10 Dinge über das Frankenderby

»Und ausgerechnet die Blödel gewinnen das«

Zum 257. Mal treffen am Montag der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth aufeinander. Das Frankenderby gilt als ältestes deutsches Derby. Zehn Geschichten.

imago

1.
Der 1. FC Nürnberg wurde 1900 gegründet, die SpVgg Fürth 1903. Dass sich die Rivalität schnell entwickelte, ist schon alleine geografisch begründet: Die Städte grenzen direkt aneinander. Das erste Spiel zwischen der SpVgg und dem FCN fand am 7. Februar 1904 statt – ein Testspiel. Fürth unterlag dem nur knapp älteren Rivalen 1:4. Das Spiel war jedoch wesentlich enger als das Ergebnis aussagt, was vor allem an Fritz Servas lag, dem damaligen Trainer der Fürther. Der kannte den »Club« nämlich besser als seine Westentasche. Servas arbeitete kurioserweise für beide Vereine. Weil sein ehemaliger Mitstreiter aus Nürnberger Tagen Reinhard Barthel nun bei der SpVgg beteiligt war, wurde der Trainer von den Nürnbergern kurzerhand nach Fürth ausgeliehen. Nach zwei Jahren kehrte er zum »Club« zurück – und führte den Verein 1905/06 gleich zur nordbayerischen Meisterschaft.

2.
In den 1920er Jahren trafen im Duell Nürnberg gegen Fürth die zwei besten deutschen Mannschaften aufeinander. 1920 spielten die beiden Konkurrenten die Meisterschaft auf der Sportanlage »Sandhöfer Wiese« in Frankurt sogar unter sich aus. Letztlich behielt der Club die Oberhand. Durch Tore von Popp und Szabó setzten sich die Nürnberger vor der damaligen Rekordkulisse von 35.000 Zuschauern mit 2:0 durch und legten den Grundstein für die »Goldenen 20er«: Auch 1921, 1924, 1925 und 1927 sicherte sich der FCN die Meisterschaft.

3.
Nie wieder konnten zwei Vereine den deutschen Fußball derart dominieren, wie der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth in den 20ern. Dabei stellten Spieler der beiden Vereine am 21. April 1924 sogar den kompletten Kader der damaligen Nationalmannschaft. Deutschland gewann erstmals gegen die Niederlande, am Ende stand es 1:0. Trotz dieses Triumphes verbrachten die Spieler aus dem Frankenland die Rückfahrt, wie auch schon die Hinfahrt, in nach Vereinen getrennten Zugabteilen. Nürnbergs Torwart Heiner Stuhlfauth hatte die besorgten DFB-Oberen aber schon vor Abfahrt beruhigt: »Da brauchen’s ka Angst ham, spielen tun wir schon mit denen. Mehr aber net!« Beim einzigen Tor durch den Fürther Karl Auer gratulierten übrigens nur dessen Klubkameraden.

4.
Was gibt es Schlimmeres? Als der FCN zwischen 1918 und 1922 in 104 Verbandsspielen ungeschlagen blieb, endete die Serie ausgerechnet gegen den Rivalen aus Fürth. Auch sieben Jahre später hatte die Spielvereinigung das bessere Ende auf ihrer Seite. 1929 wurde der Verein zum letzten Mal Meister. Im Finale ging es zwar nicht gegen den ewigen Konkurrenten aus Nürnberg, sondern nur gegen die Berliner Hertha. Irgendwie spielte der FCN aber auch eine Rolle. Das Finale wurde im Stadion in Nürnberg ausgetragen. Man könnte fast denken, die Nürnberger hätten sich im kommenden Aufeinandertreffen dafür revanchieren wollen. Am 6. Oktober 1929 gab es in einer Partie 87 Freistöße und drei Platzverweise.

5.
Frankenderby, das heißt nicht nur rassige Zweikämpfe, das hieß lange auch: Tore am Fließband. Das torreichste Spiel fand am 25. Oktober 1908 statt. In einer Partie der nordbayerischen Gaumeisterschaft besiegte der FCN den grün-weißen Konkurrenten 10:5. Den höchsten Sieg der Nürnberer gab es bereits ein Jahr zuvor. Damals siegte der FCN 10:0. Die »Kleeblätter« durften ihren höchsten Erfolg am 30. September 1956 feiern. In der Oberliga Süd gewann die Spielvereinigung 7:2. Die jüngere Vergangenheit ist dagegen eher von weniger torreichen Begegnungen geprägt. In den vergangenen dreizehn Begegnungen fiel siebenmal entweder keiner oder nur ein Treffer.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!