10 Dinge über Burkina Faso

BOAHkina Faso

Burkina Faso steht heute im Finale des Afrika-Cups 2013. Gegen Nigeria kann die Nationalmannschaft in Johannesburg Fußballgeschichte schreiben. Wir rüsten dich für das Finale. Hier kommen die zehn wichtigsten Dingen, die man über Burkina Faso wissen sollte.

1.
Burkina Faso, niemand weiß so genau, wo das Land überhaupt liegt. Niemand weiß, wie groß es ist und niemand weiß auch nur annähernd, was die Besonderheiten des Landes sind. Deswegen zunächst die hard facts, die auf keiner Karteikarte fehlen dürfen: Burkina Faso heißt seit 1984 Burkina Faso. Die Hauptstadt der ehemaligen französischen Kolonie heißt – Achtung – Ouagadougou. In Burkina Faso leben knapp 17 Millionen Menschen auf 274.200 km². Das Land ist damit größer als das Vereinigte Königreich. Nachbarländer sind unter anderem: Mali, die Elfenbeinküste und Ghana. In Burkina Faso leben außerdem über 60 Volksgruppen. Die Hälfte der Bevölkerung sind Mossis. Und nun noch eine kleine Reise in die Klimakunde des Landes: Der Norden liegt in der trockenen Sahel-Zone, im Zentrum herrscht Savannenklima mit einer kurzen Regenzeit, im Süden herrscht feuchtes Tropenklima. Gold ist das drittwichtigste Exportprodukt des Landes, für immer auf Platz Eins: Baumwolle. Für einen Euro bekommt man 656 Franc de la Communauté Financière d'Afrique. Puh.

2.
Für Burkina Faso, das noch nie an einer Fußball-Weltmeisterschaft teilgenommen hat, ist das Erreichen des Finals im Afrika-Cup 2013 der größte sportliche Erfolg des Landes. Im neunten Anlauf erreichte die Nationalmannschaft durch ein Elfmeterschießen gegen Nachbarland Ghana das Endspiel. 1998 wurde Burkina Faso Vierter. Man scheiterte im Semifinale gegen Ägypten mit 0:2. Ausgerechnet im eigenen Land.

3.
Für Burkina Faso hätte das Halbfinale nicht dramatischer laufen können. Der tunesische Schiedsrichter Slim Jedidi hatte, so stark sein Name ist, einen rabenschwarzen Tag. In der 13. Minute bekam Ghana einen unberechtigten Elfmeter zugesprochen, den die Auswahl zur 1:0 Führung nutzte. Burkina Fasos Jonathan Pitroipa, ehemaliger Hamburger Streichholzkicker, wurde kurz vor Ende der Verlängerung im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht. Kein Grund für den Schiedsrichter auf den Punkt zu zeigen. Er entschied: Schwalbe und Gelb-Rot für Pitroipa, der somit für das Finale gesperrt wäre. Burkina Faso legte gegen die Sperre Beschwerde ein, Jedidi wurde suspendiert, Ende offen.



4.
Der erste größere Erfolg gelang der Nationalmannschaft mit dem wohl männlichsten Spitznamen aller Zeiten (die »Hengste«) unter der Ägide des weltenbummelnden deutschen Trainers Otto Pfister. 1978 konnte sich Burkina Faso, damals noch Obervolta, erstmals für den Afrika Cup qualifizieren. Anschließend verließ Pfister Obervolta und trainierte, das nur am Rande, den Senegal, die Elfenbeinküste, Zaire, Ghana, Bangladesch, Saudi-Araben, Zamalek Kairo, CS Sfaxien, Al Nejmeh, al-Masry, Togo, Al-Merrikh Khartum, Kamerun und Trinidad und Tobago. Pfister war übrigens nicht der einzige deutsche Trainer der burkinischen Nationalelf. Zwischen 1988 und 1990 schwang ein gewisser Heinz-Peter Überjahn das Zepter.

5.
Burkina Faso trägt die zurzeit wohl romantischste Bezeichnung für eine Fußballnation im Namen: Das Land der unbestechlichen Menschen. Wie weit die Wellen des Wettskandals auch schlagen mögen, Burkina Faso erreichen sie nicht. Da kann man auch schon mal darüber hinwegsehen, dass Trainer Paul Put 2006 als Trainer des belgischen Ex-Erstligisten Excelsior Mouscron entlassen wurde, weil er am Wettskandal beteiligt war. Put gab anschließend zu, manipuliert zu haben, jedoch von der Mafia mit Feuerwaffen bedroht worden zu sein. Der Mann kann den derzeitigen Erfolg richtig einordnen und erklärte weltmännisch: »Heute bist du der König, und schon morgen kannst du ein Stück Scheiße sein.«

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