg. Siggi Held, Erwin Kostedde und Co. verpassten dem Meister damit direkt die Rote Laterne. Am Ende der Spielzeit stand der 10. Tabellenplatz. Den Pokal der Landesmeister verteidigten die Münchner dennoch. Als Titelverteidiger waren sie damit ebenfalls für das nächste Turnier der Besten qualifiziert, wo sie 1976 den dritten Triumph in Folge feierten.

5.
Saison 1982/83: Das verpatzte Debüt
Was sagte der Trainer noch in der E-Jugend? »Wenn ihr nicht wisst wohin mit dem Ball, dann ab ins Tor!« Richtig! Uwe Reinders erinnerte sich im Auftaktspiel gegen den FC Bayern an das etwas stumpfe Erfolgsrezept. Kurz vor der ersten Halbzeitpause der Saison 1982/83 stand der Bremer etwas ratlos beim Einwurf an der Seitenlinie, schließlich nahm er sich ein Herz und warf. Der Ball wurde länger und länger, und Bayern-Torhüter Jean-Marie Pfaff unterlief den Ball, berührte ihn zugleich unglücklich und verschuldete in seinem ersten Bundesliga-Spiel eines der kuriosesten Tore der Bundesliga-Geschichte. Besonders bitter: Hätte Pfaff den Ball nicht berührt und einfach durchgelassen, hätte das Tor nicht gezählt.

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